Auxivo und microPow gewinnen CHF 150’000.

Die Gründer von Auxivo und microPow erhalten die höchste Unterstützung von Venture Kick mit Technologien, die auf der biomechanischen Forschung aufbauen, um die körperliche Belastung beim Tragen von Lasten zu reduzieren und ein additivfreies, mikrostrukturiertes Abgabesystem für Lebensmittel zu entwickeln.

Auxivo AG: Tragbare Stützsysteme
Arbeitsunfälle kosten Arbeitgeber in Europa jährlich 30 Milliarden Euro. Auxivo-Mitbegründer und CEO Volker Bartenbach, promovierte in Exoskelettrobotik an der ETH Zürich und entwickelte gemeinsam mit Mitbegründer Michael Stucky und Oliver Steffen ein leichtes Exoskelett für Arbeiter, die regelmässig Lasten bis zu 30 kg heben und tragen. Durch die Entlastung von Rücken und Gelenken will er das Risiko von Erschöpfung, Unfällen, chronischen Verletzungen und vorzeitigen Pensionierungen verringern.

Exoskelette werden seit mehr als 20 Jahren erforscht und sind für die Kommerzialisierung reif, sagt Bartenbach. In der Vergangenheit wurde versucht, «Iron Man-Anzüge» für jede Art von Arbeit herzustellen, was dazu führte, dass schwere Geräte für den Verkauf zu teuer waren. Die Innovation von Auxivo ist ein reduziertes, passives Gerät – ohne Motoren -, das leicht genug ist, um praktisch und komfortabel zu sein, damit Arbeiter es den ganzen Tag tragen können, und billig genug, damit Unternehmen jeden Mitarbeiter ausstatten können.

Auxivo: Oliver Steffen, Michael Stucky, und Volker Bartenbach.

Auxivo nutzte die Unterstützung von Venture Kick, um Feldtests mit Industriepartnern aus der Logistik- und Bauindustrie durchzuführen. Die letzte Tranche der Pre-Seed-Finanzierung wird dem Startup helfen, mehr Teammitglieder einzustellen und sein erstes Produkt vor dem Start im Frühjahr 2020 zu verfeinern. Auxivo beschliesst derzeit eine Startrunde, um die Industrialisierung, Zertifizierung und den Vertrieb zu finanzieren.

Auch die Trainings von Venture Kick halfen: “Die Kickers Camps sind intensiv und sehr wertvoll. Man ist gezwungen, sich kritischen Fragen zu stellen, die man bis dahin bewusst oder unbewusst ignoriert hat”, sagt Bartenbach. “Als Doktorand verfügt man über fundierte technische Kenntnisse. Die Cams helfen einem dabei die Schwachstellen in den geschäftlichen Aspekten des Projekts zu identifizieren.
www.auxivo.com

microPow AG: Verbesserung natürlicher Aromen
Die Verbraucher verlangen heute Lebensmittel, die natürlich, ohne Zusatzstoffe und rasch zubereitet sind. Das ist oft ein Widerspruch, denn die in Convenience-Produkten verwendeten Aromen sind besonders empfindlich und flüchtig, so dass Chemikalien zugesetzt werden, um ihre Qualität bei der Verarbeitung, Lagerung und Verteilung von Lebensmitteln zu erhalten.

MicroPow entwickelt mikrostrukturierte Pulver, welche die Wahrnehmung und Stabilität der natürlichen Aromen von Lebensmitteln verbessern. Das Startup produziert natürliche, verkapselte Inhaltsstoffe für Kunden wie Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmaunternehmen. Die von den ETH-Forschern Pascal Guillet und Lea Pokorny entwickelte Technologie könnte es der Kosmetikindustrie auch ermöglichen Zusatzstoffe zu reduzieren. Zwei Patente sind angemeldet und ein drittes wird noch in diesem Jahr eingereicht, um das geistige Eigentum des Startups zu stärken.

microPow: Pascal Guillet.

MicroPow wird die Pre-Seed-Finanzierung von Venture Kick nutzen, um im nächsten Jahr die ersten microPow-Pulver auf den Markt zu bringen und die Produktion zu skalieren. Das Startup hat bereits mehrere Projekte mit grossen Lebensmittelunternehmen wie Mondelez und Coop und plant für 2020 weitere strategische Partnerschaften, Non-Food-Projekte und den Abschluss einer Seed-Finanzierung.

