Smart Home in der Schweiz: Bekannt, aber kaum genutzt

Ein Zuhause, das den Alltag erleichtert. Dies wäre mit Smart Home möglich. Doch in der Schweiz steckt die digitale Vernetzung von Haushaltsgeräten noch in den Kinderschuhen. Erst 57 Prozent kennen Smart Home und nur zwei von zehn Personen nutzen ein Smart-Home-Gerät in ihrem Haushalt. Am verbreitetsten sind smarte Beleuchtungssysteme und Musikanlagen.
Die Prognose für Alexa & Co. sieht düster aus. Nur 13 Prozent der Schweizer beabsichtigen in den nächsten Monaten ein Smart-Home-Gerät zu kaufen.

Türen, die sich beim Verlassen des Hauses automatisch verriegeln und Heizungen, die sich an die Aussentemperatur anpassen. Smart Home ist in Amerika bereits Bestandteil vieler Haushalte. Gemäss einer Umfrage des amerikanischen Unternehmens Traqline nutzen 69 Prozent der Amerikaner ein Smart-Home-Gerät.
Die Schweiz ist noch weit entfernt von dieser Verbreitung. Die Handwerkerplattform Ofri befragte im Januar und Februar 201 Deutschschweizer zur Integration von Smart Home in ihrem Zuhause.

Erst 57 Prozent kennen Smart Home
Ende der Nullerjahre nahm Smart Home seine Anfänge in der Schweiz. Experten sagten dem intelligenten Wohnen grosses Wachstumspotenzial voraus. Doch den Durchbruch zur breiten Masse hat die digitale Vernetzung der Haushaltsgeräte gemäss der Umfrage von Ofri noch nicht geschafft. Nur 57 Prozent der von Ofri befragten Personen kennen Smart Home.Eigenheim-Besitzer sind affiner für das Thema. 69 Prozent sind mit dem Thema bekannt, bei den Mietern hingegen sind es nur 41 Prozent

Licht an! Smartes Beleuchtungssystem am beliebtesten
Zwei von zehn Schweizern nutzen heute ein Smart-Home-Produkt in ihrem Haushalt. Am
meisten nutzen die Schweizer vernetzte Beleuchtungssysteme, Musikanlagen und Fernseher. Während smarte Rauchmelder, Staubsauger und Waschmaschinen kaum verbreitet sind. Bei den Nutzern steht die Steigerung der Wohn- und Lebensqualität im Vordergrund. Nur je sieben Befragte haben ein Smart-Home-Produkt um die Sicherheit zu erhöhen oder Energie zu sparen.

Apple Home Kit am beliebtesten
Das beliebteste System unter den Befragten ist Apple HomeKit, gefolgt von Alexa von Amazon. Nur fünf befragte Personen nutzen Google Home. Oft kombinieren die Smart-Home-Nutzer die Systeme.

Verbraucher sehen keinen Nutzen
Auch in der nahen Zukunft stehen die Verbraucher Smart Home kritisch gegenüber. Nur 13 Prozent der Befragten planen in den nächsten zwölf Monaten ein Smart-Home-Produkt anzuschaffen. 47 Prozent sehen den Nutzen der Produkte nicht. Ein Befragter meint: «Warum soll alles automatisiert werden? Für mich ist es ein morgendliches Ritual, von Hand den Orangensaft zuzubereiten. Es muss nicht alles per Smartphone geregelt werden!» Dies geht einher mit den 23 Prozent, welche Smart Home technisch zu komplex finden. Der dritthäufigste Grund ist die Angst um die Privatsphäre (22 Prozent)Ü

Über Ofri
Das in Zürich ansässige Unternehmen Ofri betreibt seit 2011 ein unabhängiges
Handwerkerportal. Auftraggeber, wie Privatpersonen oder Verwaltungen, können auf dem
Portal einen Auftrag erfassen und erhalten in der Folge mehrere Kostenvoranschläge von
Handwerkern aus ihrer Region. Für Handwerker ist das Internetportal eine gute Möglichkeit
neue Aufträge und Kunden zu akquirieren. Die Online-Befragung wurde von Ofri im Januar und Februar 2019 durchgeführt. An der Umfrage nahmen 201 Personen aus der Schweiz teil. 44,3 Prozent besitzen ein Eigenheim und 55,7 Prozent wohnen im Mietverhältnis.


