Die Plattform www.spicker.ch geht Online

Das Recherchetool für Schule und Studium spicker.ch  ist live seit Ende Juni 2019. Sie darf bereits über 400 Unique User verzeichnen. Die Betreber der Seite wollen die Tausendermarke bis Ende Juli erreicht haben. Bis Ende des Jahres wollen Sie Erfahrungen sammeln mit Spicker, um 2020 mit einer marktreifen Plattform die Zielgruppe der Studierenden angehen zu können.

Schul- und Studienarbeiten sind schwer zugänglich oder verschwinden in den Archiven der Institutionen. Spicker springt in diese Lücke und bietet als Portal vergleichbare Arbeiten an, Studien, Tipps und Fachliteratur in Form von kurzen Podcasts.

Das Team

Stefan Schuppli hat für die erste Phase den Start-Up Unternehmer Jonas Schwarz als Coach hinzugenommen. Schnell hat sich gezeigt, dass Stefan und Jonas sich bestens ergänzen. Beide treten ab dem Release von Ende Juni als gemeinsam als Co-Founder der künftigen Firma Spicker auf. Das Team soll bis Ende Jahr ergänzt werden mit bis zu zwei Mitgliedern aus der Zielgruppe der Schülerinnen/Schüler und Studierenden.

Jonas Schwarz und Stefan Schuppli, Spicker Gründer

Die Partnerschaften

Nach fast 50 Sondierungsgespräche bei Akteuren im Bereich Wirtschaft, Wissenschaft und Schulen sowie Organisationen haben die Erfinder Feedback und Inputs bekommen, aber auch Ängste und Bedenken gegenüber Ihren Projekt kennen gelernt. Bis zum Release haben Sie es geschafft, eine spannende Mischung von Partnern zu überzeugen. Spicker wird in dieser ersten Phase unterstütz von Baloise Group, Bank Cler, Swiss TPH, Primeo Energie, Terre des Hommes Schweiz, ProVelo, Forschungsinstitut für Biologischen Landbau, Stiftung Schweizer Jugend forscht, Basellandschaftliche Zeitung, dem Schüler Magazin Quint und der grössten Online Schülerzeitung Tize.ch. Sie wollen nun diese Partnerschaften im zweiten Halbjahr vertiefen und auf den gemeinsamen Interessen aufbauen.

Die Podcasts, erste Arbeiten und Studien

Dank der Partnerschaft mit der Stiftung Schweizer Jugend forscht haben Sie es geschafft, erste ausgezeich- nete Arbeiten auf Ihrer Plattform verfügbar zu machen. Sie setzten auf Podcast, welche die Kernaussagen der Arbeiten und Studien auf eine attraktive Art und Weise wiedergeben. Bis Ende Jahr haben Sie sich das Ziel gesetzt, 100 Podcasts auf Spicker anzubieten. Dafür streben Sie u.a. eine Partnerschaft mit Blinkist an. Mit Blinkist könnte Spicker gezielt Fachliteratur für Auszubildende in Form von Podcast verfügbar machen.

Die Finanzierung

Spicker ist bisher privat finanziert. Damit die Plattform sich entwickeln und wachsen kann, suchen Sie eine Finanzierung für die nächsten drei Jahre. Bis Ende 2019 möchte Spicker eine erste Finanzierung von CHF 150k durch Stiftungen, Business Angels und Partnerschaften erreichen. Damit wird ein kleines Team aufgebaut, die Präsenz im deutschsprachigen Raum gesichert und das Geschäftsmodell realisiert. Ab 2020 strebt Spicker eine weitere Finanzierungsrunde in der Höhe von CHF 450k an, um die Erschließung der Zielgruppe der Studierenden zu ermöglichen. Bis Ende 2021 rechnen Sie mit einem gesamten Investitionsbedarf von total 1.5 Mio CHF.

Die Schweiz gründet wie noch nie

Grossartige Nachrichten zum nationalen Unternehmertum: Im ersten Halbjahr 2019 wurden 22’803 neue Firmen gegründet. Diese hohe Anzahl an Neueintragungen ins Handelsregister entspricht einer Zunahme von 2% Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit Existenz des Schweizerischen Handelsregister wurde diese Anzahl Firmengründungen noch nie erreicht. 2019 scheint das Jahr der Gründer/innen zu sein.

Die beliebtesten Rechtsformen
Mit 8’877 Gründungen ist die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) die beliebteste Rechtsform für den Start mit einer eigenen Firma. Die GmbH hat sogar 4% mehr Firmengründung zu verzeichnen als im rekordhohen ersten Halbjahr 2018. Darauf folgen die Einzelfirma mit 7’565 Gründungen (+4%), die Aktiengesellschaft (AG) mit 4’256 Eintragungen (-4%) und die Kollektivgesellschaft (KlG) mit 709 Neueinträgen (+4%). Die Analyse des IFJ zeigt, dass 93% aller GmbH-Gründungen mit dem gesetzlichen Minimum von CHF 20’000 Stammkapital gegründet werden, bei den Aktiengesellschaften sind es deren 85%, welche sich mit dem Minimum von CHF 100’000 Aktienkapital eintragen lassen. Das höchst eingetragene Aktienkapital einer AG im ersten Halbjahr 2019 beträgt stolze CHF 425 Mio., bei der GmbH sind es vier Eintragungen mit mehr als einer Million Schweizer Franken, die höchste mit CHF 1,2 Mio. Stammkapital.