„Venture Kick war und ist für microPow von entscheidender Bedeutung. Wir haben die frühe Unterstützung genutzt, um ein robustes Geschäftsmodell zu entwickeln und sicherzustellen, dass unsere Marke und die disruptive Technologie mit hohem Potenzial branchenweit bekannt werden. Dank der Startfinanzierung von Venture Kick können wir das Anwendungsportfolio von microPow-Pulvern mit Partnerunternehmen erweitern und die Marke microPow stärken “, sagt Guillet.
www.micropow.ch

Über Venture Kick
Die philanthropische Initiative Venture Kick stellt bis zu 150’000 Franken für die Lancierung von Start-ups zur Verfügung. Darüber hinaus bietet es einen gut strukturierten unternehmerischen Weg zum Aufbau eines erfolgreichen Unternehmens. Start-ups erscheinen in drei verschiedenen Phasen vor einer Jury, um eine Finanzierung sowie direktes Feedback und Zugang zu einem internationalen Netzwerk erfolgreicher Unternehmer und Investoren zu erhalten.

Seit 2007 haben 640 Schweizer Unternehmensgründungsprojekte von Venture Kick CHF 27.3 Mio. erhalten. Mehr als 494 Kapitalgesellschaften schufen 6’033 Arbeitsplätze. Von Venture Kick unterstützte Start-ups haben bisher CHF 2,5 Mia. an Investoren angezogen und 54 Start-ups von Venture Kick haben sich im Ranking der TOP 100 schweizer startups im 2019.

Im Jahr 2019 wird Venture Kick CHF 4,35 Mio. in Start-up-Projekte einbringen, die der Schweizer Wissenschaft den Zugang zu den Weltmärkten ermöglichen. Weitere Informationen finden Sie im Venture Kick-Geschäftsbericht.

Die Venture Kick Foundation wird unterstützt von der Gebert Rüf Stiftung, der Ernst Göhner Stiftung, der Hauser-Stiftung, André Hoffmann, Hansjörg Wyss, Martin Haefner, Igor Fisch, Fondation Pro Techno, Rising Tide Foundation, ESA BIC Schweiz, Migros Commitment und Swisscom.
www.venturekick.ch

Fraunhofer Venture kooperiert mit High-Tech Gründerfonds

Fraunhofer Venture arbeitet künftig noch enger mit dem High-Tech Gründerfonds zusammen. Ziel der Kooperation ist es, die Möglichkeiten der Seedfinanzierung auszubauen. Zudem haben die Partner gemeinsam einen Preis für herausragende Gründeraktivitäten aus den Fraunhofer-Instituten ins Leben gerufen. Coaches des Fonds sollen Fraunhofer-Forscher beim Aufbau ihres Unternehmens zur Seite stehen. Diese Maßnahmen sind Teil der neuen Ausgründungs- und Beteiligungsstrategie der Fraunhofer-Gesellschaft, deren Ziel die nachhaltige Etablierung von Ausgründungsprozesse und einer Gründerkultur ist.

Eine Leitlinie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung BMBF ermöglicht es der Fraunhofer-Gesellschaft, Start-ups mithilfe früher Investitionen zu unterstützen. Die Kooperation mit dem High-Tech Gründerfonds erweitert die Mittel, die Fraunhofer Venture zur Seedfinanzierung zur Verfügung stehen. Der Fonds investiert in der Startphase standardmäßig 500.000 Euro und beteiligt sich mit 15 Prozent als Gesellschafter am Unternehmen. Dieses Finanzierungmodell soll verstärkt für vielversprechende Fraunhofer-Ausgründungen angewendet werden. »Im Sinne unserer neuen Ausgründungs- und Beteiligungsstrategie wollen wir Gründer motivieren und Ausgründungsprozesse innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft weiter ausbauen«, erklärt Thomas Doppelberger, Leiter von Fraunhofer Venture. »Dabei besteht vor allem in der Seedphase ein großer Finanzierungsbedarf. Hier können wir gemeinsam mit dem High-Tech Gründerfonds künftig noch mehr Ausgründungsprojekte unterstützen.« Mit Hilfe der Seedfinanzierung sollen die Ausgründungen ihre Geschäftsidee in verwertbare Resultate, wie etwa die Entwicklung eines Prototyps, umsetzen können.