Venturelab schickt 10 Startups ins Silicon Valley 2019

Die Schweizer Startup Nationalmannschaft wird im März ins Silicon Valley reisen. Während der Roadshow werden sich die innovativsten Schweizer Technologie Startups vor den führendsten Investoren der Branche präsentieren.

Venturelab organisiert seit 19 Jahren internationale Roadshows für die Schweizer Startup Nationalmannschaft. In Technologiezentren in San Francisco, Boston, New York, China und Barcelona werden die ambitionierten Unternehmer und ihre vielversprechenden Startups wichtigen Investoren und potenziellen Kunden vorgestellt.
Die diesjährige Venture Leaders Technology Roadshow ins Silicon Valley wird von Rothschild & Co Bank, Kellerhals Carrard, DPD, Swisscom, Canton de Vaud, EPF Lausanne und ETH Zürich unterstützt. Die zehn innovativen Startups wurden von einer Jury aus professionellen Investoren und Experten aus mehr als 130 Bewerbern ausgewählt. Die Startups decken Branchen von Agrotech und Bid Data über Quantentechnologien bis hin zum Internet der Dinge ab. Das Programm der Roadshow mit Treffen mit hochkarätigen Investoren und Branchenführern wird die Expansion der Startups in den US-Markt beschleunigen und ihnen helfen, globale Geschäftsnetzwerke aufzubauen.

Aufbauend auf bisherigen Erfolgen
In den letzten Jahren waren die US-Investoren von den Schweizer Hightech-Startups stets nachhaltig beeindruckt. “Letztes Jahr hatten wir unter anderem Präsentationen bei Battery Ventures, Founders Fund und NEA, die alle mehrere Milliarden verwalten und in Startups investieren. Die Liste an Investoren für 2019 ist ebenfalls bereits sehr vielversprechend”, sagt Stefan Steiner, Co-Managing Director von Venturelab.
Dorina Thiess, Geschäftsführerin und Mitgründerin von Piavita, war Teil des Teams von 2017. Sie gewann damals Silicon Valley Investoren durch die Venture Leaders Roadshow. “Dies war eine der intensivsten und wertvollsten Wochen meines bisherigen unternehmerischen Werdegangs. Das Netzwerk und die Sichtbarkeit, die ich innerhalb dieser Woche schaffen konnte, übertrafen alle meine Erwartungen.” Mehrere Alumni von Venture Leaders Technology wurden erfolgreich von namhaften Technologieunternehmen übernommen. Lemoptix und Composyt Light Labs (beide von Intel gekauft), Faceshift (Apple), HouseTrip (TripAdvisor), Kooaba (Qualcomm) und Dacuda (Magic Leap).

Mehr unter www.venture-leaders.ch.

Die Schweizer Startup Nationalmannschaft 2019, das Venture Leaders Technology Team:
9T Labs | Martin Eichenhofer | www.9tlabs.com | Zurich
Die 3D-Kohlefaserdrucktechnologie von 9T Labs verbessert den Leichtbau durch die Vereinfachung der Nutzung von Hochleistungswerkstoffen.

AgroSustain | Olga Dubey | www.agrosustain.ch | Epalinges
AgroSustain entwickelt und vermarktet neuartige, effiziente, pflanzlich inspirierte Behandlungen gegen eine breite Palette von pflanzlichen Pilzerregern für Anwendungen nach der Ernte.

ElectricFeel | Moritz Meenen | www.electricfeel.com | Zurich
ElectricFeel bietet das marktführende White-Label-System zur Einführung und zum Betrieb geteilter Elektromobilitätssysteme.

MapTiler | Petr Pridal | www.maptiler.com | Zug
MapTiler bietet Strassen- und Satellitenkarten für Unternehmen, die eine integrierte Kartographie benötigen. Die Software kann Luft- und Satellitenbilder oder Geodaten verarbeiten und kundenseitige Daten in die Karten integrieren.

Microcaps | Alessandro Ofner | www.microcaps.ch | Zurich
Microcaps bietet eine neuartige Technologie zur Herstellung von Mikropartikeln und Mikrokapseln zum Schutz von Wirkstoffen, wie z.B. Medikamenten in der Medizin und Duftstoffen in Cremes.

