Schweiz erzielt stärkstes Wachstum bei europäischen Patentanmeldungen seit acht Jahren

  • Patentanmeldungen aus der Schweiz beim EPA steigen 2018 um 7.8 % auf neue Höchstmarke
  • Land mit höchster Innovationskraft, gemessen in Patentanmeldungen je Einwohner
  • Messtechnik und Medizintechnik mit den meisten Patentanmeldungen
  • Drei Hochschulen unter den aktivsten Schweizer Patentanmeldern
  • Waadt erneut Kanton mit den meisten Anmeldungen
  • Insgesamt mehr als 174 000 Patentanmeldungen beim EPA; bedeutende Steigerung aus Europa, verlangsamtes Wachstum aus China
  • EPA-Präsident António Campinos: „Als herausragender Innovationsstandort gehört die Schweiz bei Patentanmeldungen zu den Wachstumstreibern in Europa“

Die Zahl der Patentanmeldungen aus der Schweiz beim Europäischen Patentamt (EPA) ist 2018 um 7.8 % auf den neuen Höchstwert von 7 927 gestiegen (2017: 7 354). Dies geht aus dem veröffentlichten Jahresbericht 2018 des EPA hervor. Es ist die stärkste Wachstumsrate seit 2010. Während die Schweiz 2017 noch unter der Wachstumsrate der EU-Staaten lag, lag die Zunahme 2018 mehr als doppelt so hoch wie der EU-Durchschnitt von 3.8 %.

Die Schweiz war auch erneut das Land mit den meisten europäischen Patentanmeldungen pro Million Einwohner. Mit 956 Patentanmeldungen erreichte die Zahl 2018 einen neuen Höchstwert (von 884 im Jahr zuvor), wodurch sich der Abstand zu den Niederlanden (2., 416 Anmeldungen), weiter vergrösserte. Auf Platz 3 folgt Dänemark (411), vor Schweden (403), Deutschland (332) und Finnland (312). Der EU-Durchschnitt lag bei 139 Anmeldungen pro Million Einwohner (2017: 134 Anmeldungen).

Die Gesamtzahl der Patentanmeldungen beim EPA stieg 2018 um 4.6 % auf 174 317. Die Anmeldungen aus China stiegen um 8.8 %, der niedrigsten Wachstumsrate seit fünf Jahren. Die fünf grössten Anmeldestaaten waren die USA, Deutschland, Japan, Frankreich und China, gefolgt von der Schweiz auf Platz 6.

„In Bezug auf Patente zeigte die Schweiz 2018 sehr starkes Wachstum“, sagte EPA-Präsident António Campinos. „Bei Patentanmeldungen pro Einwohner hebt sie sich sehr deutlich von den anderen europäischen Staaten ab. Dies unterstreicht das herausragende Innovationspotential des Landes, das gemessen am Wachstum der Patentanmeldungen weiter steigt. Studien belegen klar den Nutzen von schutzrechtsintensiven Industrien für die Volkswirtschaft hinsichtlich Beschäftigung, Wirtschaftswachstum und Export.“

Roche mit den meisten Patentanmeldungen

Bei den Patentanmeldungen blieb Roche das vierte Jahr in Folge das anmeldestärkste Schweizer Unternehmen beim EPA (651 Anmeldungen), vor ABB (571), Nestlé (382), und Novartis (305). Unter den Top 25 der Schweizer Anmelder fanden sich zum dritten Mal in Folge auch drei Universitäten, wobei die ETH und die EPF Lausanne die Plätze tauschten und die ETH mit 80 Anmeldungen auf Platz 13 vorrückte, vor der EPF Lausanne mit 66 Anmeldungen auf Platz 17 und der Universität Zürich mit 55 Anmeldungen auf Platz 21.

Novartis, Roche, ABB mit Spitzenpositionen im weltweiten Vergleich

In den zehn Technologiefeldern mit den meisten Patentanmeldungen beim EPA belegten Novartis, Roche und ABB auch im Vergleich mit Unternehmen aus anderen Ländern Spitzenpositionen. In der Biotechnologie war Roche die Nr. 1, Novartis die Nr. 10. Im Bereich der Arzneimittel belegten Novartis Platz 2 (nach dem Inserm) und Roche Platz 4. In der organischen Feinchemie war Roche die fünftgrösste Patentanmelderin beim EPA, vor Syngenta auf Platz 6. Im Technologiefeld „Elektrische Maschinen und Geräte, Energie“ rangierte ABB nach LG, Siemens und Philips auf Platz 4.

Anteil der Messtechnik an Schweizer Patentanmeldungen bei 10%

Gemessen an der Zahl der Patentanmeldungen waren die vier wichtigsten Technologiefelder der Schweiz die Messtechnik (10 % aller Patentanmeldungen aus der Schweiz), die Medizintechnik (9.5 %), sowie die Bereiche Verpackungs- und Transportsysteme und ‚Elektrische Maschinen und Geräte, Energie‘ – beide Bereiche kamen auf einen Anteil von jeweils 7 %. Das höchste Wachstum gegenüber dem Vorjahr gab es bei Konsumgütern (+34 %), Arzneimitteln (+30 %) und Medizintechnik (+25 %).

Waadt führend unter den Kantonen – vor Zürich und Basel-Stadt

Bei den Patentanmeldungen nach Kantonen behauptete die Waadt ihren Spitzenplatz mit einem Anteil am Total der Anmeldungen aus der Schweiz von 15.1% (+1.2 % mehr Patentanmeldungen). Es folgten Zürich mit einem Anteil von 12.8% (+7.3 %) und Basel-Stadt mit einem Anteil von 12.4 % (+3.7 %). Die drei Kantone vereinigten somit rund 40 % des Patentanmeldeaufkommens aus der Schweiz beim EPA auf sich (gegenüber 42 % im Vorjahr). Auf Platz 4 lag der Kanton Aargau mit einem Anteil von 10.4 % (+0.7 %) und auf Platz 5 der Kanton Neuchâtel mit einem Anteil von 9.9 % (+27.8 % mehr Anmeldungen).

Wachstum auch aus anderen Ländern Europas

Auf Länderebene konnten die meisten Länder Europas beim EPA grössere Wachstumsraten verzeichnen, mit Ausnahme Frankreichs (-2.8 %) und Finnlands (-3.8 %). Neben der Schweiz stiegen die europäischen Patentanmeldungen auch aus Italien +0.9 %, Niederlande +1.4 %, Österreich +3.8 %, Deutschland +4.7 %, Spanien +6.3 %, Schweden +7.1 %, Grossbritannien +7.8 %, Belgien +9.7 %, Dänemark +14.4 %.