(Quelle: Schweizerisches Handelsamtsblatt SHAB; Analyse: IFJ Institut für Jungunternehmen AG)

Kantonale Unterschiede
18 Kantone konnten ihre Werte steigern und nur 8 Kantone hatten Einbussen. Die meisten Kantone zeigen gegenüber dem Vorjahr einen leichten bis starken Anstieg der Gründungszahlen auf. Die Kantone mit prozentualen Einbussen sind Luzern mit -3%, Obwalden -7%, Uri -15%, Zug -9%, Appenzell Ausserrhoden -11%, Schaffhausen -1% und das Tessin mit -5%. Die Kantone mit dem stärksten prozentualen Wachstum sind Appenzell Innerrhoden (+49% bzw. +19 Gründungen), Thurgau (+16% bzw. +83 Gründungen), Glarus (+12% bzw. +10 Gründungen), Bern (+11% bzw. +194 Gründungen) sowie Fribourg (+9% bzw. +63 Gründungen) und Nidwalden (+9% bzw. +9 Gründungen).
Aus Sicht der Grossregionen setzen vor allem das Espace Mittelland (+8%), die Ostschweiz (+5%) und Zürich (+4%) positive Akzente.

Firmengründungen im ersten Halbjahr 2019

(Quelle: Schweizerisches Handelsamtsblatt SHAB; Analyse: IFJ Institut für Jungunternehmen AG)

Über das IFJ Institut für Jungunternehmen
Jeden Tag wagen in der Schweiz mehr als 50 Menschen den Schritt in die Selbständigkeit. Es braucht Mut dazu. Und Leidenschaft. Vor 30 Jahren (1989 bis 2019) hat sich das IFJ zur Aufgabe gemacht, diesen Menschen einen Kompass auf ihrem Weg zu sein. Damit ihre Idee gedeiht und ihr Unternehmen eines Tages zum Fundament der Schweizer Wirtschaft gehört.
Jährlich unterstützt das IFJ schweizweit 20‘000 Gründer/innen mit Beratungen, Workshops, Businessplan-Tools, Referate, Events, Business Software, Förderprogrammen und dem begleiteten Firmengründungsprozess. Und das dank starker Partner kostenlos.
Namhafte Partner und die Öffentliche Hand setzen auf Zusammenarbeiten mit dem IFJ. Dies erlaubt, einen umfassenden Startup Support kostenlos für Gründer/innen in der Schweiz zu bieten.
www.ifj.ch
www.startwerk.ch
www.businessplan.ch
www.startup-space.ch

Druckbeton für Gebäude und Verbesserung von krebsbekämpfenden Medikamenten gewinnen CHF 130’000.

Die Venture Kick-Jury vergibt an MOBBOT und Araris Biotech je 130’000 Franken, um die Markteinführung des Materialwissenschaften- und Biotechnologie-Spin-offs zu beschleunigen. Die Innovationen der Schweizer Startups in den Bereichen Ingenieurwesen und Medikamentenentwicklung kommen der Bau- und Pharmaindustrie zugute.

MOBBOT: Massgeschneiderter Betondruck Die mobilen Roboter von MOBBOT drucken massgeschneiderte Betonkomponenten auf Baustellen direkt vor Ort, Die schnelle 3D-Drucktechnologie des Freiburger Startups spart Bauunternehmen Zeit und Ressourcen, indem sie vor Ort arbeiten. Das mit den berühmten orangefarbenen KUKA-Roboterarmen entwickelte System stellt massenindividuelle Betonprodukte direkt auf der Baustelle her. Durch die Verwendung herkömmlicher Materialien und ohne teure Schalungen oder individuelle Formen reduziert die Technologie von MOBBOT die Kosten der Bauherren um 40 Prozent und beschleunigt die Lieferung auf einen Tag statt auf einen Monat, sagt Gründerin und CEO Agnès Petit. MOBBOT war im März ein Gewinner der Venture Leaders Technology, als Petit nach Silicon Valley reiste, um ihre Technologie bei US-Investoren zu präsentieren. Das Startup wird die Prototypenentwicklung abschließen und erste Verkäufe an Testkunden in diesem Jahr anstreben. “Venture Kick hat uns geholfen, unser Geschäftsmodell auf wiederkehrende Umsätze zu fokussieren und uns Visibilität bei Investoren zu verschaffen. Mit der finanziellen Unterstützung werden wir MOBBOT auf Konferenzen und Messen der Bauindustrie präsentieren, Kunden besuchen und unsere Marketingaktivitäten verstärken”, sagte Petit. www.venturekick.ch/MOBBOT .

Linkes Bild: MOBBOT Gründer und CEO Agnès Petit, und CTO Thomas Ribeaud. Rechtes Bild: Araris Biotech Mitbegründer Isabella Attinger-Toller (VP Translational Research) Und Philipp Spycher, CEO. Araris

Araris Biotech: Verbesserte antikörpervermittelte Wirkstoffabgabe Araris hat eine Technologie zur Verbesserung der aktuellen Antikörper-Medikamenten-Konjugate (ADCs) entwickelt und konzentriert sich auf Anwendungen zur Krebsbekämpfung. Durch die Anlagerung von Medikamenten an Antikörper wird eine präzise Verabreichung von toxischen Chemotherapeutika an Krebsgewebe sichergestellt, während gesunde Teile des menschlichen Körpers verschont bleiben. Mit ihrer patentierten ADC Linker-Technologie ist die Medikamentenbefestigung einfach, streng kontrolliert und hat das Potenzial, verschiedene Medikamentenkombinationen aufzunehmen. Dies hat nicht nur erhebliche positive Auswirkungen auf die Leistung des ADC in Bezug auf Sicherheit und Wirksamkeit, sondern wird auch die Produktion vereinfachen. ”Wir glauben, dass Araris das Potenzial hat, eine leistungsstarke Medikamentenentwicklungsplattform in grosse kommerzielle Märkte einzuführen und die hohen, unerfüllten medizinischen Bedürfnisse mit proprietären ADCs zu erfüllen. Wir werden helfen Einschränkungen der konventionellen ADCs, die sich derzeit in der klinischen Prüfung befinden, zu überwinden”, sagt CEO und Mitbegründer Philipp Spycher. www.venturekick.ch/araris.