Mirrakoi | Daniel Schmitter | www.mirrakoi.com | Lausanne
Mirrakoi bietet eine brandneue CAD-Lösung, um die 3D-Konstruktion zugänglich, intuitiv und schneller zu machen. Die Software simuliert den realen Körperkontakt während des digitalen 3DModellierungsprozesses damit jeder zum Designer werden kann.

MOBBOT | Agnès Petit | www.mobbot.ch | Fribourg
Mit MOBBOT können Bauunternehmen die Fertigungs- und Montagekosten um 75 Prozent senken. MOBBOT bietet einen vollständig digitalisierten Prozess vom 3D-Scan des offenen Grabens bis hin zu massgeschneiderten Betonprodukten mit additiver Fertigung.

Qnami | Mathieu Munsch | www.qnami.ch | Basel
Qnami bietet Quantensensoren für Anwendungen, bei denen klassische Lösungen nicht ausreichen. Sie entwickeln für ihre Kunden Lösungen für ein breites Anwendungsspektrum, von der Fehleranalyse ultrakompakter elektronischer Systeme bis hin zur medizinischen Frühdiagnose.

Seervision | Nikos Kariotoglou | www.seervision.com | Zurich
Seervision bietet Videoanalysealgorithmen zur Echtzeit-Objekterkennung und Szenensegmentierung. Mit dieser Technologie können Multi-Kamera-Roboter-Setups alle traditionellen Aufgaben der Kameraarbeit autonom ausführen.

WECHEER | Karim Choueiri | www.wecheer.io | Lausanne
WECHEER verbindet das Internet der Dinge, Big Data und soziale Medien, um das Marketing in der Getränkeindustrie neu zu erfinden und damit Marken so nahe wie möglich an den gerade konsumierenden Verbraucher zu bringen.

Folgen Sie der Venture Leaders Technology Roadshow vom 24. bis 29. März mit dem Hashtag
#VleadersTech. Treffen Sie das Venture Leaders Technology 2019 Team in Zürich am StartupChampions Event an der ETH Zürich am 5. März.

Über Venture Leaders
Die «Venture Leaders – die Mitglieder der Schweizer Startup Nationalmannschaften – haben ein klares Ziel. Sie verstehen sich als globale Player und wollen den ersten Schritt zu ihrer globalen Expansion machen. Venturelab verfügt über 19 Jahre Erfahrung, die besten Schweizer Unternehmer ins Zentrum der Technologie-Hotspots zu bringen: Silicon Valley, New York, Boston, Peking, Shanghai, Shenzhen und Hongkong. Die Unternehmen der 360 Venture Leaders Alumni haben mehr als 3’500 Arbeitsplätze geschaffen und mehr als 1,4 Milliarden Franken Kapital eingesammelt.

Ehemalige Venture Leaders Teilnehmer: www.venture-leaders.ch/venturel-leaders-alumni

Gründungsboom in der Schweiz 2018

In der Schweiz geht auch das Jahr 2018 mit einem Gründungsboom in die Geschichte ein. Die Gesamtgründungszahl 2018 beläuft sich auf 43’174, was einem knappen Minus von
0.64% bzw. 279 weniger Neueintragungen als im allzeitrekordhohen Jahr 2017 entspricht. In den letzten vier Jahren wurden jedoch 2’345 bzw. 5.74% mehr neue Firmen gegründet. Die Schweizer Gründer- Szene entwickelt sich enorm.

Starke Unterschiede in den Schweizer Grossregionen
In den letzten vier Jahren haben sich die Schweizer Grossregionen sehr unterschiedlich entwickelt.
Allen voran ist die Südwestschweiz von 2015 bis 2018 mit den gründungsstarken Kantonen Waadt und Genf zu der Gründungsregion avanciert. Von 2015 bis 2018 wurden in dieser Region 1’073 bzw. 12% mehr neue Firmen ins Handelsregister eingetragen. Auch die Zentralschweiz (+14.1%), das Espace Mittelland (+6.8%), Zürich (+4.9%) und die Nordwestschweiz (+4.9%) entwickelten sich positiv. Die Ostschweiz (-1.7%) büsst 88 Neugründungen ein und das Tessin (-15.9% bzw. -443) ist die Region mit dem stärksten Rückgang in den letzten vier Jahren.
Die drei Kantone Zug (+38.9%), Glarus (+20%) und Waadt (+17.7%) verzeichnen von 2015 bis 2018 das prozentual stärkste Wachstum. In absoluten Zahlen werden in den Kantonen Zürich (7’664), Waadt (4’370) und Genf (3’745) am meisten neue Firmen gegründet.

