Hochschule Luzern entwickelt KI zur Erkennung von Hautkrankheiten in Afrika

Die Hochschule Luzern (HSLU) entwickelt mit internationalen Partnern eine KI-basierte Appzur Früherkennung vernachlässigter tropischer Hautkrankheiten (Haut-NTDs) in Subsahara- Afrika. Dafür wird gezielt Bildmaterial dunkler, in bestehenden Datenbanken stark unterrepräsentierter Hauttypen erfasst und zum Training der KI verwendet. Ziel des Projekts ist es, die Diagnosen und Überwachung dieser Krankheiten in Regionen zu verbessern, in denen es an Fachpersonal für Hautkrankheiten mangelt oder der Zugang zur medizinischen Versorgung erschwert ist.

Vernachlässigte tropische Hautkrankheiten (Haut-NTDs, siehe Box) treten vor allem in ländlichen Regionen südlich der Sahara (Subsahara) auf. Sie werden häufig zu spät erkannt und können unbehandelt schwere gesundheitliche Folgen sowie Stigmatisierung nach sich ziehen. Hier setzt das Projekt «SkincAIr» an: Ein internationales Konsortium, koordiniert von der Universidad Politécnica de Madrid (Technische Universität Madrid), bringt afrikanische und europäische Partner zusammen, um solche Krankheiten gezielt zu bekämpfen. Im Zentrum des von Horizon Europe finanzierten Forschungsprojekts steht eine von der Hochschule Luzern (HSLU) entwickelte KI, die Hautveränderungen auf Smartphone-Bildern analysiert und Gesundheitsfachkräfte vor Ort bei der Diagnose unterstützt. Teil des Projekts ist auch die gezielte Erhebung von Bildmaterial für das Training der KI, da für dunklere Hauttypen bisher nur wenige Daten vorliegen.

Digitale Diagnostik für alle Hauttypen in abgelegenen Regionen

Das für das Training der KI erhobene Bildmaterial stammt aus unterschiedlichen Regionen und deckt möglichst viele verschiedene Hauttypen, Altersgruppen und kulturellen Hintergründe ab. Dadurch wird sichergestellt, dass unterschiedlichste Personengruppen gleichermassen korrekt diagnostiziert werden können.
Ein weiterer Vorteil für die abgelegenen Regionen: Die App ist als kostenfreie Software konzipiert und kann auch ohne Internetverbindung genutzt werden. Alle gesammelten Daten werden automatisch synchronisiert, sobald wieder eine Verbindung verfügbar ist.
„Unsere KI wird helfen, NTD-Hautkrankheiten früher zu erkennen, die Übertragungsrate senken und Patientinnen und Patienten schneller behandeln. Das entlastet die lokale Gesundheitsinfrastruktur und verbessert die Versorgung entscheidend,“ sagt Gil Sharvit, Projektverantwortlicher bei der HSLU. Erfolgreiche Testphase
Die SkincAIr-App wird derzeit in fünf Ländern getestet: Kenia, Senegal, Äthiopien, Nigeria und der Demokratischen Republik Kongo. Vor Ort unterstützen lokale Kliniken und Forschungseinrichtungen die Datenerhebung für die App. Bis jetzt wurden bereits über 7000 Bilder von Hautkrankheiten sorgfältig dokumentiert. Ziel ist es, die grösste offene Sammlung von Hautbildern in Subsahara-Afrika aufzubauen und sicherzustellen, dass die App in echten klinischen Situationen zuverlässig funktioniert. Dabei wird darauf geachtet, dass die App für die Gesundheitsfachkräfte vor Ort einfach zu bedienen ist.