Website: www.epo.org

Innovationsförderung und Standortpromotion – BaselArea.swiss

33 neu angesiedelte Firmen schaffen hunderte Arbeitsplätze in der Region Basel

 

Die Innovationsförderung und Standortpromotion BaselArea.swiss hat 2018 beachtliche Erfolge feiern können. 33 Firmen konnten davon überzeugt werden, in die Wirtschaftsregion Basel zu expandieren. Das sind sieben mehr als im Vorjahr. Die neu angesiedelten Firmen wollen in den kommenden Jahren mehr als 430 Arbeitsplätze schaffen. Vielversprechend entwickelte sich neben der Standortpromotion auch die Innovationsförderung. So hat BaselArea.swiss im vergangenen Jahr 72 Unternehmensgründungen gefördert sowie die Zahl der Beratungen für Unternehmen mehr als verdreifacht.

 

Die Anstrengungen von BaselArea.swiss in der gemeinsamen Innovationsförderung und Standortpromotion der Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Jura machen sich weiter bezahlt. Im vergangenen Jahr hat BaselArea.swiss dafür gesorgt, dass 33 Firmen Geschäftstätigkeiten neu in die Wirtschaftsregion Basel verlagert haben. Das sind sieben mehr als im Vorjahr. 16 Firmen sind aus Europa zugezogen, neun davon aus Deutschland. Zudem hat BaselArea.swiss sechs Schweizer Unternehmen bei der Suche nach einem geeigneten Standort in der Region Basel unterstützt.

 

Unter den neu angesiedelten Firmen sind 19 in den Life Sciences und in der Chemiebranche tätig. Hervorzuheben sind insbesondere Skyhawk Therapeutics aus den USA und BeiGene aus China. Das globale Pharmaunternehmen aus Peking eröffnete in Basel seinen europäischen Sitz. Insgesamt haben die neu im Wirtschaftsraum Basel ansässigen Firmen bereits 139 Arbeitsplätze geschaffen, 296 weitere haben die Unternehmen für die kommenden Jahre in Aussicht gestellt. Das grosse Interesse an der Region Basel als Firmenstandort zeigte sich ausserdem an den über 400 Beratungen im In- und Ausland sowie den 67 Besuchen von Investoren und Unternehmensdelegationen, die BaselArea.swiss 2018 organisiert hat.

 

Starkes Engagement in der Innovation

 

Neben der Standortpromotion hat sich auch das zweite Standbein von BaselArea.swiss, die Innovationsförderung, überaus erfreulich entwickelt. 72 Start-ups wurden von BaselArea.swiss bei der Gründung unterstützt, womit sich die Zahl der Unternehmensgründungen gegenüber dem Vorjahr um neun erhöhte. Es handelte sich dabei primär um Firmen in den Branchen Life Sciences und ICT.

 

Eine deutliche Zunahme zeigte sich bei der Nachfrage nach Beratung und Mentoring. 556 Mal haben Unternehmen diese Dienstleistung von BaselArea.swiss in Anspruch genommen, was im Vergleich zum Vorjahr mehr als einer Verdreifachung entspricht. Grosser Beliebtheit erfreuten sich auch die Veranstaltungen von BaselArea.swiss, an denen rund 6’000 Teilnehmenden eine Plattform geboten wurde, um sich zu vernetzen und neue Ideen zu generieren.

 

Ausserdem hat BaselArea.swiss seine drei Initiativen weiter ausgebaut: Im Bereich Healthcare Innovation hilft «DayOne» mit, dass sich vielversprechende Start-ups rasch entwickeln und dazu beitragen, Basel als weltweit führenden Standort für Gesundheitsinnovationen zu etablieren, im Bereich Therapeutic Innovation beschleunigt «BaseLaunch» die Entwicklung innovativer Start-ups, indem unter anderem finanzielle Unterstützung offeriert wird, und im Bereich Industrial Transformation bietet die «Industry 4.0 Challenge» Jungunternehmen und KMUs eine Plattform, ihre digitalen Lösungen in der Produktionstechnologie vorantreiben zu können.

Neue Impulse für die Schweiz mit Sasserath Herrmann Baumann Plus AG

Unternehmen ganzheitlich und nachhaltig in die Zukunft führen. Ein klares Versprechen, mit dem die neue Marken- und Transformationsberatung Sasserath Herrmann Baumann Plus AG in Zürich an den Start geht. Als Impulsgeber an der Schnittstelle von Marke, Kultur, Innovation und Kundenerlebnis, will sie Schweizer Unternehmen voranbringen.

Die Gründer vereinen reichlich Erfahrung und Renommée: die beiden Zürcher Marken- und Transformationsexperten Alex Herrmann (43) und Tobias Baumann (40) sammelten in den letzten 15 Jahren vielseitige Erfahrungen in der Entwicklung und Implementierung von Marken-, Kommunikations- und Innovationsstrategien. Gemeinsam mit ihrem Mitgründer, dem Berliner Entrepreneur und international bekannten Markenpionier Marc Sasserath (52), werden sie zukünftig Schweizer Unternehmen bei den anspruchsvollen und vielschichtigen Herausforderungen der Markenführung und Transformationsgestaltung begleiten. Dabei verbinden sie lokale Marktkenntnisse mit einer internationalen Perspektive.

„Ein Traum wird wahr. Die Gründung der eigenen Beratung ist etwas ganz Besonderes. Und wenn es dann noch gelingt, alte Weggefährten und einzigartige Experten für dieses Vorhaben zu gewinnen, ist das eine grossartige Ausgangslage. Nach zahlreichen Stationen im In- und Ausland war für mich der Moment gekommen, in der Schweiz einen etwas anderen Beratungsansatz zu etablieren. Einen Beratungsansatz, der den heutigen und zukünftigen Herausforderungen von Unternehmen besser gerecht wird“, freut sich Alex Hermann, Gründer und Managing Partner von SHB+.

„Auch die Unternehmen in der Schweiz müssen sich dem Wandel stellen und Wege finden, um zukunftsfähig zu bleiben. Dabei gilt es den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und Komplexität zu reduzieren. Ein ideales Instrument hierfür ist die Marke. Sie dient in Transformationsprozessen als Projektionsfläche für die Lösungsfindung und als Leitstern für die Implementierung. Dementsprechend nimmt die Marke in unserer Arbeit eine zentrale Stellung ein – auch wenn das Wirkungsfeld von SHB+ klar darüber hinausgeht“, so Tobias Baumann, Gründer und Managing Partner von SHB+.