Das Schweizer Startup-Ecosystem entwickelt sich sehr positiv und die Stimmung in der Schweizer Gründer-Szene ist hervorragend.

Etablierte Rechtsformen
Mit einem Anteil von 38.5% ist die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) die beliebteste Rechtsform für den Start einer eigenen Firma. Die GmbH hat im Jahr 2018 sogar 2% mehr
Firmengründungen verzeichnet als im rekordhohen Vorjahr. Darauf folgen die Einzelfirma mit 32.1%, die Aktiengesellschaft (AG) mit 20.6% und die Kollektivgesellschaft (KlG) mit 3%. Zusammen machen diese vier Rechtsformen über 94% der neueingetragenen Rechtsformen in der Schweiz aus.

Über das IFJ Institut für Jungunternehmen
Seit 1989 begleitete das IFJ mehr als 110‘000 Firmengründer/innen auf dem Weg in die Selbständigkeit. Als führende Anlaufstelle für Startups in der Schweiz bietet das IFJ die schweizweit begleitete Firmengründung, Tools zur Erarbeitung eines Businessplans sowie für Buchhaltung und Administration, kostenlose Intensivkurse und Referat-Events mit aktivem Networking sowie diverse Informationsunterlagen. Namhafte Partner und die Öffentliche Hand setzen auf Zusammenarbeiten mit dem IFJ. Dies erlaubt, einen umfassenden Startup Support kostenlos für Gründer/innen in der Schweiz zu bieten. Heute führt das IFJ jährlich 16‘000 telefonische Kontakte, begrüsst 10‘000 Besucher/innen an Kursen und Events, registriert Zehntausende Web- und Social Media-User und wickelt rund 2‘000 Firmengründungen ab.

Innovative Skijacke, die Schweiss aktiv entsorgt

Damit der Körper beim Wintersport angenehm warm und trocken bleibt, ist leistungsfähige Kleidung gefragt. Die Ansprüche an derartige Textilien sind dabei hoch, schwitzt doch ein Mensch beim Skifahren allein am Oberkörper bis zu einen Liter pro Stunde. Eine neue Technologie, an deren Entwicklung die Empa massgeblich beteiligt ist, hilft dem Sportler beim Schwitzen, indem sie Feuchtigkeit aktiv nach aussen transportiert. Möglich ist dies, weil hauchdünne Schichten aus Gold im Gewebe unter Strom stehen.

Der Mensch ist ein gleichwarmes Tier. Wird es ihm zu heiss, reguliert er die Körpertemperatur herunter. Möglich ist das durch eine evolutionär gereifte «Klimaanlage» in unserer Haut: die Schweissdrüsen. Doch die Evolution wusste noch nichts vom Wintersport, und so kommt unser Wärmehaushalt ins Schleudern, wenn wir uns beim Skifahren gegen eisige Kälte schützen wollen und gleichzeitig ungehindert schwitzen sollten. Eine Technologie, die an der Empa in St. Gallen in Zusammenarbeit mit der Thalwiler Firma Osmotex und weiteren Industriepartnern entwickelt wurde, soll nun Sportler warm und trocken halten – dank Textilien unter Strom.

Wichtiger Bestandteil der «HYDRO_BOT»-Technologie ist ein Prinzip, das es beispielsweise Pflanzen ermöglicht, Wasser aus dem Boden über ihre Wurzeln einzusaugen: die Osmose. Bei der neuartigen Sportkleidung wird dieses Prinzip durch das Anlegen einer Spannung von rund 1.5 Volt noch beschleunigt. Damit mittels Elektroosmose Flüssigkeit vom Inneren der Kleidung aktiv nach aussen transportiert wird, kommt eine lediglich 20 Mikrometer dünne Kunststoffmembran zum Einsatz, die mittels Plasmabeschichtung beidseitig von Edelmetall überzogen ist. Dazu wird knapp 0.2 Gramm Gold pro Skijacke eingesetzt, was Einfluss auf den Preis der Membran hat. Gold hat sich jedoch im Vergleich zu silberbeschichteten Elektroden als deutlich haltbarer erwiesen.