High-Tech Gründerfonds als externer Berater
Gemeinsam wollen beide Partner künftig auch jeweils vom Know-how des anderen profitieren. Bei der Betreuung der Gründer wird Fraunhofer Venture den High-Tech Gründerfonds bei Entscheidungen frühzeitig als externen Berater hinzuziehen. »Im Gegenzug dazu bringt die Fraunhofer-Gesellschaft mit ihrer anwendungsnahen Forschung zahlreiche innovative Technologien und Gründerpersönlichkeiten hervor, die dem High-Tech Gründerfonds spannende Beteiligungsmöglichkeiten bieten. Letztendlich ergibt sich so eine Win-win-Situation für alle Beteiligten – Fraunhofer Venture, den High-Tech Gründerfonds und natürlich auch für die Ausgründung«, beschreibt Dr. Alex von Frankenberg, Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds die Kooperation.

Beratende Coaches und ein Preis für herausragende Gründeraktivitäten
Mit seinem Netzwerk aus über 1.200 Investoren wird der High-Tech Gründerfonds Fraunhofer-Ausgründungen zudem bei der Suche nach Folge-Investments oder bei der Komplettierung des Management-Teams unterstützen. »Wir verfügen derzeit über ein Netzwerk aus etwa 80 akkreditierten Coaches, die die Gründer in sämtlichen operativen Fragen unterstützen«, erklärt Dr. von Frankenberg. Sie können Lücken in den Kompetenzen des Gründerteams schließen und beraten bei operativen Themen wie beispielsweise beim Aufbau einer Controlling-Struktur oder beim Recruiting.

Auch ein gemeinsamer Gründerpreis ist geplant: Am 23./24. Februar 2016 wird während des Fraunhofer-Symposium »Netzwert« zum ersten Mal ein erfolgreich am Markt positioniertes Unternehmen ausgezeichnet. Der Preis soll einerseits herausragende Gründungsaktivitäten honorieren und Fraunhofer-Forscher andererseits auf die Möglichkeiten der Unterstützung bei der Unternehmensgründung aufmerksam machen. »Wir möchten damit zeigen, dass Ausgründungen und der Technologietransfer eine wichtige Rolle innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft spielen«, erklärt Doppelberger. »Viele müssen einfach nur ermutigt werden, diesen Weg einzuschlagen. Und erfolgreiche Beispiele, wie die Unternehmen, die der Gründerpreis auszeichnen soll, finden sicherlich Nachahmer.«

Fraunhofer Venture
Als Partner von Spin-offs der Fraunhofer-Gesellschaft, Fraunhofer-Instituten, Industrie und Kapitalgebern unterstützt Fraunhofer Venture Wissenschaftler aus dem Fraunhofer-Umfeld auf ihrem Weg zum eigenen Technologie-Unternehmen. Das Leistungsspektrum umfasst dabei die Bereiche Technologie, Gründung, Finanzierung und Beteiligungsmanagement. Mittlerweile konnten seit 1999 über 200 Unternehmen aus den Fraunhofer-Forschungsthemen erfolgreich gegründet werden.

High-Tech Gründerfonds
Der High-Tech Gründerfonds investiert Risikokapital in junge, chancenreiche Technologie-Unternehmen, die vielversprechende Forschungsergebnisse unternehmerisch umsetzen. Mit Hilfe der Seedfinanzierung sollen die Start-Ups das F&E-Vorhaben bis zur Bereitstellung eines Prototypen bzw. eines „Proof of Concept“ oder zur Markteinführung führen. Der Fonds beteiligt sich initial mit 500.000 Euro; insgesamt stehen bis zu zwei Millionen Euro pro Unternehmen zur Verfügung. Investoren der Public-Private-Partnership sind das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, die KfW Bankengruppe sowie die 18 Wirtschaftsunternehmen ALTANA, BASF, Bayer, B. Braun, Robert Bosch, CEWE, Daimler, Deutsche Post DHL, Deutsche Telekom, Evonik, Lanxess, media + more venture Beteiligungs GmbH & Co. KG, METRO, Qiagen, RWE Innogy, SAP, Tengelmann und Carl Zeiss. Der High-Tech Gründerfonds verfügt insgesamt über ein Fondsvolumen von rund 576 Mio. EUR (272 Mio. EUR Fonds I und 304 Mio. EUR Fonds II).