„Die Schweiz ist einer der attraktivsten Märkte weltweit und das Zuhause zahlreicher aussergewöhnlicher Marken. Einige davon durfte ich bereits beraten und so die Schweiz kennen und schätzen lernen. Mit meinen Partnern Alex Herrmann – mit dem ich in der Vergangenheit lange zusammengearbeitet habe – und Tobias Baumann möchte ich für Schweizer Unternehmen ein relevantes und besonderes Angebot gestalten und ihnen Zugang zu einem Ökosystem an einzigartigen Partnern und Kompetenzen ermöglichen. Damit Unternehmen, die von Sinn und dem Wunsch nach Impact getrieben sind, erfolgreich sein können“, sagt Marc Sasserath, Gründer und Chairman von SHB+.

Alex Herrmann, Managing Partner SHB+

Die Vielfalt ganzheitlicher Markenführung ist für Alex Herrmann Programm. Im Ausland und in der Schweiz sammelte er Erfahrungen in der strategischen und operativen Markenentwicklung. Er war unter anderem Markenberater bei Publicis Sasserath, Strategischer Planer bei Wirz/BBDO und Chefstratege von MetaDesign und arbeitete für Kunden wie e.on, FC. St. Pauli, Ikea, Migros, Die Mobiliar, B. Braun, Carl F. Bucherer oder Swisscom. Seine Expertise gibt der Schweizer nicht nur im Beratungsalltag, sondern auch als Referent und Coach weiter. Er ist Studienleiter des CAS Markenmanagement und Kommunikation an der Universität Bern und lehrt regelmässig an Hochschulen.

Tobias Baumann, Managing Partner SHB+

Als interdisziplinärer Stratege bewegt sich Tobias Baumann gekonnt an den Schnittstellen von Geschäftsentwicklung, Marke, Marketing und Kommunikation. Vom Business Development und Produktmanagement eines Technologieunternehmens wechselte er auf Beratungsseite und begleitet seither grosse und mittelständische Unternehmen in strategischen Fragestellungen. Der Schweizer war unter anderem viele Jahre als Stratege bei Jung von Matt und bei Scholz & Friends tätig und war zuletzt Mitglied der Geschäftsleitung von Hotz Brand Consultants. Er arbeitete für Kunden wie Coca Cola, Credit Suisse, Generali, Gübelin, SRF, Emmi, Socar, Sunrise, UPC und USM Haller.

Marc Sasserath, Chairman SHB+

Der Unternehmer, Markenstratege und klinische Organisationspsychologe ist CEO und Gründungspartner der Markenberatung Sasserath Munzinger Plus mit Offices in Berlin und Mailand sowie Chairman von SK+ Sasserath Kienbaum Plus in London. Zuvor war er u.a. Executive Chairman der UDG United Digital Group, CEO und Gründer der Publicis Sasserath Brand Consultancy oder Strategiechef von McCann-Erickson und von BBDO. Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit ist er u.a. als Beirat von betterplace.org, als Partner und Mentor des Axel Springer und Porsche Accelerators APX, der Initiative IWIL und von Henkel X tätig. Der INSEAD und HEC-Absolvent ist heute Affiliate Professor für Entrepreneurship an der ESCP Wirtschaftshochschule Berlin/ Paris.

Über Sasserath Herrmann Baumann Plus

Was wir tun: Wir sind Sasserath Herrmann Baumann Plus oder kurz: SHB+. Als Marken- und Transformationsberatung machen wir Ihr Unternehmen beziehungs- und zukunftsfähig. Wir helfen Ihnen dabei, Potenziale zu erkennen, Klarheit zu schaffen und Veränderung voranzutreiben. Hierfür arbeiten wir als Impulsgeber an der Schnittstelle von Marke, Kultur und Innovation. Agil und zielgerichtet. Anspruchsvoll aber unkompliziert. Damit Strategien greifen und Massnahmen Wirkung zeigen. Ganz gleich, wie gross oder klein das Unternehmen ist. Und ob sie hier in der Schweiz oder weltweit agieren.

Unser Ökosystem: Von Strategie und Research, über Organisationsentwicklung und Technologie bis zu Design und Kreation: Je nach Bedarf ergänzen wir unser Team und arbeiten in unterschiedlichen Konstellationen. Auf Wunsch finden wir in unserem Netzwerk und unseren Schwesterfirmen Sasserath Munzinger Plus in Berlin und Mailand sowie Sasserath Kienbaum Plus in London, die richtigen Experten, um Unternehmen voranzubringen. Experten, die unter anderem für Marken wie Bahlsen, L’Oréal, Deutsche Telekom, Porsche Design, Penny/REWE Group, Nürnberger Versicherung, APX, betterplace.org oder den FC St. Pauli arbeiten.

Website: www.shbplus.com

10 Gewinner der Venture Leaders Life Sciences bereiten sich auf Roadshows in Boston und der Schweiz vor!

Zehn neue Startups wurden für das Venture Leaders Life Sciences Team 2019 ausgewählt. Das Team, bestehend aus den vielversprechendsten Life-ScienceStartups der Schweiz, wird eine intensive einwöchige Roadshow in Boston absolvieren. Am 11. April haben Sie die Möglichkeit das Team bei der Startup Champions Seed Night persönlich kennen zu lernen.

Auf den Spuren von Startups wie Insphero, Covagen und AMAL Therapeutics, wird das neue Venture Leaders Life Sciences Team die besten Schweizer Biotech- und Medtech-Startups präsentieren, im April in Lausanne und im Juni in Boston. Die Region
Boston, bekannt als eines der weltweit größten Life-Science-Zentren, gilt als ideales Sprungbrett für ambitionierte Startups auf dem Weg zur globalen Expansion.
Venturelab führt zum 26. Mal das Schweizer Startup-Nationalteam ins Ausland. Die Gründerinnen und Gründer werden während einer intensiven Woche vor wichtigen US-Investoren pitchen und Führungskräfte und Experten aus der Biotech- und Medtech-Branche treffen.

Zukunftsweisende Technologien, Arzneimittelresistenz als Schlüsselthema 2019

Die Startups, ausgewählt aus 60 Bewerber von einer Jury bestehend aus Investoren und Experten, haben bahnbrechende, neue Technologien in verschiedenen Bereichen entwickelt. Dazu gehören präzisere Diagnosemethoden, bessere Behandlung von Krebserkrankungen, Instrumente für sicherere Operationen und neue Möglichkeiten, körperliche und geistige Narben zu heilen, die nach Unfällen oder Operationen entstehen. Bemerkenswert ist in diesem Jahr, dass drei der teilnehmenden Startups sich mit neuen Ansätzen zur Bekämpfung von Arzneimittelresistenzen befassen.