Prototyp der elektroosmotischen Skijacke an der internationalen Sportmesse ISPO in München. Bild: Osmotex

Die Funktion der Jacke
Wird eine elektrische Spannung an die Membran angelegt, wandern Salz-Ionen – und mit ihnen die sie umgebende Flüssigkeit – durch winzige Poren in der Membran auf die Aussenseite, von der sie sozusagen elektrisch angezogen werden. Dazu ist die Membran mit einer herkömmlichen Knopfzellbatterie ausgerüstet, die je nach Wetterlage und Körperaktivität eingeschaltet werden kann. «Auch ohne Strom gelangt Flüssigkeit durch die Membran. Sobald eine elektrische Spannung angelegt ist, steigert sich der Pumpeffekt jedoch deutlich», sagt Empa-Forscher Dirk Hegemann von der Abteilung «Advanced Fibers». Rund 10 Liter Flüssigkeit kann die Membran per Elektroosmose so pro Quadratmeter und Stunde abpumpen.

Für das fertige Produkt wurde die elektroosmotische Membran innerhalb verschiedener funktionaler Schichten in eine Skijacke integriert. «Dank unserer neuen physikalischen und numerischen Modelle konnten wir den textilen Aufbau der HYDRO_BOT-Technologie optimieren», erklärt Simon Annaheim von der Abteilung «Biomimetic Membranes and Textiles».

Dass dieses Wirkprinzip nicht nur physikalisch funktioniert, sondern auch den physiologischen Ansprüchen des menschlichen Körpers entspricht, zeigten Experimente in der Empa-Klimakammer. Hier simuliert die anatomisch geformte Schwitzpuppe SAM, wie sich der menschliche Körper bei sportlicher Betätigung verhält. SAM bewegt sich, heizt sich auf und stösst durch 125 Düsen genau definierte Mengen an Flüssigkeit aus. «SAM und die Daten, die er uns lieferte, ermöglichten es, den Tragekomfort und die Funktionalität von HYDRO_BOT-Kleidung objektiv zu analysieren», so Annaheim.

Die Weltpremiere auf der ISPO München 2018
Der Industriepartner Osmotex erwartet, dass Jacken mit HYDRO_BOT-Technologie zur Saison 2018/19 auf den Markt kommen. Beteiligt an der Weiterentwicklung der Technologie sind neben der Empa der norwegische Sportbekleidungshersteller KJUS und das Schweizer Textilunternehmen Schoeller. Bestaunen lässt sich ein Prototyp einer elektroosmotischen Jacke aber bereits auf der internationalen Sportmesse ISPO in München vom 28. bis 31. Januar 2018, wo ihn Osmotex erstmals öffentlich präsentiert.

Firmengründungen 2017 Rekordhohe Anzahl neuer Firmen in der Schweiz

Im Jahr 2017 wurden so viele neue Firmen gegründet wie noch nie. Mit 43‘453 Neueintragungen ins Schweizer Handelsregister bedeutet dies eine Zunahme von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies ist eine erfreuliche Nachricht für die gesamte Wirtschaft.

In den Deutschschweizer und Westschweizer Grossregionen stiegen die Firmengründungen signifikant an. In der Ostschweiz nahmen die Neueintragungen um zwei Prozent, in Zürich um fünf Prozent, im Espace Mittelland um sechs Prozent, in der Nordwestschweiz sowie in der Zentralschweiz betrug der Anstieg je acht Prozent. In der Romandie wurden sieben Prozent mehr neue Firmen gegründet. Nur im Tessin gingen die Neugründungen um acht Prozent zurück.
Am meisten Wachstum wurde in den Kantonen Zug (+20%), Schaffhausen (+14%), Baselland (+13%), Uri (+12%), Wallis (+11%) und Freiburg (+10%) registriert. In absoluten Zahlen wurden in den Kantonen Zürich (7‘775), Waadt (4‘393), Genf (3‘717) und Bern (3‘536) am meisten Unternehmen gegründet.