Pix4D und SWISSto12 sind venture kick Gewinner

Zwei EPFL Spin-offs sind die neuen Gewinner von venture kick, die mit ihrem Geschäftsmodell vor einer 13-köpfigen Expertenjury in Zürich überzeugen konnten. Pix4D schafft aus Tausenden von Luftaufnahmen anspruchsvolle 3D-Modelle. SWISSto12 entwickelt Terahertz-Komponenten für den vielfältigen Einsatz im Signalbereich. Beide Jungunternehmen haben sich mit ihrem Erfolg die Gesamtfördersumme von 130‘000 Franken gesichert.

In der ersten Runde der privaten Förderinitiative ging es um die Business-Idee der beiden Firmen, die zu dem Zeitpunkt noch nicht gegründet sein durften. In den letzten beiden Runden wurden die konkreten Fortschritte und die Business Cases von der Jury unter die Lupe genommen. Bei venture kick geschafft haben es diesmal zwei innovative High-Tech-Projekte aus der Romandie.

Pix4D: Bildverarbeitungs-Software für 3D-Aufnahmen aus der Luft
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Unbenannte Flugobjekte, sogenannte Drohnen, werden immer häufiger eingesetzt, um mit leichten Kameras Luftaufnahmen für den Berg-, Hoch- und Tiefbau oder Städtebau zu machen. Das Startup Pix4D hat dafür eine Software entwickelt, die tausende solcher Bilder als 2D-Karten und 3D-Modelle zusammensetzt. Der Dienst, der als Cloud-Service und Desktop-Version angeboten wird, ist sehr präzise, einfach zu handhaben und liefert in nur wenigen Minuten perfekte Ergebnisse. Mehrere Pilotprojekte sind bereits gestartet, erste Investorengespräche geführt. Die Technik des EPFL Post-Docs Dr. Christoph Strecha und des EPFL Absolventen Olivier Küng – die beiden Gründer von Pix4D – ist aber auch für andere Bereiche interessant. So hat die Software bereits die UN für die Flutproblematik in Haiti verwendet.
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Olivier Küng von Pix4D: «venture kick hat uns in den letzten elf Monaten optimal auf die Anforderungen des Unternehmerlebens vorbereitet und uns nach vorne gebracht. Am Anfang ging es für uns nur darum, den Markt zu verstehen und zu analysieren. Im weiteren Verlauf haben wir das Businessmodell validiert und jetzt sind wir dabei unser Business zum Wachsen zu bringen. Durch die Gewinnsumme können wir jetzt weitere Kunden angehen,
was für uns absolut entscheidend ist.»

SWISSto12: Perfekte Wellenübertragung von 0,3 bis 10THz
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SWISSto12 hat sich das Ziel gesetzt, ein international führender Hersteller und Anbieter von Komponenten und Systemen für die Terahertz-Datenübertragung zu werden. Die beiden Gründer Emile de Rijk und Alessandro Macor wollen dafür die Grenzen der aktuellen Herstellungstechniken für wellenleitenden Materialen aufbrechen und haben mit ihrer umfassenden Produktpallette ideale Übertragungsleitungen mit hoher Leistung, wenig Verlust und geringer Dispersion geschaffen, die auch grosse Distanzen überwinden. Die innovative und patentierte Technik ist dabei komplett für die Integration bestimmter Geräte anpassbar und kann u.a. für die Medizin- und Telekommunikationstechnik eingesetzt werden. Vor kurzem wurde Emile de Rijk bereits als venture leader 2012 gekürt. Jetzt heisst es weitere Kunden, die man bereits in den USA und Deutschland gefunden hat, zu überzeugen.
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Emile de Rijk von SWISSto12 ist ebenso von dem venture kick Prinzip überzeugt: «Über die drei Phasen hinweg bietet venture kick äusserst wertvolle Ratschläge und die notwendige Pre-Seed-Finanzierung, um den Erfolg von jungen
Startups wie uns massgeblich zu gestalten.»