Daten stehen allen zur Verfügung
Alle Daten werden unter Einhaltung ethischer Standards, der Verfahren zur informierten Einwilligung und strenger Anonymisierungsprotokolle weitergegeben. Sie stehen Forschenden weltweit frei zur Verfügung, mit dem Ziel, den grössten öffentlich zugänglichen Datensatz zu vernachlässigten tropischen Hautkrankheiten aufzubauen. So kann die Lösung in anderen Ländern weiterentwickelt und auf weitere Krankheiten ausgeweitet werden kann. Neben der KI liegt ein Schwerpunkt auf der Ausbildung von
Mitarbeitenden im Gesundheitswesen vor Ort, um die Versorgung zu verbessern und die Früherkennung von Hautkrankheiten langfristig zu stärken.
Neglected tropical diseases (NTD)
Vernachlässigte Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases, NTDs) sind eine Gruppe von Krankheiten, die vor allem arme Menschen in tropischen Regionen betreffen. Im Gegensatz zu AIDS oder Malaria erhalten NTDs weniger Aufmerksamkeit und Forschungsgelder. Haut-NTDs sind eine Untergruppe dieser Krankheiten, die sich durch sichtbare Veränderungen an der Haut äussern können. Dazu gehören unter anderem die durch Parasiten übertragenen Krankheiten wie Leishmaniose, Flussblindheit und Krätze.
Hintergrundinformationen und weitere Details zum Projekt finden Sie auf der Projekt-Website: https://skincair.health/ (nur auf Englisch verfügbar)

Schweizer Startup-Nationalmannschaft 2026

Zehn Schweizer Tech-Startups für Silicon-Valley-Roadshow ausgewählt

Eine Jury aus Investoren und Branchenexperten hat zehn innovative Schweizer Tech-Startups für die Schweizer Startup-Nationalmannschaft ausgewählt. Diese Startups nehmen am Venture Leaders Technology 2026-Programm teil, einer exklusiven Gelegenheit, ihre Netzwerke und ihr Business-Know-how im kommenden April im Rahmen einer Roadshow im Silicon Valley auszubauen. Das Programm wird von Venturelab in Zusammenarbeit mit DPD, EPFL, ETH Zürich, Kellerhals Carrard, Rothschild & Co sowie dem Kanton Waadt organisiert und zielt darauf ab, ihr internationales Wachstum zu beschleunigen.

Seit 2006 wählt Venturelab die Schweizer Startup-Nationalmannschaft aus. Im Rahmen der Venture Leaders Roadshows vernetzen sich Unternehmerinnen und Unternehmer mit führenden Experten, Investoren und potenziellen Kunden in den wichtigsten globalen Tech-Hubs, darunter Silicon Valley, Boston, Asien, Barcelona, London und München.

Nach der Prüfung von rund 200 Bewerbungen wählte eine Fachjury zehn Startups für die Venture Leaders Technology 2026-Roadshow im Silicon Valley aus. Das Programm bietet Unternehmerinnen und Unternehmern die Möglichkeit, ihre Expansion in die USA zu beschleunigen, Kontakte zu Branchenführern zu knüpfen und durch Investor-Pitch-Sessions sowie gezielte Workshops wertvolle Einblicke zu gewinnen.

Das Venture Leaders Programm unterstreicht die starke Präsenz der Schweiz in der globalen Tech-Startup-Szene. Die zehn ausgewählten Startups demonstrieren die führende Rolle des Landes in vielfältigen Bereichen wie der fortschrittlichen Batterieproduktion, der autonomen und drohnenbasierten Mobilität, der KI-gestützten Industrie- und Regulierungssoftware, der sicheren Authentifizierung, der Photonik sowie der Inspektionstechnologien.

„Schweizer Startups müssen sich auf globaler Ebene nicht verstecken. Jedes Jahr pitchen die Venture Leaders vor Weltklasse-Investoren, selbst im Silicon Valley. Ich freue mich auf die Roadshow und darauf, das Team bei seiner internationalen Expansion zu unterstützen“, betont Stefan Steiner, Co-Managing Director bei Venturelab.

Mohsen Falahi, CEO und Mitgründer von DAAV sowie Team Captain von Venture Leaders Technology 2025, ergänzt: „Das Venture Leaders Programm wurde einwandfrei umgesetzt. Von VC-Pitches bis hin zu Workshops zu Pricing, Skalierung und Rechtsstrategien. Jedes Element war darauf ausgerichtet, uns voranzubringen.“

Die diesjährigen Teilnehmer von Venture Leaders Technology reihen sich in eine beeindruckende Liste von Alumni ein, darunter Startups wie Lemoptix und Composyt Light Labs (von Intel übernommen), Faceshift (von Apple übernommen), HouseTrip (von TripAdvisor übernommen), Kooaba (von Qualcomm übernommen), Dacuda (von Magic Leap übernommen), Seervision (übernommen von QSC), Sevensense Robotics (von ABB übernommen) sowie die Unicorns GetYourGuide und Scandit.