„Ich bin sehr zufrieden mit der Auswahl der Startups für dieses Jahr. Es ist eine beeindruckende Zusammenstellung an Spitzentechnologien, und ich bin zuversichtlich, dass unsere US-Partner die Qualität des Teams erneut schätzen werden,“ sagte Jordi Montserrat, Geschäftsführer von Venturelab. „Das Team umfasst auch drei Gründerinnen und CEOs, was den Trend der Vorjahre bestätigt, dass mehr Frauen Startups nicht nur beitreten, sondern auch Führungspositionen übernehmen.“

Venture Leaders Life Sciences war ein „einzigartiges Programm, welches uns enorm half, InSphero weiter zu bringen. Ich kehrte mit einer Menge guter Kontakte und einer viel klareren Vision zurück, wie ich mein Unternehmen führen soll und wie wir den US-Markt angehen müssen. Ein Muss, wenn man ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen möchte,“ sagte Jan Lichtenberg, Vorstandsvorsitzender und Mitbegründer der InSphero, die für ihre Plattform zur Entwicklung von Medikamenten Investitionen in der Höhe von 35 Millionen Dollar eingesammelt hat.

Venture Leaders Life Sciences 2019 wird von Venturelab organisiert und unterstützt von der EPF Lausanne, ETH Zürich, EY Entrepreneur des Jahres, Hansjörg Wyss, Kanton Zürich, Kellerhals Carrard, Paul-Scherrer-Institute, swissnex Boston, Kanton de Vaud, und Ypsomed.

Venture Leaders Life Sciences Gewinner 2019

4D Lifetec AG | Arne-Christian Faisst | www.4dlifetec.com
Unzuverlässige Tumorerkennung führt zu unspezifischen Therapien. 4D Lifetec entwickelt ein schnelleres, günstigeres und präziseres Prüfwerkzeug, um Lungen- und Prostatakrebs früher zu erkennen. Das Liquid Biopsy Assay Device des Startups befindet sich derzeit in der klinischen Prüfung.

Juvabis AG | Sven Hobbie | www.juvabis.com | ETH Zürich
Arzneimittelresistente Bakterien stellen eine Bedrohung für die moderne Medizin dar. Juvabis, ein Startup, welches aus einer Zusammenarbeit der ETH und der Universität Zürich entstanden ist, bereitet sein neues, kleinmolekulares Antibiotikum in diesem Jahr für klinische Studien am Menschen vor.

Medyria AG | Mauro Sette | www.medyria.com
Aneurysma-Reparaturen verhindern, dass aufgeblähte Blutgefäße auf gefährliche Weise platzen. Diese lebenswichtigen Interventionen können jedoch schädliche Nebenwirkungen haben. Der Sensor von Medyria misst mit Hilfe der Blutflussgeschwindigkeit die Position eines Katheters und reduziert so das Risiko von Wirbelsäulenverletzungen während solcher Operationen.

Pattern BioSciences AG | Yaakov Benenson | www.patternbio.com | ETH Zürich
Entwicklung komplexer Medikamente, welche die Wirksamkeit von Krebsbehandlungen erhöhen, indem sie auf Kombinationen von Molekülen anstelle von Einzelmolekülen abzielen. Das führende Produkt des Startups zur Behandlung von Leberkrebs befindet sich in der präklinischen Entwicklung.

Positrigo AG | Jannis Fischer | www.positrigo.com | ETH Zürich
Weltweit sind 50 Millionen Menschen von Alzheimer betroffen. PET-Scanner können Proteine, die mit der Krankheit in Verbindung stehen, 20 Jahre vor dem Auftreten der kognitiven Effekte aufdecken. Positrigos Scanner reduziert die Kosten dieser PET-Scanner um das Zehnfache und macht das vorsorgliche Scannen möglich.

Resistell AG | Danuta Cichocka | www.resistell.com | EPF Lausanne
Entwicklung eines Diagnosegeräts zur 10- bis 100-fach schnelleren Identifizierung des besten Antibiotikums zur Behandlung einer spezifischen Infektion. Dadurch können Kosten von Krankenhausinfektionen reduziert und die Antibiotikaresistenz verlangsamt werden, indem Infektionen beim ersten Mal mit dem richtigen Antibiotikum behandelt werden.

Scailyte AG | Peter Nestorov | www.scailyte.com | ETH Zürich
Die Einzelzellanalyse ist darauf ausgerichtet, ein Schlüsselinstrument in der biomedizinischen Forschung zu werden. Derzeit kann die Industrie nicht alle Daten aus hochkomplexen Einzelzellen extrahieren. Scailyte entwickelt KI-basierte Datenanalytik, um Forschung, Wirkstofffindung und Präzisionsdiagnostik zu verbessern.

Synendos Therapeutics | Andrea Chicca | Universität Bern
Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen und anderen neuropsychiatrischen Störungen durch Modulation eines neuen Ziels. Synendos Produkt stellt die natürliche Gehirnfunktion wieder her, indem der Endocannabinoidtransport durch die Zellmembranen gehemmt wird. Eine effektive, bahnbrechende Therapie.

TOLREMO Therapeutics AG | Stefanie Flückiger-Mangual | www.tolremo.com | ETH Zürich
Krebsmedikamente verlieren mit der Zeit oft ihre Wirksamkeit, was die Behandlung von Tumoren, die einer Weiterbehandlung bedürfen, schwierig macht. Die neuen Moleküle von TOLREMO vernichten zu Beginn einer Therapie behandlungsresistente Krebszellen und können mit bestehenden Medikamenten kombiniert werden.

Volumina Medical SA | Amélie Béduer | www.volumina-medical.ch | EPF Lausanne
Entwicklung eines injizierbaren Gerüsts, das dem Körper hilft, sich nach einer Operation
wiederaufzubauen. Ermöglicht die natürliche Rekonstruktion von Weichteilen sowie von Drüsen-, Binde- und Stützgewebe. Das erste Produkt wird der rekonstruktiven Therapie von Frauen nach einer Mastektomie dienen.

Merken Sie sich den Termin für die Startup Champions Seed Night vor: 11. April 2019
Treffen Sie das Venture Leaders Life Sciences 2019 Team an der EPF Lausanne am 11. April.

Die von EPFL Alumni, EPFL Innogrants und Venturelab gemeinsam organisierte Veranstaltung stellt das Venture Leaders Life Sciences Team und zehn weitere vielversprechende EPFL-Startups vor. Von 17.00 bis 21.00 Uhr findet im Rolex Learning Center Forum eine Startausstellung mit anschliessendem Pitch-Wettbewerb statt.

Keynote-Speaker Steve Anavi, Mitbegründer und Präsident von Qonto, und Madiha Derouazi, Geschäftsführerin und Gründerin von AMAL Therapeutics, werden erzählen, wie sie es von der EPFL zur Einsammlung von zehn Millionen Dollar Risikokapital geschafft haben.

Treffen Sie 20 Weltklasse-Startups während der Messe und stimmen Sie während des PitchWettbewerbs für Ihr Lieblings-Startup ab.