Mehr über venture kick
venturekick
Die GEBERT RÜF STIFTUNG, die ERNST GÖHNER Stiftung, die OPO-Stiftung, die AVINA STIFTUNG und die FONDATION 1796 finanzieren die private Initiative venture kick. Die operative Leitung des Projekts liegt beim IFJ Institut für Jungunternehmen in St. Gallen. Ziel der Initiative ist es, die Zahl der Unternehmensgründungen an Universitäten, technischen Hochschulen und Fachhochschulen zu verdoppeln. Teilnahmeberechtigt sind Ideenträger/Innen aus schweizerischen Universitäten, technischen Hochschulen und Fachhochschulen (Studierende, Doktoranden, Professoren etc.), die ihr Unternehmen noch nicht gegründet haben. Bewerbungen sind jederzeit möglich.

Bereits über CHF 8.2 Mio. an Startkapital Seit der Lancierung im Herbst 2007 wurden mehr als 8.2 Millionen Franken ausgeschüttet und aus über 1000 Bewerbungen 227 Spin-off Projekte aus Schweizer Hochschulen gefördert und beim Start zusätzlich gecoacht. In dieser Zeit sind über 165 innovative Firmen mit grossem Wachstumspotenzial entstanden, die bereits 1600 nachhaltige Arbeitsplätze geschaffen haben. Das Finanzierungsvolumen, welches die Jungunternehmen durch Eigenkapital, Darlehen, Förderungen und Preisgelder insgesamt aufgebracht haben, beziffert sich auf über 250 Millionen Franken.

Venture Incubator – der Turbomotor der Schweizer Startups

Vor zehn Jahren gründeten zehn namhafte Unternehmen mit jeweils zehn Mio. Franken Einlage den Venture Incubator, unter der Gesellschaft VI Partners AG um junge Unternehmen finanziell zu unterstützen. Denn allein eine gute Idee zu haben garantiert noch lange keinen Erfolg.

venture incubator startup

In den 90er-Jahren hatten die Consultingfirma McKinsey, deren Direktor Knecht zu diesem Zeitpunkt war, und die ETH Zürich einen Businessplan-Wettbewerb für Ideen aus dem Hochschulbereich ausgeschrieben. «Venture» war ein Erfolg. Doch bei einem Vergleich von erfolgreichen Start-up-Unternehmen in der Schweiz und in den USA fiel Knecht auf, dass Schweizer Firmen trotz guter Ideen in der Umsetzungsphase schlechter abschnitten. Bei eingehenden Analysen zeigte sich, dass die Start-ups in der Schweiz fünf Mal langsamer wuchsen, weniger neue Leute einstellten und dass es zu lange dauerte, bis sie ein Produkt auf dem Markt hatten. Die Ursachen waren schnell gefunden: Die Unternehmen hatten für die Startphase ihrer jungen Unternehmen zu wenig Kapital und zu wenig Zugriff auf praktisches Know-how aus der Wirtschaft. Thomas Knecht entwickelte die Idee einer Investmentgesellschaft, die «Geld und Geist» für junge Unternehmen zur Verfügung stellen sollte. Der Name war Programm: «Venture Incubator», in Anlehnung an den Brutkasten, der auch Menschen in einer ersten schwierigen Lebensphase hilft.

venture incubator

Zusammen mit der ETH Zürich als Gründungsmitglied überzeugte er zehn namhafte Schweizer Firmen, jeweils zehn Mio. Franken für zehn Jahre in einen Fonds einzubringen. Neben ABB, Hilti, Schindler, Sulzer waren dies Nestlé, Novartis, Suva und die Banken CS, Pictet und ZKB. «Doch dies war kein gewöhnlicher Fonds, da sich die zehn Gesellschafter aktiv mit ihrem Fach-Know-how daran beteiligen», betont Thomas Knecht. Der Gründer hatte zunächst mit vielen Hürden zu kämpfen, da es anfänglich hiess, der Fonds sei zu risikoreich. Weil in die Bereiche Technologie, Material Science, Life Science und Informations- und Kommunikationstechnologie investiert wurde, war der Fonds so breit abgestützt, dass sich das Risiko minimierte.