Nehmen Sie am 25. Februar 2026 an der Vorstellung des Teams und der virtuellen Pitch-Session teil und verfolgen Sie die Venture Leaders Technology Roadshow vom 12. bis 17. April 2026 in den sozialen Medien unter dem Hashtag #VLeadersTech oder auf www.venture-leaders.ch/technology. Das Venture Leaders Technology 2026-Programm wird von Venturelab mit Unterstützung von DPD, EPFL, ETH Zurich, Kellerhals Carrard, Rothschild & Co und dem Kanton Waadt organisiert.

Venture Leaders Technology Startups 2026:

8inks │ Zurich │ www.8inks.com
8inks bietet eine patentierte Multi-Layer-Vorhangbeschichtungstechnologie für Batteriehersteller und OEMs. Die Lösung ermöglicht das gleichzeitige Auftragen mehrerer Schichten in einem einzigen Durchlauf und steigert die Beschichtungsgeschwindigkeit um das Zehnfache.

Avientus │ Zurich │ www.avientus.ch  
Avientus entwickelt eine vollständig automatisierte und nachhaltige drohnenbasierte Logistiklösung für dringende B2B-Lieferungen. Das System optimiert betriebliche Abläufe und reduziert gleichzeitig Kosten und Umweltbelastung.

Benetics │ Zurich │ www.benetics.ai  
Benetics entwickelt intelligente Softwarelösungen für die Bauindustrie. Die Plattform vereinfacht Prozesse, steigert die Effizienz und verbessert die Zusammenarbeit zwischen Projektbeteiligten.

Besso │ Bern │ www.besso.com
Besso bietet Unternehmen Echtzeit-Transparenz über regulatorische Anforderungen entlang ihrer Lieferketten. Die Plattform unterstützt ein effizientes Compliance-Management und reduziert regulatorische Risiken.

Futurae Technologies │ Zurich │ www.futurae.com 
Futurae schützt Unternehmenskunden mit starker, phishing-resistenter Authentifizierung. Die Lösung verhindert komplexen Online-Betrug und erhöht die Sicherheit digitaler Zugänge nachhaltig.

Loxo │ Bern │ www.loxo.ch 
Loxo entwickelt autonome Fahrsoftware für Nutzfahrzeuge im kommerziellen Einsatz. Die Technologie erhöht Sicherheit, Effizienz und Nachhaltigkeit im Bereich der urbanen Mobilität.

Matis │ Neuchâtel │ www.matis.art
Matis bietet eine skalierbare, KI-gestützte Imaging-Plattform zur Analyse der Material-DNA verschiedenster Produkte. Die Technologie ermöglicht präzise Materialcharakterisierung für industrielle Anwendungen.

NovoViz │ Neuchâtel │ www.novoviz.com
NovoViz entwickelt Single-Photon-Computing-Engines für hochsensitive Anwendungen. Die Systeme kombinieren maximale Geschwindigkeit mit minimaler Datenlast für anspruchsvolle Einsatzbereiche.

Reshape Systems │ Vaud │ www.reshape.systems
Reshape nutzt generative KI zur Optimierung von Risikoanalysen in Zertifizierungsprozessen. Die Lösung verkürzt Entwicklungszyklen und beschleunigt die Markteinführung neuer Produkte.

Talpa Inspection │ Zurich │ www.talpa-inspection.ch
Talpa entwickelt innovative Lösungen zur Korrosionsinspektion von schwer zugänglichen technischen Strukturen. Die Technologie ermöglicht präzise Analysen von beschichteten Metallobjekten in anspruchsvollen Umgebungen.

About Venture Leaders

Die Venture Leaders, Mitglieder des Schweizer Startup Nationalmannschaft, haben eine klare Vision: Sie wollen sich als globale Akteure etablieren und ihre Expansion vorantreiben. Venturelab bringt seit 20 Jahren die besten Schweizer Unternehmer in internationale Technologiezentren wie das Silicon Valley, Boston, China, London, Barcelona und München. Unternehmen, die von den 600+ Venture Leaders Alumni gegründet wurden, haben mehr als 14.000 Arbeitsplätze geschaffen und über 9 Milliarden CHF an Investitionen erhalten. Für weitere Informationen besuchen Sie www.venture-leaders.ch und finden Sie hier alle Alumni.