Über Venture Kick
Die philanthropische Initiative Venture Kick stellt bis zu 150’000 Franken für die Lancierung von Start-ups zur Verfügung. Darüber hinaus bietet es einen gut strukturierten unternehmerischen Weg zum Aufbau eines erfolgreichen Unternehmens. Start-ups erscheinen in drei verschiedenen Phasen vor einer Jury, um eine Finanzierung sowie direktes Feedback und Zugang zu einem internationalen Netzwerk erfolgreicher Unternehmer und Investoren zu erhalten.
Seit 2007 haben 600 Schweizer Unternehmensgründungsprojekte von Venture Kick CHF 24.9 Mio. erhalten. Mehr als 454 Kapitalgesellschaften schufen 6.033 Arbeitsplätze. Von Venture Kick unterstützte Start-ups haben bisher CHF 2,5 Mia. an Investoren angezogen und 55 Start-ups von Venture Kick haben sich im Ranking der TOP 100 schweizer startups im 2018.
Im Jahr 2019 wird Venture Kick CHF 4,35 Mio. in Start-up-Projekte einbringen, die der Schweizer Wissenschaft den Zugang zu den Weltmärkten ermöglichen. Weitere Informationen finden Sie im Venture Kick-Geschäftsbericht .
Die Venture Kick Foundation wird unterstützt von der Gebert Rüf Stiftung, der Ernst Göhner Stiftung, der Hauser-Stiftung, André Hoffmann, Hansjörg Wyss, Martin Haefner, Igor Fisch, Fondation Pro Techno, Rising Tide Foundation, ESA BIC Schweiz, Migros Commitment und Swisscom. www.venturekick.ch

Alle von Venture Kick unterstützten Start-up-Projekte .

Jungforscher zeigen ungebremsten Ideenreichtum am Nationalen Wettbewerb 2019

An der diesjährigen Prämierungsfeier im Mai in der Aula der HSR Rapperswil wurden 109 junge Forscherinnen und Forscher für ihre Leistungen ausgezeichnet. Die aus 17 Kantonen der Schweiz stammenden Finalisten des 53 Nationalen Wettbewerbs stehen nun am Ende eines langen Weges: Seit mindestens einem Jahr forschen und tüfteln sie an ihren Forschungsarbeiten.

Als krönender Abschluss des Nationalen Wettbewerbs findet heute Nachmittag die Prämierungsfeier statt, wo die Jugendlichen für ihren Einsatz belohnt werden. Endlich steht fest, wie die Fachjury ihre Forschungsprojekte bewertete. Von den109 Jugendlichen erhalten 21 das Prädikat «gut», 53 «sehr gut» und 35 «hervorragend». Entsprechend diesen Prädikaten werden Bargeldpreise im Gesamtwert von rund 85‘000 Franken vergeben. Zum ersten Mal in der Geschichte des Nationalen Wettbewerbs sind mehr weibliche als männliche Jugendliche am Finale. Die 44 innovativsten Jungforscher werden zudem mit einem von insgesamt 23 Sonderpreisen ausgezeichnet, welche u.a. zu einem Besuch des European Space Camps in Norwegen, eines Praktikums in einer Schweizer Botschaft (EDA) nach Wahl oder der Teilnahme an internationalen Projektwettbewerben in Europa, Asien, und den USA berechtigen.

An der öffentlichen Ausstellung von gestern und heute, stellten die teilnehmenden Jugendlichen aus der Gymnasial- und Berufsbildung ihre Forschungsprojekte vor und standen den Besuchern Rede und Antwort. «Dieses Jahr gibt es besonders viele Projekte, die sich mit Problematiken und Fragen auseinandersetzen, die auch unsere Gesellschaft beschäftigen. Eine Teilnehmerin hat sich zum Beispiel mit der Luft in Schulzimmern und deren Einfluss auf die Konzentrationsfähigkeit der Schüler und Schülerinnen befasst», sagt Jérémie Aebischer, Projektleiter vom Nationalen Wettbewerb. Es sei schön zu
sehen, welchen Effort und enormen Zusatzaufwand weit über dem Verlangten hinaus die jungen Forscher leisteten, so Aebischer weiter.

Über Schweizer Jugend forscht

Schweizer Jugend forscht ist eine schweizerische Stiftung, die 1970 von Adolf Portmann gegründet wurde. Sie ist die älteste Schweizer Stiftung dieser Art. Sie fördert Jugendliche, ihr Potential in verschiedenen wissenschaftlichen Richtungen ausschöpfen zu können. Gefördert wird die Stiftung vom Schweizer Bund, einigen ehrenamtlichen Mitarbeitern und vielen Grossunternehmen.

Am bekanntesten ist der nationale Wettbewerb. Der Wettbewerb besteht aus einer Vorselektion im Herbst und einer Endrunde im Frühjahr. In der Endrunde werden die Prädikate gut, sehr gut und hervorragend vergeben. Projekte mit der Auszeichnung hervorragend werde in der Regel mit Sonderpreisen belohnt. Zusätzlich werden die Arbeiten mit einem Preisgeld honoriert.

Adolf Portmann war ein wissensdurstiger Jugendlicher, der kaum Mittel hatte, seine Neugier in Biologie ausleben zu können. Dies bewog ihn im Alter von 70 Jahren dazu, den ersten nationalen Wettbewerb unter dem Namen Schweizer Jugend forscht durchzuführen. Drei Jahre später gründete er die gleichnamige Stiftung.

Schwimmende Kraftwerke

Riesige schwimmende Solarinseln auf dem Meer, die genügend Energie produzieren, um einen CO2-neutralen globalen Güterverkehr zu ermöglichen – was wie «Science Fiction» klingt haben Forschende der ETH Zürich, des Paul Scherrer Instituts (PSI), der Empa, der Universitäten Zürich, Bern und der National University of Science and Technology (NTNU) Trondheim nun erstmals durchgerechnet, wie sie in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift «Proceedings of the National Academy of Sciences» (PNAS) schreiben.

Papier, Blechdosen, Glas – die Welt recycelt so viel wie nur irgendwie möglich. Warum also nicht auch das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) zum Recyclingprodukt erklären? Denn flüssige Kraftstoffe auf Kohlenstoffbasis werden in Zukunft – trotz internationaler Bestrebungen zu deren Senkung – nach wie vor eine wichtige Rolle spielen. So erscheint es sinnvoll, das ausgeschiedene CO2 aus der Umwelt zurückzugewinnen und erneut zu nutzen.