Heute, zehn Jahre später, hat sich die Idee als erfolgreiches Investment herausgestellt: Seit dem Jahr 2000 hat Venture Incubator 117 Mio. Schweizer Franken in ein Portfolio von 35 Jungunternehmen investiert und so rund 750 Arbeitsplätze geschaffen. Durch den Weiterverkauf einiger der unterstützten Unternehmen wurden 59 Mio. Franken erwirtschaftet. Zurzeit werden 24 Unternehmen unterstützt. «Durch den Venture Incubator haben wir den Investitionsplatz Schweiz weitergebracht», sagt Knecht, «doch wir sind noch nicht am Ziel. Erst wenn es im Silicon Valley heisst: Geh doch in die Schweiz, dort gibt es ausreichend Risikokapital, dann haben wir unser Ziel erreicht.»

Als Vertreter einer der am Fonds beteiligten Firmen skizzierte Hubertus von Grünberg, Verwaltungsratspräsident ABB Schweiz, laut p-p-plus die Bedeutung von Innovationen für die Schweizer Wirtschaft. Eine Voraussetzung, um neue Ideen umsetzen zu können, sind gute Mitarbeitende, die Innovationen wagen. «Ein guter Ingenieur brennt für die Idee.» Doch genauso wichtig ist es seiner Ansicht nach, dass die Führung den Entwicklern Vertrauen schenkt und keine Einschränkungen macht. «Innovationen brauchen Freiheit», so sein Credo. Doch eine neue Idee sei an sich noch kein Garant für wirtschaftlichen Erfolg. Es brauche in jedem Unternehmen auch Filter, die dem Management klar sagen, wenn ein Produkt noch nicht marktreif sei. Erst wenn diese beiden Voraussetzungen gegeben seien – Freiheit bei der Ideenfindung und Filter, die eine Idee kritisch hinterfragen – sei ein Erfolg möglich. Die Schweiz biete ein ausgezeichnetes Umfeld für Innovationen und habe auch «exzellente Filter», um Innovationen einzuschätzen. «Ich kenne kein Land, wo der Staat so privat ist. Hier wird von jung auf gelernt, für sich selbst zu sorgen.»

Für Pius Baschera, Verwaltungsratspräsident von Venture Incubator und ETH-Professor für Unternehmensführung, macht der Zusammenschluss von Industrieunternehmen, Banken, einer weltweit renommierten technisch-naturwissenschaftlichen Hochschule und einer international tätigen Beratungsgesellschaft den Fonds zu einem einzigartigen Modell in der Venture-Capital-Szene. Seiner Ansicht nach warten in den Hochschulen «noch viele Ideen darauf, mit Startkapital gefördert zu werden». Doch nicht nur die Förderung durch Venture Incubator selbst habe den Firmen geholfen. Durch diese Partnerschaft seien auch andere Investoren auf die Firmen aufmerksam geworden. Für jede 100 Franken, die Venture Incubator eingesetzt hat, wurden weitere 500 Franken von anderen Venture-Kapitalgebern generiert. Dank diesem Erfolg konnte Pius Baschera verkünden, dass die beteiligten Investoren und Institutionen beschlossen haben, den auf zehn Jahre beschränkten Fonds in ein unbeschränktes Engagement zu überführen. Somit ist sichergestellt, dass auch weiterhin Jungunternehmer mit Risikokapital ausgestattet werden.

ETH-Präsident Ralph Eichler bedankte sich bei den zehn beteiligten Unternehmen für die finanzielle und ideelle Unterstützung. «Ihr zehnjähriges Engagement hat sich ausgezahlt. Untersuchungen zeigen, dass Firmen mit Venture-Kapital erfolgreicher sind als andere.» Auch seien die jungen Firmen ein Katalysator für den Wissens- und Technologietransfer von der Hochschule in die Wirtschaft.

