Neue Technik kleidet uns ein: Google Glasses und herkömmliche Jeans bekommen Konkurrenz

Am venture kick Finale in Zürich holten sich die EPFL sowie ETH Spin-offs Composyt Light Labs und Selfnation je 130’000 Franken Startkapital. Während Composyt Light Labs mit einer schlicht designten Brille die Augmented Reality ein Stück näher bringt, verschafft Selfnation Frauen mithilfe eines mathematischen Algorythmus die perfekt sitzende Jeans.

2013 war das Jahr der neuen tragbaren (“Wearables”) Mini-Computer in Brillen und Armbanduhren. Internationale Konzerne wie Google oder Samsung stellten ihre Produktneuheiten der Öffentlichekit vor. In der Schweiz hat das EPFL Spin-off Composyt Light Labs mit der tragbaren Display-Technologie für Brillen gute Chancen, den Big Playern die Stirn zu bieten.

Die Brillengläser der Zukunft
Man kennt sie bereits, die von Google entworfene Brille, welche dank einem Mini-Computer an den Bügeln, Informationen in das Sichtfeld einblenden kann. Mickaël Guillaumée und Eric Tremblay von Composyt Light Labs entwickelten ebenfalls so genannte “Smart Glasses”: Brillengläser, welche das Einblenden von computergenerierten Informationen ermöglichen. Im Gegensatz zu den bereits existierenden Modellen überzeugt ihre Brille, neben der technischen Raffinesse mit einem ansprechenden Design, da der an den Brillenbügeln montierte Mini-Computer auf ein absoultes Minium reduziert wurde. Co-Gründer Eric Tremblay weiss, dass für ein erfolgreiches Startup eine Idee alleine nicht reicht: “Bei venture kick geht es um den Kick und in unserem Fall haben die Experten von venture kick zwei völlig in die Technik vernarrte Jungs dazu gebracht, das Labor zu verlassen, um die Geschäftstauglichkeit ihrer Idee im wirklichen Leben zu überprüfen. Unser Ziel ist es nun mit dem venture kick Gewinn, eine wichtige strategische Partnerschaft abzuschliessen.“ Es bleibt spannend, wer im Bereich der “Smart Glasses” die Nase vorn haben wird: Die globalen Konzerne oder das kleine Startup aus Lausanne.

composyt brille
Die massgeschneiderte Jeans ist nur ein paar Klicks entfernt
Durchschnittlich 20 Jeans probiert eine Frau an, bis die Eine endlich gefunden ist. Die ETH-Absolventen und Macher von Selfnation, Andreas Guggenbühl und Michael Berli, lösen die schwierige Suche nach der perfekt sitzenden Jeans mit einem mathematischen Algorythmus, der die optimale Passform nach acht Körpermassen errechnet. Auf selfnation.ch können Frauen, nach Eingabe ihrer Masse, im Gegensatz zu anderen Online-Stores ihre Traumjeans als 3D Visualisierung ansehen – so als würden sie vor einem Spiegel stehen. Ist die Bestellung abgeschickt, wird das Schnittmuster automatisch berechnet. 14 Tage später hat Frau eine massgeschneiderte Jeans aus nachhaltigem italienischem Denim im Briefkasten.

Pop-up Store in Berlin
„venture kick hat uns wortwörtlich den Kick gegeben, den wir gebraucht haben. Nicht nur die monetären Preise helfen bei der Entwicklung, vor allem auch die Trainings haben uns von der Idee bis zum laufenden Unternehmen stark unterstützt. Es motiviert extrem, wenn eine hochkarätige Jury das „Go!“ zum Weitermachen gibt. Wir verwenden nun die Förderung, um unsere Jeans weiterzuentwickeln und neue Modelle anzubieten. Zurzeit sind wir in einer Expansionsphase: nach der Schweiz sind unsere Jeans in Kürze auch in Deutschland erhältlich und wir planen einen Pop-Up Store in Berlin,“ sagte Co-Gründer Andreas Guggenbühl nach dem venture kick Finale.

Über venture kick
Seit der Lancierung von venture kick im September 2007 haben 326 Gründerprojekte von 12,7 Millionen Franken Startkapital profitiert. Die unterstützten Jungunternehmen haben bisher über 2‘400 zukunftsträchtige Arbeitsplätze geschaffen. Die Startups mit ihren hochinnovativen Projekten kommen dank venture kick in Kontakt mit professionellen Investoren und Industriepartnern. Diese haben bisher rund 500 Millionen Franken investiert.

Ziel von venture kick ist es, die Zahl der Firmengründungenan Schweizer Hochschulen zu verdoppeln. Monatlich erhalten acht Startup-Projekte die Chance, sich vor einer Jury zu präsentieren. Vier Gewinner erhalten je 10‘000 Franken und qualifizieren sich drei Monate später für die zweite Runde. Dort gewinnen zwei Teams je 20‘000 Franken. Diese machen in der dritten Runde sechs Monate später den Hauptpreis von 100‘000 Franken unter sich aus. Teilnahmeberechtigt sind Studierende, Forschende oder Professoren und Professorinnen von schweizerischen Hochschulen, welche mit ihrer innovativen Geschäftsidee eine Firma gründen wollen.

Die private Förderinitiative venture kick wird finanziert durch: Gebert Rüf Stiftung, ERNST GÖHNER STIFTUNG, OPO-Stiftung, AVINA STIFTUNG, Fondation Lombard Odier, DEBIOPHARM GROUP und André Hoffmann. Die operative Leitung liegt beim IFJ Institut für Jungunternehmen.

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