So könnten die schwimmenden Solarinseln aussehen. Auf dem Schiff links befänden sich alle notwendigen Anlagen zur Produktion von Methanol. Visualisierung: Novaton Bild: Empa.

Forschende der ETH Zürich, des PSI und der Universitäten Zürich, Bern und der Norwegischen Universität für Forschung und Technologie (NTNU) haben gemeinsam mit einem Team der Empa diese Idee durchgerechnet und zeigen in ihrer Studie auf, das solare Methanol-Inseln langfristig genügend Treibstoff produzieren könnten, um die gesamte Mobilität CO2-neutral zu gestalten – weltweit. Inmitten der Ozeane soll aus Solarenergie (und Wasser) Wasserstoff (H2) hergestellt werden, der dann vor Ort mit aus dem Meerwasser gewonnenen CO2 zu Methanol umgewandelt wird. Dazu analysierten die Forschenden detailliert ein Szenario, das zwar noch rein hypothetisch scheint, aber bereits die Planungsgrundlagen für eine mögliche Umsetzung bietet. Ihre Resultate präsentieren sie kürzlich in der Fachzeitschrift «Proceedings of the National Academy of Sciences» (PNAS).

Aus Sonne wird Strom wird Wasserstoff wird Methanol

Ausgangspunkt der Idee sind Solarinseln, also schwimmende Plattformen, ausgestattet mit Photovoltaikanlagen. Da aber Solarstrom nicht gespeichert und von dort nur schlecht abtransportiert werden kann, macht ein Solarkraftwerk auf dem Meer keinen Sinn. Allerdings kann man aus Kohlendioxid und Wasserstoff flüssiges Methanol (CH3OH), aber auch gasförmiges Methan (CH4) herstellen. Die Ausgangsstoffe könnten also direkt aus dem Ozean gewonnen beziehungsweise dort hergestellt werden, so die Idee der Forschenden.

Es existieren bereits grosstechnische «Power-to-Gas-Anlagen, die Wasserstoff und CO2 zu Treibstoff umwandeln – unter anderem die Demonstrationsplattform «move» auf dem Empa-Campus in Dübendorf (siehe Box). Daher stellt sich die Frage: Warum damit aufs Meer? Warum nicht, wie dies bestehende Anlagen tun, das CO2 aus der Luft gewinnen? Die Antwort ist simpel: Die dafür benötigte Anlagenfläche für eine weltweite Versorgung von Treibstoff wäre gewaltig. «Eine Fläche von rund 170’000 km2 wäre nötig, um den jährlichen Bedarf für den globalen Güterverkehr zu produzieren», erklärt Andreas Borgschulte von der Empa-Abteilung «Advanced Analytical Technologies». Das liesse sich am ehesten durch Solaranlagen auf dem Meer realisieren; bislang ungenutzte Fläche, die niemandem gehört. Auch auf dem Meer kann man das CO2 aus der Luft gewinnen; eine attraktive – und erst noch naheliegende – Alternative wäre aber, die rund 125-mal höhere CO2-Konzentration des Meerwassers für die «Kohlendioxidernte» auszunutzen.

Mehr Möglichkeiten für Methanol

In bestehenden Anlagen wird das aus der Atmosphäre gewonnene CO2 meist zur Herstellung von Methan verwendet, was auch auf den Solarinseln möglich wäre. Im Rahmen ihrer Überlegungen entschieden sich die Forschenden allerdings für die Herstellung eines flüssigen Brennstoffs, da sich dieser besser transportieren lässt. Ausserdem kann Methanol nicht nur als Treibstoff eingesetzt werden, sondern auch zur Herstellung weiterer chemischer Produkte, etwa Vorprodukte für die Polymerherstellung. Die Möglichkeiten für dessen Verwendung (und den damit erzielbaren Gewinnen) sind also wesentlich höher.

Eine solche «Methanol-Insel» hat jedoch ihren Preis: Rund 80 Millionen US-Dollar würde der Bau einer solchen Chemiefabrik auf dem Ozean kosten. Diese bestünde aus rund 70 Photovoltaikinseln mit einem Durchmesser von rund 100 m2 und einem Schiff mit den Elektrolyse- und Syntheseanlagen. Insgesamt ergäbe dies eine Fläche von rund 550‘000 m2. Doch ein einzelner Cluster genügt bei weitem nicht, um eine Null-Bilanz von CO2 zu erreichen. Insgesamt 170’000 solcher Inseln wären nötig, um so viel CO2 zu recyceln, wie zurzeit ausgestossen wird – ein utopisches Ziel, aber eines, das es sich zu verfolgen lohnt. «Grosse Ideen sind notwendig – Bullerbü-Lösungen versorgen nur Bullerbü, aber nicht den Rest der Welt», so Borgschulte.

Info-Event Neue Finanzierungsmöglichkeiten für Start-ups und KMU

Es gibt neue Finanzierungs-Möglichkeiten für Schweizer Start-ups und KMU durch
Veränderungen am EU-Förderprogramm «Horizon 2020». Der PARK INNOVAARE,
einer von fünf Standorten von Switzerland Innovation, informiert KMU an einem Info-
Event über den Bewerbungsprozess.

Ab Juni können Unternehmen, welche Fördergelder vom EU-Programm «Horizon 2020 SMEInstrument» beziehen, dieses kombinieren mit Beteiligungen von privaten Investoren.

Dies eröffnet innovativen Schweizer Start-ups und KMU ganz neue Möglichkeiten.
Wie der Bewerbungsprozess für «Horizon 2020» funktioniert, und wie man überdies seinen richtigen Business Angel findet, erfährt man am Info-Event des PARK INNOVAARE, einem von fünf Innovationsparks von Switzerland Innovation, in Villigen. Beteiligt am Event sind ausserdem Aargau Services Standortförderung, welche über das Finden des richtigen Business Angels berichten werden, und die Firmen M27 und Inspiralia, die im Rahmen dieses Info-Events auch 1:1 Meetings für die Evaluierung von Projekt-Ideen anbieten.