Mit Business Angels Innovationen finanzieren

Gastbeitrag von Jan Fülscher lic.oec.publ., (Geschäftsführer von Business Angels Schweiz)

Um mit Ideen und Erfindungen Geld verdienen zu können, braucht es Fleiss, Geduld, Geld und Glück, denn der Weg von der ersten Skizze bis zum Produkt im Handel ist sehr lange. Stellt sich die Frage, ob es nicht Abkürzungen gibt bei diesem Weg? Möglicherweise können Business Angels dabei helfen?

Business Angels und ihr Geschäftsmodell

Als «Business Angels» bezeichnet man Personen, die als Unternehmer erfolgreich waren und sind, gut verdient haben und nun Jungunternehmer mit Rat und Tat unterstützen. Professionelle Business Angels sind aber, anders als man vielleicht meinen könnte, keine barmherzigen Samariter, die alles wegschenken. Vielleicht der grösste Unterschied zu anderen Investoren besteht darin, dass Business Angels zu einem Zeitpunkt in ein Projekt investieren, wo die noch recht unklar sind und wo sich der effektive Erfolg frühestens in einigen Jahren einstellen wird.

Business Angels sind und bleiben Unternehmer und sie wägen Aufwand, Risiken und die Ertragschancen sorgfältig ab. Die optimalen Ertragschancen für einen Business Angel bestehen darin, dass das Projekt oder Unternehmen sehr erfolgreich wird und der Business Angel ein Vielfaches seiner Investition zurück erhält. Denn wenn er zum Beispiel 20% des Jungunternehmens für 200‘000 Franken erworben hatte und dieses Jungunternehmen später für 10 Millionen Franken verkauft wird – also zum zehnfachen des ursprünglichen Werts von einer Million Franken –, so hat sich der Wert der Investition auch verzehnfacht. Allerdings hat dieses Geschäftsmodell, welches auf den ersten Blick sehr verlockend aussieht, einen grossen Haken: Dieser enorme Gewinn tritt nur ein, wenn jemand tatsächlich dem Investor seine Anteile zu einem solchen Preis abkauft. Und das ist beileibe nicht immer der Fall, sondern geschieht nur in durchschnittlich 10% der Fälle. Bei den übrigen 90% findet sich entweder gar kein Käufer oder der angebotene Preis ist bei weitem nicht so hoch wie erhofft.

Erfolgreiche Business Angels wägen also bei jedem Finanzierungprojekt folgende Faktoren ab: Die Wahrscheinlichkeit, dass bei diesem Projekt später einmal ein Verkauf der Aktien möglich ist, der potentielle Verkaufspreis im Verhältnis zum Investitionsbetrag, die Möglichkeit, selbst zum Gelingen des Projektes beizutragen, das Zusammenpassen des Projektes mit dem Rest des Portfolios – und so weiter.

Innovatoren und Business Angels – eine «Win-Win-Situation»?

Grundsätzlich also haben Innovatoren und Business Angels die gleichen Ziele: Sie wünschen, dass das Unternehmen sehr erfolgreich wird. Bei der Umsetzung dieses Erfolgs aber scheiden sich die Geister: Sehr viele Innovatoren möchten ihre Gesellschaft aufbauen, mit ihr wachsen, während Business Angels in der Regel ihre Anteile nach einigen Jahren verkaufen wollen. Wo also anfänglich die Interessen übereinstimmen, so können sie im Erfolgsfall durchaus voneinander abweichen – eine heikle Situation. Mancher Investor sucht diese zu vermeiden, indem er seine Absichten sehr früh äussert und in den Verträgen festhält.

Innovationen durch Business Angels finanzieren lassen

Folgende Tipps sollen Ihnen dabei helfen, einen Business Angel für Ihr Projekt zu finden und diesen zu einer Investition zu bewegen.

1. Die meisten Personen, mit denen Sie reden werden, haben ganz viele Möglichkeiten, ihr Geld auszugeben und brauchen Sie nicht dafür. Es ist also an Ihnen, darzulegen, dass Sie ein tolles Angebot haben. Denken Sie sich in den Verhandlungspartner ein: Warum ist gerade Ihr Projekt es Wert, Zeit und Geld zu investieren?