Für weitere Informationen: www.venturelab.ch/startup-champions-seed-night
Verfolgen Sie die Startup Champions Seed Night und die Venture Leaders Life Sciences Roadshow vom 9. bis 15. Juni auf Social Media mit den Hashtags #Champsnight und #VleadersLifeScience.

Über Venture Leaders
Die «Venture Leaders – die Mitglieder der Schweizer Startup Nationalmannschaften – haben ein klares Ziel. Sie verstehen sich als globale Player und wollen den ersten Schritt zu ihrer globalen Expansion machen.

Venturelab verfügt über 19 Jahre Erfahrung, die besten Schweizer Unternehmer ins Zentrum der Technologie-Hotspots zu bringen: Silicon Valley, New York, Boston, Peking, Shanghai, Shenzhen und Hongkong. Die Unternehmen der 360 Venture Leaders Alumni haben mehr als 3’500 Arbeitsplätze geschaffen und mehr als 1,4 Milliarden Franken
Kapital eingesammelt.

Ehemalige Venture Leaders Teilnehmer: www.venture-leaders.ch/venturel-leaders-alumni

 

 

 

Das Werkzeug und seine Erfinder

Die Geschichte der Werkzeugnutzung und Werkzeugherstellung durch Menschen beginnt vor ca. 2,4 Millionen Jahren. Im Verlauf der Steinzeit wurden sehr viele der heute noch üblichen Werkzeuge entwickelt und erfunden.

Der schwedische Erfinder Johan Petter Johansson gründete 1886  die Mechanische Werkstatt von Enköping, in der er sich auch als Erfinder betätigte. Der am 11. Mai 1892 patentierte „Engländer“ war jedoch nicht das einzige verstellbare Werkzeug, das Johansson entwickelt hat. Auch die Rohrzange stammt aus seiner Erfinderwerkstatt in Enköping. Er meldete insgesamt über 100 Patente an. 

Eine Rohrzange oder Schwedenzange ist eine Zange, bei der die Größe des Mauls über ein Gewinde an einem der Schenkel eingestellt wird. Die Rohrzange ist eine Zange für das Arbeiten an Rohren sowie den bei der Rohrinstallation verwendeten Befestigungselementen wie Muffen. Sie ist das klassische Werkzeug für die Sanitärinstallation und den Heizungs- und Lüftungsbau.

Sie ist Gesenkgeschmiedet. Selbstklemmend durch die Verzahnung entgegen der Drehrichtung. Stufenlos verstellbar.

Der patentierte „Engländer“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung für alle Arten von verstellbaren Schraubenschlüsseln, insbesondere für solche mit nur einseitig vorhandenem Maul (im Gegensatz zum Franzosen mit Doppelmaul). Im engeren Sinne ist der Engländer ein verstellbarer Schraubenschlüssel, bei dem die Verstellung der Schlüsselweite über eine Gewindespindel im Werkzeugschaft erfolgt. Bezüglich der Haltbarkeit und Qualität über Jahre sind Maulschlüssel und Ringschlüssel dem Engländer überlegen, weil es keine beweglichen Teile gibt. Allerdings lassen sich verstellbare Schraubenschlüssel auch für (Sechskant-)Schrauben verwenden, für die kein passender Schlüssel greifbar ist. 

Durch den Ringschlüsselkopf mit Ratschensystem und Gabelschlüssel in einem Werkzeug wird das Anziehen und Lösen von Verschraubungen 10x schneller möglich als mit herkömmlichen Schlüsseln.

Diese zwei Helferlein sind nur zwei geschichtliche Beispiele der Erfindungen welche unsere tägliche Arbeit erleichtern und uns ermöglichen etwas Neuen zu erschaffen oder zu reparieren!

Ob wir Schrauben, Hämmern, Schleifen, Bohren, Trennen oder Sägen – die neuen Werkzeuge aller Art von engelbert strauss stehen uns für jeden Einsatzzweck bereit. Zusätzlich zur Ihrer Berufskleidung, im vergangenen Jahr brachte das kreative Unternehmen aus der Handwerksbranche seine erste eigene Werkzeug-Kollektion auf den Markt. Es war sehr wichtig dass die Erfolgsfaktoren Robustheit, Nutzerkomfort und Funktionalität vom geschmeidigen Outfit auf die Werkzeug-Highlights zu übertragen, was Ihnen auch sehr gelungen ist.

Es ist gut zu Wissen wo der Hammer hängt!

 

Geräte für frische Luft

Klimawandel, durch Verkehr und Industrie verdreckte Luft: Der Mensch atmet täglich eine enorme Menge an Schmutz wie etwa Feinstaub ein. In der Schweiz ist die Luftqualität zwar recht gut, doch weltweit herrschen alarmierende Zustände. Es ist also nicht verwunderlich, dass es immer mehr Erfindungen zur Verbesserung der Luftqualität gibt. Einige davon kommen aus der Schweiz.

Luftreiniger und Luftwäscher

Geräte, die die Luft in Innenräumen verbessern, kennen die meisten. Firmen wie IQAir oder Venta, die seit Jahren auch in der Schweiz angesiedelt sind, produzieren praktische Luftreiniger und Luftwäscher. Die Technik ist so simpel wie genial. Luftreiniger sind mit verschiedenen Filtern ausgestattet und funktionieren folgendermassen:

  • Sie saugen Schmutzpartikel an,
  • reinigen diese oder fangen sie auf
  • und entlassen frische, saubere Luft.

Zu den häufigsten Filterarten zählen die sogenannten HEPA-Filter. Deren Filterspektrum umfasst kleinste Partikel, Viren und Bakterien. Die Technologie hinter den Filtern kommt aus der Weltraumforschung. Zusätzlich zu den effektiven HEPA-Filtern verfügen die meisten Reiniger über

  • einen Aktivkohlefilter zur Absorption von Partikeln und Gasen,
  • einen UV-Filter zur Neutralisation von Viren und Bakterien
  • sowie über einen Ionengenerator, der eine Vielzahl an Schadstoffen sammeln kann.

Neben den Reinigern gibt es auch sogenannte Luftwäscher. Sie filtern nicht nur Schmutz aus der Luft, sondern sorgen gleichzeitig für eine angemessene Luftfeuchtigkeit im Raum. Die Geräte verfügen meist über eine Wasserwanne, in der einige Schmutzpartikel durch den Wasserfilm gebunden und anschliessend in der Wanne gereinigt werden. Im Inneren der Luftwäscher befinden sich Rotorblätter, die einen dünnen Wasserfilm an sich binden und durch die Rotation an die Luft abgeben.