Termin: 6. Juni 2019, 12.30 – 16. 00 Uhr
Mehr Informationen und Anmeldung zum Event: https://www.parkinnovaare.ch/events
Anmeldung für 1:1 Meetings zur Projekt-Evaluation: Dr. Francesco Colonna;
Tel. 056/ 461’70’73, Email: colonna@parkinnovaare.ch

Die Teilnahme an diesem Event ist kostenlos, die Plätze sind limitiert.

Über den PARK INNOVAARE
Der PARK INNOVAARE ist der Innovationsstandort beim Paul Scherrer Institut (PSI). Hier stehen Innovationen in den Themen Beschleunigertechnologie, Advanced Materials und Processes, Mensch und Gesundheit und Energie im Mittelpunkt. Fokussiert darauf, an unserem Standort die besten Services für industrielle Forschungsgruppen und Spin-offs zu erbringen, verbinden wir gestaltungswillige Innovateure aus Grossunternehmen, KMU und Forschungsinstitutionen des In- und Auslands. Unser Ziel: Die richtigen Leute miteinander zu verknüpfen, damit Innovationen schneller zur Marktreife gebracht werden können.
www.parkinnovaare.ch

Die Höhle der Löwen Schweiz – zweite Staffel

Endlich läuft die beliebte Gründershow «Die Höhle der Löwen» auch in der Schweiz. Ab 21. Mai zeigt TV24 jeweils Dienstags ab 20.15 Uhr die erste Staffel!

Bild: © TV24Die Höhle der Löwen Schweiz

Du hast eine geniale Geschäftsidee und bereits ein Unternehmen gegründet, Dir fehlt aber noch die nötige Unterstützung? Dann bewirb Dich jetzt online zur Teilnahme an der zweiten Staffel «Die Höhle der Löwen» und sichere dir die Chance, Dein Produkt bei namhaften Schweizer Investoren zu präsentieren!
Bewirb Dich jetzt hier für die zweite Staffel von “Die Höhle der Löwen Schweiz”
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Link Tipps:

Die Höhle der Löwen Schweiz

Digitale Transformation in der Bildung

Die Schweizer Bildungsplattform eduwo engagiert sich neu gemeinsam mit Microsoft Schweiz für ein zukunftsgerichtetes und transparentes Bildungssystem in der Schweiz. Ziel ist es, junge Menschen auch für technologische Berufe zu begeistern. Dazu wird Marc Weder, Bildungsverantwortlicher von Microsoft Schweiz, im Advisory Board von eduwo Einsitz nehmen.
Im Zeitalter der digitalen Transformation braucht die Schweiz dringend neue Fachkräfte wie etwa im Bereich Informatik. Seit einigen Jahren herrscht in den Informatikberufen ein akuter Fachkräftemangel: ICT-Berufsbildung Schweiz prognostiziert in ihrer Studie einen Bedarf an über 25’000 zusätzlichen Fachkräften bis 2025. Dem möchte die Schweizer Bildungsplattform eduwo gemeinsam mit Microsoft Schweiz entgegenwirken. Bildungsinteressierten Personen soll neben dem grossen Angebot an verschiedenen Studien- und Lehrgängen in allen Bereichen unter anderem auch die Attraktivität von technologischen Berufen aufgezeigt und dieses Berufsfeld zugänglicher gemacht werden.

Erfahrungsberichte schaffen Transparenz

Mit den knapp 3’500 Erfahrungsberichten von Aus- und Weiterbildungen fördert eduwo bereits heute den direkten Austausch zwischen Bildungsinteressierten und Studierenden der Schweizer Bildungslandschaft in sämtlichen Studienbereichen. Marc Weder, verantwortlich für die Bildungskunden bei Microsoft Schweiz, ist begeistert von dieser Idee: «eduwo schafft zusätzliche Transparenz und bietet somit noch bessere Unterstützung bei der Entscheidung in der Wahl des Studiums und der Weiterbildungen. Damit leistet die Bildungsplattform einen Beitrag zur Reduktion des Fachkräftemangels und unterstützt das erfolgreiche lebenslange Lernen.»

Marc Weder ergänzt kompetentes Advisory Board

Durch die Kooperation mit Microsoft Schweiz gelingt es eduwo, den Zugang für Studierende zu erleichtern und die Beliebtheit der technologischen Berufe inskünftig zu steigern. Marc Weder nimmt Einsitz im Advisory Board von eduwo und unterstützt die Geschäftsleitung mit seinem fachlichen Know-how in dieser bedeutenden Thematik. Co-Founder Benjamin Vidas freut sich über die kompetente Ergänzung: «Wir sind davon überzeugt, das Bildungssystem der Schweiz gemeinsam mit Microsoft Schweiz stärken zu können. Mit der Expertise von Marc Weder haben wir die Chance, innovative Ideen zu entwickeln, um qualifizierten Fachkräften von morgen die Türen zu öffnen.»

Diversität in der IT-Branche fördern

Die Diversität in den technologischen Berufen zu fördern, ist ein weiterer Bestandteil der Zusammenarbeit zwischen eduwo und Microsoft Schweiz. Der Frauenanteil in den Informatikberufen liegt mit 14 Prozent deutlich unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt von 46 Prozent. «Das Image, Frauen seien weniger IT-tauglich, haftet bis heute an. Unser Ziel ist es, jungen Menschen zu zeigen, dass dieses Klischee überholt ist», sagt Vidas.