2. Werden Sie sich darüber klar, was Sie genau benötigen. Eine Finanzierung? Für welchen Betrag? Oder suchen Sie jemanden, der Ihr Produkt herstellt? Jemanden, der bei Marketing und Verkauf hilft?

3. Überlegen Sie sich, was Sie für diese Hilfe zu geben bereit sind. Wenn Sie es nicht genau wissen oder nicht abschätzen können, dann bleiben Sie offen; Sie müssen aber möglicherweise einen grossen Teil Ihrer Rechte abgeben, wenn Sie viel Unterstützung brauchen.

4. Wenn Sie die obigen Punkte etwa abgesteckt haben, kann es nützlich sein, wenn Sie einen „reality check“ durchführen, also die ganze Sache mit einer unbeteiligten, aber sachverständigen Person besprechen. Solche Personen finden Sie mancherorts zum Beispiel über die Wirtschaftsförderung, über Gründerzentren, Technoparks, usw.

5. Sie benötigen wahrscheinlichen einen kleinen Businessplan. Wenn Sie diesen selbst schreiben können, um so besser; wenn Sie ihn schreiben lassen müssen, fragen Sie bei einer der Kontaktpersonen aus Punkt 4.

6. Geeignete Business Angels finden Sie häufig in Ihrem unmittelbarem Umfeld – Familie, Freunde, aber auch frühere Arbeitgeber, Kunden, Lieferanten, usw. Wenn die Suche hier erfolglos ist, können Sie immer noch versuchen, bei Business Angel Clubs Geld zu finden – es wird aber ungleich schwieriger sein, denn die Leute kennen Sie nicht.

7. Versuchen Sie, mindestens zwei potenzielle Geldgeber zu finden, damit Sie die Angebote vergleichen können und allenfalls auch mit beiden arbeiten können – dies verringert Ihre Abhängigkeiten von einer bestimmten Person und gibt Ihnen mehr Gestaltungs- und Verhandlungsspielraum.

8. Versuchen Sie, Ihr Angebot so zu gestalten, dass es gut zu den Interessen Ihres Gesprächspartners passt. Wenn es sich beispielsweise um einen Abnehmer Ihres Produktes handelt, so möchte er möglicherweise die Herstellung später selbst durchführen (Rückwärtsintegration). Wenn es sich um eine Person mit rein finanziellen Interessen handelt, so ist ihr Angebot am besten auch monetär gestaltet: Dividenden, Anteile am Erlös beim Verkauf der Gesellschaft, Umsatzanteile, …

9. Seien Sie sich vollständig im Klaren darüber, dass ihr Gesprächspartner vermutlich Dutzende von Angeboten auf dem Tisch hat. Er investiert seine Freizeit für Sie und er muss sich dafür entscheiden, sein Geld für einige Jahre, und vielleicht für immer, nicht mehr im Zugriff zu haben. Solche Entscheidungen brauchen Zeit. Manchmal mag es für Sie ein wenig demütigend sein, wenn Sie wieder und wieder anrufen müssen. Geben Sie nicht auf, bis Sie eine klare Antwort haben, aber lassen Sie ihm auch Zeit: Fragen Sie, wann Sie wieder anrufen dürfen, und halten Sie sich an die Abmachung – so zeigen Sie Ihre Verlässlichkeit.

10. Wenn Sie Ihr Projekt ohne externe Finanzierung durchführen können, so ist das ein guter Weg, auch wenn es ein wenig länger geht. Der Aufwand für die Beschaffung der Mittel wird sehr häufig unterschätzt und am Ende sind weitere Personen involviert, die mitreden wollen – nicht immer so, wie Sie es gerne hätten.

Gastautor Steckbrief:
Jan Fülscher

Jan Fülscher lic. oec. publ.,

begleitet Jungunternehmen und Innovationsinteressierte mit Rat und Tat von der Idee über die Finanzierung bis in die Wachstumsphase. Er hat mehrere Firmen aufgebaut/mitaufgebaut und ist an einigen Startups beteiligt. Jan Fülscher leitet die Business Angels Schweiz, einen grossen Business Angel Club, und ist als Juror, Coach, Referent und Experte an Wettbewerben, Stiftungen und Ausbildungsorganisationen der Schweizer Startup-Szene tätig.