Mobile Messgeräte

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben pro Jahr eine halbe Million Menschen vorzeitig an den Auswirkungen der Luftverschmutzung. Vor allem in Ländern wie China ist die Verschmutzung sehr hoch. Viele moderne Luftreinigungssysteme werden deshalb speziell für den chinesischen Markt entwickelt. So auch die sogenannte Oxybox und das Laser-Ei, beides Erfindungen des Waadtländers Liam Bates. Der Schweizer wohnt in China und war dort zunächst als TV-Persönlichkeit für Reisereportagen bekannt. Die schlechte Luft im Land und die Asthma-Erfahrung seiner Ehefrau veranlassten ihn zur Erfindung kleiner Luftreinigungs- und Messgeräte.

Das von ihm entwickelte Laser-Egg ist ein kleines, mobiles Gerät, das den Feinstaubwert in der Umgebung anzeigt. Die PM2,5-Werte (Mikrogramm Feinstaub) werden durch die offiziellen Messstationen in der Region abgerufen. Da Feinstaub für das menschliche Auge unsichtbar, jedoch schädlich ist, helfen die kleinen Geräte, die aktuelle Gefahrensituation besser einschätzen zu können. So wird zum Beispiel klar, wann es notwendig ist zu lüften, wenn man mit viel Fett kocht. Was die wenigsten nämlich wissen: Schon kleinste Öltröpchen in der Luft entsprechen der höchsten Smogbelastung.

Bildrechte: Flickr Air Quality Egg Smart Citizens CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Die Sackkarre: Geniale Erfindung mit langer Geschichte

Die meisten Erfindungen, die wir heutzutage verwenden, ohne gross darüber nachzudenken, wirken auf den ersten Blick simpel und naheliegend – sei es die Glühbirne, Teflon oder Papier. Doch so einfach diese Ideen scheinen, so genial sind sie – und vor allem praktisch. So wie auch die Sackkarre. Mit ihr lassen sich selbst schwerste Güter mit deutlich weniger Aufwand und Muskelkraft transportieren. Woher kommt die Sackkarre eigentlich und was macht sie so effizient? Wir erklären es.

Physikalische Kräfte am Werk

Die Sackkarre macht sich zwei physikalische Entdeckungen zunutze: Die Hebelwirkung und das Rad. So ist die Kraft, die zum Heben von Gewichten aufgewendet werden muss, immer abhängig von der Länge des Weges zwischen Ladung und Hebelpunkt. Daher wurde bei der Sackkarre der Hebeldrehpunkt direkt in die Radnabe gelegt. Diese Konstruktion erleichtert es Menschen, schwere Gewichte anzuheben. Gleichzeitig ist es dank der integrierten Räder möglich, die Waren zu transportieren.

Angesichts dieser Praktikabilität verwundert es nicht, dass die Sackkarre in Lager und Logistik, aber auch in Bereichen wie dem Umzugsservice zu einem unverzichtbaren Helfer geworden ist. So lassen sich beim Zügeln mehrere Kartons gleichzeitig und beinahe mühelos transportieren. Dadurch sparen Helfer enorm viel Kraft und schonen ihren Rücken. Nicht verwunderlich also, dass auch professionelle Umzugsunternehmen wie MoveAgain in ihrem täglichen Geschäft auf sie zurückgreifen.

Eine Erfindung aus der Antike

Doch die Sackkarre ist keineswegs eine neue Erfindung. Schon in der Antike nutzten die Menschen die Vorläufer des Transporthelfers, um beispielsweise schwere Mehlsäcke zu bewegen. Zu Beginn waren die Karren mit massiven Holzrädern ausgestattet, später wurden diese aus massivem Gusseisen gefertigt, um noch schwerere Lasten tragen zu können. Neben dem Einsatz auf dem Land wurden Sackkarren bevorzugt in Häfen eingesetzt, um die Arbeit der Hafenarbeiter zu erleichtern. So konnten erstmals Schüttgüter wie Kaffee oder Salz bequem transportiert werden; das machte das Schleppen schwerer Säcke überflüssig. Dabei waren die Sackkarren schon damals enorm belastbar – historische Bildaufnahmen zeigen, dass bis zu zehn Säcke Zement transportiert werden konnten.

Insgesamt gilt: Auch wenn sich die Sackkarre über die Jahrhunderte deutlich weiterentwickelt hat, ist das ihr zugrunde liegende Konstruktionsprinzip doch unverändert geblieben. Und damals wie heute spart sie den Menschen jede Menge Arbeit, Kraft und Zeit und ist ein zuverlässiges Werkzeug.

Bildrechte: Flickr Sackkarre nikotechburg CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Smart Home in der Schweiz: Bekannt, aber kaum genutzt

Ein Zuhause, das den Alltag erleichtert. Dies wäre mit Smart Home möglich. Doch in der Schweiz steckt die digitale Vernetzung von Haushaltsgeräten noch in den Kinderschuhen. Erst 57 Prozent kennen Smart Home und nur zwei von zehn Personen nutzen ein Smart-Home-Gerät in ihrem Haushalt. Am verbreitetsten sind smarte Beleuchtungssysteme und Musikanlagen.
Die Prognose für Alexa & Co. sieht düster aus. Nur 13 Prozent der Schweizer beabsichtigen in den nächsten Monaten ein Smart-Home-Gerät zu kaufen.

Türen, die sich beim Verlassen des Hauses automatisch verriegeln und Heizungen, die sich an die Aussentemperatur anpassen. Smart Home ist in Amerika bereits Bestandteil vieler Haushalte. Gemäss einer Umfrage des amerikanischen Unternehmens Traqline nutzen 69 Prozent der Amerikaner ein Smart-Home-Gerät.
Die Schweiz ist noch weit entfernt von dieser Verbreitung. Die Handwerkerplattform Ofri befragte im Januar und Februar 201 Deutschschweizer zur Integration von Smart Home in ihrem Zuhause.

Erst 57 Prozent kennen Smart Home
Ende der Nullerjahre nahm Smart Home seine Anfänge in der Schweiz. Experten sagten dem intelligenten Wohnen grosses Wachstumspotenzial voraus. Doch den Durchbruch zur breiten Masse hat die digitale Vernetzung der Haushaltsgeräte gemäss der Umfrage von Ofri noch nicht geschafft. Nur 57 Prozent der von Ofri befragten Personen kennen Smart Home.Eigenheim-Besitzer sind affiner für das Thema. 69 Prozent sind mit dem Thema bekannt, bei den Mietern hingegen sind es nur 41 Prozent

Licht an! Smartes Beleuchtungssystem am beliebtesten
Zwei von zehn Schweizern nutzen heute ein Smart-Home-Produkt in ihrem Haushalt. Am
meisten nutzen die Schweizer vernetzte Beleuchtungssysteme, Musikanlagen und Fernseher. Während smarte Rauchmelder, Staubsauger und Waschmaschinen kaum verbreitet sind. Bei den Nutzern steht die Steigerung der Wohn- und Lebensqualität im Vordergrund. Nur je sieben Befragte haben ein Smart-Home-Produkt um die Sicherheit zu erhöhen oder Energie zu sparen.