Über eduwo

Seit 2017 stellt die Bildungsplattform eduwo den Studierenden von morgen Erfahrungsberichte von aktuellen oder ehemaligen Studierenden zur Verfügung. Informationen aus erster Hand sind in anderen Branchen bereits etabliert und werden stark genutzt. Mit strengen Kontrollen und null Toleranz gegenüber unangemessenen Beiträgen stellt eduwo die Qualität sicher. Ziel ist eine hohe Transparenz im Bildungsbereich. Das Startup plant weitere Dienstleistungen für Bildungsinteressierte, die sich über Studiengänge und die Schweizer Bildungslandschaft informieren wollen. Unter anderem soll ab Herbst 2019 eine verstärkte Interaktion auf der Plattform möglich sein. So sollen Suchende Fragen direkt an aktuelle und ehemalige Studierende stellen können. www.eduwo.ch

Über Microsoft

Microsoft ist das führende Plattform- und Produktivitätsunternehmen mit der Mission, jede
Person und jede Organisation auf dem Planeten zu befähigen einen Mehrwert zu leisten. Die Microsoft Schweiz GmbH ist die Tochtergesellschaft der Microsoft Corporation (Redmond USA). Seit Gründung der Niederlassung im Jahr 1989 hat sich die Ländergesellschaft zu einem typisch schweizerischen KMU mit 620 Mitarbeitern entwickelt. Microsoft Schweiz ist mit den wirtschaftlichen und politischen Institutionen des Landes eng vernetzt und pflegt den aktiven gesellschaftlichen Dialog rund um die Themen Innovation, Sicherheit und Bildung.
Das Partner-Netzwerk umfasst landesweit 6’000 lokale Geschäftspartner und 14’000
zertifizierten Produkt- und Lösungsspezialisten. Seinen Hauptsitz hat die Microsoft Schweiz GmbH in Wallisellen bei Zürich. Weitere Büros befinden sich in Wollishofen, Bern und Genf. www.microsoft.com/de-ch

Bausinn-Zukunftsatelier

Am ersten Bausinn-Zukunftsatelier haben sich in der Thailodge im Elefantenpark des Zoo Zürich rund 40 Akteure über die Zukunft der Nachwuchsförderung in der Baubranche ausgetauscht. Ausser den VertreterInnen von 14 Bauverbänden nutzten auch Ausbildende, Unternehmer und Nachwuchstalente die Chance für den branchenübergreifenden Dialog. Der gemeinsame Tenor: Wir haben die gleichen Herausforderungen; gemeinsames Handeln könnte unsere Nachwuchswerbung wirksamer machen.

«Im Zoo Zürich bewerben sich rund 200 Jugendliche auf eine einzige Lehrstelle als Tierpfleger», machte Andreas Hohl, Stv. Direktor des Zoo Zürich, die rund 40 Anwesenden aus der Baubranche gleich zu Beginn seiner Begrüssung ein wenig neidisch. Obwohl etwa 70% der Tätigkeit eines Tierpflegers aus Reinigungs­arbeiten besteht und die Arbeit oftmals körperlich sehr anstrengend ist, lassen sich die jungen Leute nicht von einer Bewerbung abhalten.

Direkte Einblicke in das «Innenleben des Zoos» erhielten die Bausinn-Gäste auch von ihren Plätzen in der Thailodge aus. Die wie eine exotische Veranda gestaltete Lokalität im ersten Stock des  Hauses im Kaeng Krachan Elefantenpark erwies sich als ein ausgezeichneter Beobachtungsposten. Sozusagen elefantenhautnah erlebten die Bausinn-Gäste den Nachmittag des tierischen Nachwuchses. Der Ausblick auf das exotische Ambiente inspirierte auch Christoph Andenmatten, Präsident von bausinn.ch und Direktor von AM Suisse, in seiner Begrüssung: «Lassen wir uns gemeinsam von der Grösse der Elefanten zu grossem Denken anregen. Bei der Gründung im Jahr 2015 war bausinn.ch ein eher exotisches Gebilde in der heterogenen Bauwirtschaft. Inzwischen haben wir bereits einiges erreicht, aber es gibt noch viel zu tun.»



Jede Nachwuchswerbung für sich gut
Im ersten Teil des Bausinn-Zukunftsateliers stellten Akteure aus 8 Bauverbänden ihre Nachwuchsförderung vor. An innovativen Ideen und Projekten fehlt es nicht. So engagieren sich der Schweizerische Maler- und Gipserunternehmer-Verband und JardinSuisse beim Label Top-Ausbildungs­betrieb, das 2017 im Beisein von Bundesrat Schneider-Ammann als Innovation in der Berufsbildung mit dem «Enterprize» ausgezeichnet wurde. Metaltec Suisse hat speziell die Eltern, als stärkste Beinflusser bei der Berufswahl, im Visier und fokussiert bei der Nachwuchswerbung auf Internet, Social Media und Schnupperlehrboxen. 

suissetec, VSEI, Gebäudehülle Schweiz und der Schweizerische Gerüstbau-Unternemer-Verband SGUV setzen an Berufsmessen Virtual Reality bzw. Augmented Reality ein. Augmented Reality nutzt auch der Verein für Schweisstechnik SVS in seinem neuesten Projekt im E-Learning, das viel Material, Zeit und Kosten spart. Der Verband Schweizer Elektroinstallations-Firmen VSEI ist mit 4 Berufen digital wie real nah bei den Jugendlichen. Internet, Social Media, Videos – das alles ist in grossen Verbänden wie suissetec und VSEI, aber auch beim Plattenverband und bei Feusuisse selbstverständlich. Beim letzteren wurde das Feuer für die Nachwuchswerbung für den Kleinstberuf Ofenbauer erst vor kurzem frisch entfacht. suissetec führt dagegen bereits seit einigen Jahren eine umfassende Image- wie auch eine Rekrutierungs­kampagne. Alle Massnahmen führen zu den Berufen der Gebäudetechniker auf toplehrstellen.ch. Neben einem ganzen Strauss an Massnahmen werden auch TV-Spots zur Imagewerbung und witzige Videos mit einem Influencer als «Schauspieler» für die Rekrutierung geschaltet. Ausstellungen auf Rädern nutzen der VSEI wie JardinSuisse und machen damit gute Erfahrungen. Whatsapp-Gruppen helfen dem VSEI, die Zahl der rund 3‘000 Lehrverhältnisse in 4 Berufen stabil zu halten. Und doch – trotz aller technischen Innovationen und zeitgemässen Vorgehensweisen, so richtig zufrieden ist keine Baubranche mit den Resultaten in der Nachwuchswerbung. Und die alljährliche Nachricht «3‘000 offene Lehrstellen im Bau» sät Zweifel, ob die gegenwärtigen Massnahmen genügen.

