Rückblick Erfindermesse Iena 2010

Am 31. Oktober war der letzte Tag der internationalen Fachmesse iENA in Nürnberg. Hier wurden Ideen, Erfindungen und Neuheiten präsentiert.

Unter den Ausstellern befand sich auch ein einziger Schweizer Erfinder, Marcel Häuselmann aus Mühlrberg. Seine Erfindung ist eine Vorrichtung zum Reinigen von Backblechen.
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Reinigen von Backblechen umfassend eine
Wanne mit einem Wannenboden und Wannenwandung, wobei die Wanne so bemessen ist,
dass ein Backblech in die Wanne einlegbar ist.

Schweizer Erfinder Marcel Häuselmann und Marijan Jordan

Schweizer Erfinder Marcel Häuselmann und Marijan Jordan

Fast jede Küchenspüle ist zu klein um Backofenbleche, Anrichteplatten, Roste, Schneidebretter u.a. Grossteile zu reinigen. Ein grösseres Waschbecken wäre für 95% aller Küchen die Lösung. Die Lösung ist ein grösserer Kunststoffgeschirrkorb der mit einer gleich hohen Wanne untersetzt wird. Dies ist ein multifunktioneller Geschirrkorb der auch als Abwasch und Einweichwanne genutzt werden kann und es ist kein zusätzlicher Platzverbrauch in der Küche notwending.

iena 2010

Herr Häuselmann sucht für seine geschütze Erfindung einen Lizenznehmer welcher die Produktion und den Vertrieb übernehmen würde.

Mein Fazit zu der Messe allgemein:
Verglichen mit anderen Erfindermessen schneidet Nürnberg schlecht ab. Der Messekatalog beinhaltet die Adresse, nicht aber eine Emailadresse des Erfinders. Wie zeitgemäß und passend für eine Messe die sich rühmt hunderte Aussteller aus aller Welt zu haben. Da kann ich ja dann eine Postkarte nach Taiwan schicken.
Interessenten aus der Wirtschaft sucht man vergebens. Wie auch, ist doch die Messe mit der Consumenta gekoppelt welche sich an Endkonsumenten richtet.
Die Erfinder mit welchen ich gesprochen habe waren enttäuscht und das zu Recht.
Mein Tipp: Stellt eure Ideen kostenlos bei Patent-net (deutschsprachig) oder Inpama (englisch) ein und besucht Nürnberg für den Weihnachtsmarkt statt der IENA.

2 Gedanken zu „Rückblick Erfindermesse Iena 2010

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  2. Lieber Jordi

    Wie wir ja bereits zusammen an der Internationalen Erfindermesse in Genf festgestellt haben, kann man von diesen Messen nicht vieles erwarten. Die Erwartungshaltung ist einfach zu hoch gesteckt.Erfinder werden oft nicht sehr ernst genommen und werden vor allem in den europäischen Ländern gerne als Fantasten abgestempelt. Das Bewusstsein, – wie du bereits einmal in einem Blog – richtig zum Ausdruck gebracht hast, dass ein Erfinder ein zukünftiges Antriebsaggregat zum Ankurbeln des Wirtschaftsmotors darstellt, ist in den europäischen Ländern noch nicht inne. Solange die Wirtschaft noch einigermassen läuft und es mehr oder weniger allen gut geht, solange stellt man ein Treten vor Ort fest. Dabei muss man sich das Intelligenz-Potential der Menschheit einmal vor Augen halten, aber das wird kläglich vernachlässigt und zwar nur deshalb, weil alle und jeder dem Kapital nachrennt. Der Innovationsgeist bleibt kläglich auf der Strecke.
    Wie wir aber von der Weltgeschichte her kennen, sind zahlreiche hochstehende Kulturen untergegangen und zwar nur aufgrund der Trägheit und der Dekadenz der Menschen.
    In Tat und Wahrheit ist es aber ein Naturgesetz: Jeder Körper nimmt den Zustand des geringsten Energiehaushalts an und somit trifft dieses physikalische Gesetz auch auf die Menschheit zu. Eine Erfindung soll schliesslich bewirken, das gewisse Bewegungsabläufe einfacher und effizienter vonstatten gehen oder zur Automatisierung von Routineaufgaben beitragen.
    Ist dieser Zustand einmal erreicht, dann verfällt man in einen gewissen lethargischen Zustand und die Bequemlichkeit übermannt uns. Ein weiteres Vorwärtskommen ist somit unmöglich.
    Wenn die Wirtschaft blockiert wird, das Kapital verschwindet und an ein Wohlstand nicht zu denken ist, dann macht man aus der Not eine Tugend und versucht durch neue Innovationen die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, denn Not macht ja bekanntlich erfinderisch und dieses Sprichwort kommt ja nicht von ungefähr.
    Somit kommt auch sehr deutlich zum Ausdruck, dass eine Erfindermesse nicht etwas sehr ernsthaftes ist, denn es geht uns ja allen gut, weshalb soll man den schlafende Hunde überhaupt wecken? Oder ganz nach dem Motto: Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf.
    Soweit sind wir gekommen. Du beschreibst die IENA genau so, wie wir es bereits von der Erfindermesse in Genf her kennen: Viel Inhalt, kein Konzept und keine Substanz.
    Die Bezeichnung: “Internationale Erfindermesse” verkommt somit zur reinen Farce und man kann das Ganze nicht mehr ernst nehmen.
    Schade, es hat nur sehr wenige, die genau gleich denken wie wir.

    Liebe Grüsse

    Enrico Kränzlin

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