Apple Home Kit am beliebtesten
Das beliebteste System unter den Befragten ist Apple HomeKit, gefolgt von Alexa von Amazon. Nur fünf befragte Personen nutzen Google Home. Oft kombinieren die Smart-Home-Nutzer die Systeme.

Verbraucher sehen keinen Nutzen
Auch in der nahen Zukunft stehen die Verbraucher Smart Home kritisch gegenüber. Nur 13 Prozent der Befragten planen in den nächsten zwölf Monaten ein Smart-Home-Produkt anzuschaffen. 47 Prozent sehen den Nutzen der Produkte nicht. Ein Befragter meint: «Warum soll alles automatisiert werden? Für mich ist es ein morgendliches Ritual, von Hand den Orangensaft zuzubereiten. Es muss nicht alles per Smartphone geregelt werden!» Dies geht einher mit den 23 Prozent, welche Smart Home technisch zu komplex finden. Der dritthäufigste Grund ist die Angst um die Privatsphäre (22 Prozent)Ü

Über Ofri
Das in Zürich ansässige Unternehmen Ofri betreibt seit 2011 ein unabhängiges
Handwerkerportal. Auftraggeber, wie Privatpersonen oder Verwaltungen, können auf dem
Portal einen Auftrag erfassen und erhalten in der Folge mehrere Kostenvoranschläge von
Handwerkern aus ihrer Region. Für Handwerker ist das Internetportal eine gute Möglichkeit
neue Aufträge und Kunden zu akquirieren. Die Online-Befragung wurde von Ofri im Januar und Februar 2019 durchgeführt. An der Umfrage nahmen 201 Personen aus der Schweiz teil. 44,3 Prozent besitzen ein Eigenheim und 55,7 Prozent wohnen im Mietverhältnis.


Alfred-Escher-Preis für junge Erfinderinnen und Erfinder

Am 20. Februar hätte Alfred Escher seinen 200. Geburtstag gefeiert. Die ETH Zürich verlieh aus diesem Anlass den Alfred Escher-Preis für junge Erfinderinnen und Erfinder.

«Die Schweiz braucht neugierige, erfinderische, genaue, kreative, mutige Tüftler und gute Kommunikatoren, um heute technologisch Weltspitze zu sein.» Mit diesen Worten begrüsste Detlef Günther, ETH-Vizepräsident für Forschung und Wirtschaftsbeziehungen, rund 140 Gäste im CABinett, dem Veranstaltungsraum des VSETH zur Verleihung des Alfred-Escher-Preises. Am Vorabend des 200. Geburtstages des umtriebigen Zürcher Politikers und Unternehmers, der massgeblich den technischen und wirtschaftlichen Aufbau der Schweiz voranbrachte, verlieh die ETH Zürich gestern erstmals den Alfred-Escher-Preis für junge Erfinderinnen und Erfinder.

Lernende und Gymnasiasten zwischen 17 und 20 Jahren sowie Studierende bis 25 waren aufgerufen, ihre Ideen einzureichen. Insgesamt 55 technische Innovationen wurden in den beiden Alterskategorien eingereicht.

Die Preisträger
Kategorie 1, 17 bis 20 Jahre: Jeremias Baur
edVR ist eine virtuelle Lernumgebung für die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Das Ziel der Applikation ist es, den herkömmlichen Unterricht zu erweitern und mit interaktiven, gefahrlosen Experimenten ein besseres, tieferes Verständnis des behandelten Stoffes zu erlangen.

2. Rang: Leonardo Rössler, Lichtreflektierendes Display auf Basis von Thermochrompigmenten
3. Rang: Théophile Ischer, Aquaponie

Kategorie 2, 21 bis 25 Jahre: Silvia Lama
Musa ist ein Game, welches den Musikunterricht verändern soll. Die Software erkennt die Töne eines echten Tasteninstruments und gibt sofort Feedback. Die Kinder bewegen sich musizierend durch das Spiel.

2. Rang: Yvan Monneron, Snowhaze
3: Rang: Gregory Inauen, Eurotube

Die Escher-Preis-Träger Silvia Lama und Jeremias Baur (Alle Bilder: ETH Zürich / Alessandro della Bella)

Die Kriterien
Die Jury hat die Eingaben nach diesen Kriterien bewertet:
Innovativ und mutig: Es überrascht mit neuen Lösungen, wagt sich auf neues Terrain und darf auch etwas frech sein.
Relevant und gesellschaftsorientiert: Es trifft ein gesellschaftliches Bedürfnis. Es hat das Potenzial, als Produkt oder Dienstleistung umgesetzt zu werden. Es zeugt also von Unternehmergeist. Es ist durchdacht, klar strukturiert und überzeugend präsentiert. Es hat einen Bezug zu Naturwissenschaften und Technik.

Die Jury: Detlef Günther (ETH Zürich, Vorsitz), Hans Baumgartner (Credit Suisse), Marjan Kraak (ETH Zürich), Suzanne Thoma (BKW), Roger Wüthrich-Hasenböhler (Swisscom)

390’000 Fr. für Venture Kick’s herausragende Deep Tech-Startups

Die Top-Qualität der Venture Kick-Finalisten im Januar hat dazu geführt, dass drei 130’000 Franken „Kicks“ an Schweizer Startups gingen, die Hochleistungsbekleidung ohne potenziell gefährliche Chemikalien, eine Pille zur Bekämpfung von Fettleibigkeit, und Maschinen zur Beschleunigung der sicheren und ethischen Überprüfung von Chemikalien entwickeln.

Erst zum zweiten Mal in der elfjährigen Geschichte von Venture Kick hat eine Jury bei der finalen Stufe der philanthropischen Initiative drei Gewinner ermittelt. „Die ständig wachsende Qualität der Start-up Projekte in Venture Kick macht den Selektionsprozess der Jury immer schwieriger“, sagt Beat Schillig, Co-Geschäftsführer von Venture Kick. Der Wettbewerbsprozess des Programms sieht vor, dass die Jury, bestehend aus professionellen Investoren und Branchenexperten, in dieser Phase nur zwei Gewinner auswählt.

Die erfolgreichen Start-up Projekte werden alle von Doktoranden geführt, welche wissenschaftliche Erkenntnisse von drei verschiedenen Schweizer Universitäten kommerzialisieren.