Baunachwuchs besser erreichen
Das war auch das Thema des 2. Teils des Bausinn-Zukunftsateliers, der als World Café durchgeführt wurde. Die Gäste erforschten in 3 Fragerunden und in wechselnder Gruppenzusammensetzung, wie der Baunachwuchs gemeinsam noch besser erreicht und vor allem in der Branche behalten werden könnte. An 7 Tischen kamen die Teilnehmenden zu ähnlichen Ergebnissen: Alle Bauverbände wälzen ähnliche Problemstellungen beim Nachwuchs und unternehmen vergleichbare Aktivitäten auf hohem Niveau. Abhilfe versprechen die gemeinsame Sicht aufs Ganze und branchenübergreifende Projekte, die das Image der Baubranche stärken und Jugendlichen wie Eltern einen noch besseren Einblick in die Bauberufe verschaffen. In den Diskussionsrunden wurden zahlreiche mögliche Aktivitäten erörtert, die es wert sind, in den kommenden Monaten in der einen oder anderen Form weiterverfolgt zu werden. Dabei sollte sich nach Auffassung der Teilnehmenden die Baubranche nicht nur gegenüber der breiten Öffentlichkeit, sondern auch gegenüber den eigenen Fachkräften noch besser präsentieren. Immer wieder genannt wurden zum Beispiel gemeinsame Einstiegswochen in die Baubranche mit Austausch­programmen in mehreren Bauberufen, vermehrte Teilzeitangebote für Berufsleute und ein wachsender Anteil an Frauen in den rund 50 Bauberufen.
 

Originalton am Bausinn-Zukunftsatelier

Mario Freda, Präsident des SMGV, ein Gründungsmitglied von bausinn.ch, zeigte sich hocherfreut über das Ergebnis der Veranstaltung: «Das Bausinn-Zukunftsatelier hat mir gezeigt, dass alle Baubranchen die gleichen Herausforderungen haben. Das machten auch die verschiedenen Referate deutlich: Wir alle versuchen mehr oder weniger auf dem gleichen Weg Einfluss zu nehmen, damit wir junge Leute für unsere Berufe interessieren können. Und da stellt sich für mich im Zusammenhang mit bausinn.ch die Frage, ob es nicht sinnvoller ist, die Kräfte noch vermehrt miteinander zu bündeln und gemeinsam die Problematik und die Herausforderungen anzunehmen und anzugehen.»

Christian Brogli, Leiter Kommunikation bei suissetec, dem Verband der Gebäudetechniker, hat in seinem Referat aufgezeigt, welche Chancen Virtual Reality, Videos, sowie Online-Kanäle und soziale Medien für die Rekrutierung des Nachwuchses bieten. Sein Fazit nach den 8 Referaten und 3 Fragerunden am World Café: «Ein wichtiger Punkt ist sicher, dass Lehrmeister zuerst in die Jugendlichen investieren müssen, sie fordern und fördern sollten. Man muss zuerst säen, bevor man ernten kann. Da sind die einzelnen Lehrbetriebe gefordert. Die vorbildlichen Unternehmen haben es einfacher, neue Lernende zu rekrutieren. In der Zukunft der Baubranche erkenne ich ein riesiges Potenzial, denn sie bietet zukunftsträchtige Jobs – gerade auch im Hinblick auf die Umsetzung der Energiestrategie 2050 und die Herausforderungen im Bereich Klimaschutz.»

Micha Lerch, Mitarbeiter von Vanoli AG, ist seit 12 Jahren im Strassenbau tätig. Nach der 3-jährigen Lehre EFZ hat er die Weiterbildung zum Vorarbeiter absolviert. Aktuell besucht er die Weiterbildung zum Polier. «Für die weitere Entwicklung der Baubranche wünsche ich mir, dass wir mehr Hand in Hand branchenübergreifend zusammenarbeiten, dass die Innovation, das Ganze einfach mehr gelebt wird von allen. Ich nehme vom heutigen Anlass für mich mit, dass wir im Punkt Entwicklungsförderung der Lernenden nicht alleine dastehen mit unseren Problemen. Ich würde sehr gerne bausinn.ch etwas mit auf den Weg geben, nämlich: Weiter so! Jemand muss den Anfang machen. Ich glaube, das ist ein guter Teil von etwas, das gross werden wird.»

Mona Neuenschwander, Malerin beim Farbwerk Herren: «Ich empfehle allen, den Beruf noch etwas stärker in der Öffentlichkeit vorzustellen, so dass die Jugendlichen wirklich verstehen, welche Aufgaben sie in der Lehre haben. Als Malerin zum Beispiel hat man neben den reinen Malerarbeiten Kundenkontakt und kann Empfehlungen aussprechen; man wird wahrgenommen als kompetente Person. Am Abend hat man ein superschönes Ergebnis, und die Kunden freuen sich.»

Patrik Ettlin, Leiter Marketing und Kommunikation beim Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten VSSM: «Die Teilnahme am Bausinn-Zukunftsatelier war für mich äusserst wertvoll. Ich war in dieser Zusammensetzung zum ersten Mal bei bausinn.ch dabei und habe das Gefühl, dass noch ganz viel bewegt werden kann, wenn man zusammen möglichst stark auftritt. Authentisch bleiben in den Berufen und von den Synergien in der Baubranche profitieren – das ist meine Empfehlung an bausinn.ch. Die Baubranche hat insbesondere deswegen zu wenige Lernende, weil es uns nicht gelungen ist, einerseits die Berufsbilder zu aktualisieren und zu modernisieren und andererseits die Attraktivität der Baustelle, der Werkstatt und des Bauwerks wie dem Haus oder der Strasse darzustellen. Ich denke, die Baubranche hat viele, viele Chancen, die sie nutzen muss. Es ist an der Zeit aufzuwachen. Wir müssen vorwärts machen und miteinander stark sein. Nur dann gelingt es uns, gegenüber der Akademisierung unsere Chancen zu wahren und uns darzustellen.»

bausinn.ch hat es sich zum Ziel gesetzt, das Image der Baubranche und die Wertschätzung für die Berufsleute zu verbessern. Seit 2015 führt bausinn.ch Veranstaltungen zur Zukunft der Baubranche durch und vernetzt branchenübergreifend, veranstaltet Mediengespräche mit Lernenden und Nachwuchskräften, lädt in Bahnhöfen Jugendliche und Familien zum Spielen mit überdimensionalen Bauklötzen ein und zeichnet vorbildliche Bauunternehmen mit dem Bausinn-Award aus; alles wird auf Social Media in Videos dokumentiert und einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Die Trägerorganisationen von bausinn.ch sind AM Suisse (Metaltec Suisse), Gebäudehülle Schweiz, der Schweizerische Gerüstbau-Unternehmer-Verband SGUV, der Schweizerische Maler- und Gipserunternehmer-Verband SMGV und der Schweizerische Verein für Schweisstechnik SVS.

 

50 Jahre Mondlandung: Bern im All

Die Weltraumforschung an der Universität Bern begann am 27. Oktober 1967 mit einem Testflug der Zenit-Rakete der Firma Contraves. Mit wissenschaftlichen Instrumenten an Bord sollte die obere Atmosphäre (80-500 Kilometer über der Erdoberfläche) erforscht werden. Die Mess-Instrumente mussten möglichst klein und sehr robust sein, um den Raketenstart zu überstehen und trotz widrigen Umständen im Weltraum verlässlich zu funktionieren. Ihre Messleistung musste dennoch so exakt sein wie die von grossen, schweren Laborinstrumenten. Diese nahezu unmögliche Aufgabe meisterten die Berner Weltraumforschenden bereits beim ersten Einsatz. Diese Fachkompetenz wurde über die Jahre zu einem Markenzeichen der Berner Weltraumforschung.

Juli 1969: Apollo 11 auf dem Mond mit dem Sonnenwind-Segel (SWC) des Physikalischen Instituts der Universität Bern. Es fing die Gase von der Sonne ein. Diese wurden in Bern mit speziell dafür entwickelten Massenspektrometern gemessen. Astronaut Edwin «Buzz» Aldrin steht neben dem Berner Experiment. © NASA, Apollo Image Archive.

Berner Sonnensegel auf dem Mond

Der erste Höhepunkt folgte schon bald mit der Mondlandung 1969. Das Berner Sonnensegel, das Solar Wind Collector-Experiment (SWC), war das erste nicht US-amerikanische Experiment im Apollo-Programm der NASA. Auf dem Mond von den Astronauten noch vor der US-Flagge ausgerollt, fing es Teilchen von der Sonne ein, die dann in Berner Labors mit speziell dafür entwickelten Massenspektrometern untersucht wurden. Dieser erste grosse Erfolg begründete die Sonnenwindforschung an der Universität Bern, die sich mit den Teilchen beschäftigt, die kontinuierlich von der Sonne in den Weltraum ausgesandt werden. In der Folge wurden über mehr als drei Jahrzente hinweg Experimente für Raumsonden gebaut, die den Sonnenwind auf Missionen der Europäischen Weltraumorganisation ESA und der NASA direkt massen (ISEE-3, Ulysses, WIND, SOHO, ACE, Genesis, und Solar Orbiter).

Mit der Verfügbarkeit von leistungsstärkeren Raketen und komplexeren Raumsonden verlagerte sich das Forschungsinteresse vom erdnahen Raum immer weiter ins Weltall hinaus. So haben die Berner Physikerinnen und Physiker an der Erforschung der Magnetosphäre mit massgeschneiderten Massenspektrometern auf Raumsonden beigetragen (GEOS, CLUSTER, POLAR, IMAGE).

Auf Kometenjagd

Die Universität Bern war zudem an den ESA-Missionen zu den Kometen Halley (Giotto-Mission) und Churyumov-Gerasimenko (Rosetta-Mission) jeweils mit ihren Massenspektrometern beteiligt. Diese Kometenbesuche haben massgeblich zu einem besseren Verständnis von Kometen und des Ursprungs unseres Sonnensystems beigetragen. Die Rosetta-Mission wurde 2016 unter weltweit grossem medialen Interesse erfolgreich abgeschlossen. Ihre gesammelten Daten werden noch über viele Jahre ausgewertet werden und versprechen weitere spannende Erkenntnisse.

In den vergangenen 50 Jahren war die Universität Bern bei zahlreichen internationalen Missionen beteiligt.

50 Jahre Mondlandung: Nicola von Greyerz von der Uni Bern zeigt das Jubiläumssignet der Hochschule, Christoph Tanner von Swissmint die Sondermünze und Bernhard Kallen von der Post die Sondermarke. | zvg / Universität Bern, Bild: Ramon Lehmann

Die Schweizerische Post und Swissmint haben am 1.Mai.2019 die Feierlichkeiten rund um 50 Jahre Mondlandung eingeläutet. In Bern präsentierten sie eine Sondermarke und eine Sondermünze.

Die Universität Bern wird ihre Beteiligung an dem Spektakel anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Mondlandung  vom 27. bis 30. Juni 2019 mit einem grossen Wissenschaftsfest feiern.

Die 1-Franken-Sondermarke zeigt einen Astronauten bei einem Mondspaziergang – etwa so, wie es auf dem Fernsehbild der damaligen Übertragung zu sehen war. Die Sondermünze ehrt das historische Ereignis und die Rolle der Uni Bern mit der Ausgabe einer 20-Franken-Gedenkmünze aus Silber.

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