Dimpora AG, Zürich: Fluorfreie, atmungsaktive und wasserdichte Outdoor-Bekleidung
Der Trend zur Nachhaltigkeit hat auch die Outdoor-Bekleidungsindustrie erreicht. Der Performance-Laminatsektor ist ein Markt mit einem Volumen von $1,5 Milliarden, der von W. L. Gore & Associates, Inc.’s Gore-Tex-Material und Toray Industries Inc.’s Dermizax-Gewebe dominiert wird. Um die Natur aktiv und komfortabel zu erkunden, bedarf es einer Kleidung, die sowohl wasserdicht als auch atmungsaktiv ist. Bisher wurde dies mit Materialien erreicht, die mit fluorierten Verbindungen behandelt wurden, die aber für den Menschen und die Natur, potenziell schädlich sind. Die Freunde Mario Stucki und Anna Beltzung, die ihre Doktorarbeiten bei verschiedenen Chemieingenieurwesen-Forschungsgruppen der ETH Zürich gemacht haben, gründeten dimpora um dieses Problem zu lösen. Ihr Unternehmen verbindet Stuckis membrantechnisches Wissen mit Beltzung’s Verständnis der Polymersynthese: Das Ergebnis ist, dass dimpora’s Membranen wasserdicht und atmungsaktiv sind, ganz ohne den Einsatz von gefährlichen Chemikalien. Die patentierten Verfahren, die im Labor für Multifunktionale Materialen der ETH entwickelt wurden, ermöglichen eine biologische Abbaubarkeit des Materials und eine Verarbeitung ohne Nähte. Das Unternehmen wird im nächsten Monat seinen ersten Mitarbeiter einstellen und plant eine Seed Runde über 1 Million Franken im dritten Quartal dieses Jahres abzuschliessen.

Anna Beltzung und Mario Stucki von Dimpora

EraCal Therapeutics AG, Zurich: eine sicherere und wirksamere Anti-Adipositas-Pille
„Fast jeder dritte Mensch auf diesem Planeten ist entweder übergewichtig oder fettleibig“, sagt Josua Jordi, Gründer von EraCal Therapeutics. Gemäss den Statistiken der Weltgesundheitsorganisation, sind 650 Millionen Menschen fettleibig, mit einem Body-Mass-Index über 30 und 1,9 Milliarden Menschen übergewichtig, mit einem BMI über 25. Die Nebenwirkungen von Übergewicht – Typ-2-Diabetes, Depression oder Bluthochdruck – sind die gesellschaftlichen Herausforderungen, die sein Unternehmen bewältigen möchte. Das Spin-off der Universitäten Harvard und Zürich entwickelt eine Appetitzügler-Pille, die effektiver als die derzeit auf dem Markt erhältlichen Produkte sein soll. Anhand von mehreren tausend Tests an Zebrafischen, Mäusen und Ratten wurden patentierte Moleküle entwickelt die keine unerwünschten Nebenwirkungen zeigen. EraCal plant in den kommenden Monaten eine Seed-Runde, um weitere Verbesserungen an den Molekülen abzuschliessen, um ab 2021 Humanstudien durchzuführen. Die Zulassung neuer Medikamente durch die Ärzte kann Jahre dauern, und der Unternehmer kennt die Stärke seines Unternehmens: „Wir sind auf die Entdeckung neuer Wirkstoffe spezialisiert. Wir wollen unser Molekül bis zur Phase 2a entwickeln um einen Asset-Verkauf zu tätigen und uns dann auf unser nächstes Drug-Discovery-Programm konzentrieren“.

Josua Jordi von EraCal Therapeutics

Nagi Bioscience SA, Ecublens: Ersatz für Tierversuche
Täglich werden Zehntausende neuer Chemikalien entwickelt – potenzielle Medikamente oder neuartige Inhaltsstoffe für Kosmetika und Lebensmittel. Bevor der Mensch von diesen Entdeckungen profitieren kann, muss der Wirkstoff auf Toxizität und Wirksamkeit getestet werden. In vivo Tierversuche sind langwierig, teuer und ethisch bedenklich, und die In-vitro-Modellierung isolierter Zellen kann nicht vorhersagen, wie ganze biologische Systeme darauf reagieren werden. Nagi Bioscience adressiert diesen $3-Milliarden-Markt mit Hilfe von Würmern die 300’000 Mal schneller als ein Humanforscher arbeiten, sogenannten C. elegans. Erstmals in die genetische Forschung durch den Nobelpreissträger Sydney Brenner im Jahre 1965 eingeführt, wird dieses Spin-off der EPF Lausanne die Kultur, Behandlung und Analyse dieser C. elegans in einem Laborgerät automatisieren. Die Würmer sind „einfach genug, um rechtliche oder ethische Fragen zu vermeiden, und komplex genug, um relevante Antworten für die Humanbiologie zu geben. Sie bieten eine sehr gute Balance und sind daher ein beliebter Modellorganismus in der Life Science Forschung“, sagt Mitbegründer Laurent Mouchiroud. In den vergangenen sechs Monaten gewann das Team Pilotkunden aus der Pharma-, Chemie- und Lebensmittelindustrie. „Wir haben Top-Player in unseren Zielmärkten gewonnen, um unseren Bioassay-Prozess mitzugestalten, um sicherzustellen, dass unser Produkt den Bedürfnissen des Marktes entspricht.“, sagt Mitgründer Matteo Cornaglia. Das Unternehmen plant in diesem Jahr 1,5 Millionen Franken zu sammeln, um seine Maschine für die Industrialisierung vorzubereiten.

Laurent Mouchiroud und Matteo Cornaglia von Nagi Bioscience


Über Venture Kick
Die philanthropische Initiative Venture Kick stellt Seed-Finanzierungen für Schweizer Start-ups bereit. Darüber hinaus bietet es einen gut strukturierten unternehmerischen Weg zum Aufbau eines erfolgreichen Unternehmens. Start-ups treffen in jeder Phase auf Expertenjurys, um Mittel zu erhalten, direktes Feedback zu erhalten und Zugang zu einem internationalen Netzwerk erfolgreicher Unternehmer und Investoren zu erhalten. Seit der Lancierung im Jahr 2007 hat Venture Kick 600 Schweizer Start-up-Projekte mit 24,9 Millionen Franken unterstützt. Das Programm zur finanziellen Unterstützung, Ausbildung und Vernetzung hat zur Gründung von 454 Unternehmen und 6’033 Arbeitsplätzen geführt. Die Alumni-Unternehmen von Venture Kick haben insgesamt 2,5 Milliarden Franken angezogen und vertreten 55 Unternehmen, die zu den TOP 100 Swiss Start-ups 2018 gehören. Die Venture Kick Foundation wird unterstützt von Gebert Rüf Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, Hauser-Stiftung, André Hoffmann, Hansjörg Wyss, Martin Haefner, Igor Fisch, Fondation Pro Techno, Rising Tide Foundation, ESA BIC Schweiz, Engagement Migros und Swisscom.