Die Analyse des IFJ Institut für Jungunternehmen zeigt, dass die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) mit einem Anteil von 38% weiterhin die beliebteste Rechtsform ist, gefolgt von der Einzelfirma (32%), der Aktiengesellschaft (AG) mit 21% und der Kollektivgesellschaft (3%). Mit der Revision des GmbH-Rechts im Jahre 2008, im Rahmen einer Gesetzesrevision des Obligationenrechts, erhöhte sich deren Verbreitung schlagartig. Zuvor wurde die seit 1936 existierende Rechtsform als «Gesellschaft mit beschränktem Horizont» etwas verschmäht. Die grundlegendsten Veränderungen waren die Zulassung der GmbH als Einpersonengesellschaft, die Aufhebung der Kapitalbeschränkung von CHF 2 Millionen und die Aufhebung der subsidiären Solidarhaftung der Gesellschafter in Stammkapitalhöhe. Die GmbH weist im Allgemeinen zwei massgebliche Vorteile auf: Gegenüber der Einzelfirma und der Kollektivgesellschaft haftet der Unternehmer bzw. die Unternehmerin lediglich mit dem Geschäftsvermögen. Das Privatvermögen bleibt also verschont. Und mit dem geringeren Kapitaleinsatz von CHF 20’000 im Vergleich zu CHF 100’000, hebt sich die GmbH auch von der AG ab.

Einblick in die Branchen
Am meisten neue Firmen werden in den Branchen Unternehmensberatung, Handwerk, Einzelhandel, Unternehmensdienstleistungen und Gastgewerbe gegründet.

Über IFJ
Was man für eine erfolgreiche Gründung braucht? Jemand, der sich auskennt, mit anpackt und auch nach dem Start immer zur Stelle ist. Mit diesem Credo hat das IFJ Institut für Jungunternehmen seit 1989 über 105’000 Unternehmer/innen in die Selbstständigkeit begleitet. Von intensiven Vorbereitungskursen bis cleveren Unternehmens-Tools für Businessplan, Buchhaltung und mehr – das IFJ unterstützt Startups nicht nur beim Gründen, sondern beim Bestehen. Dank Partnern wie bexio, Mobiliar, PostFinance, Swisscom oder der öffentlichen Hand sind die Angebote schlau, nachhaltig und vor allem: komplett kostenlos.

Link Tipps:
www.startwerk.ch
www.businessplan.ch
www.startup-space.ch

Ein Augenmedizin- und Windkraft-Startup gewinnen je CHF 130’000 bei Venture Kick

An der letzten Session des Jahres in Lausanne haben RetinAI und Skypull das Finale von Venture Kick gewonnen und sich damit je CHF 130’000 gesichert. RentinAI arbeitet an einer automatisierten Lösung um mittels künstlicher Intelligenz Pathologien im Auge sowie Ursachen von Erblinden festzustellen. Skypull entwickelt eine Drohne, mit der Wind in grosser Höhe nutzbar wird und steigert damit die Effizienz von Windenergie. Beide Firmen werden mit dem Gewinn von Venture Kick ihre Geschäftsaktivitäten ausweiten.

RetinAI, ein Spinoff der Universitäten Bern und Lausanne – Künstliche Intelligenz im Dienste der Augenmedizin
Gemäss der Statistik der Welt Gesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit 253 Millionen Menschen an einer Sehbehinderung und 36 Millionen sind blind. Die häufigsten Ursachen von Blindheit sind altersbedingte Makuladegeneration, diabetische Retinopathie und grüner Star. Hier setzt RetinAI an. Mittels künstlicher Intelligenz will das Schweizer Medtech Startup die Präventivmedizin verbessern und damit Augenärzte und Patienten während der Behandlung unterstützen. Die Früherkennung ist dabei der Schlüssel zur effektiven Behandlung von Erblindungsursachen. Bis anhin ist der Weg zu einer Diagnose aber oftmals lang und steinig. Die Untersuchungen können komplexe Scans erfordern, welche Augenspezialisten möglicherweise mangels Ausrüstung oder Zeit nicht durchführen können. RetinAI hat auf Basis der aktuellen medizinischen Bildanalyse, der Augenheilkunde und des maschinellen Lernens eine einzigartige Verarbeitungssoftware für Augenspezialisten entwickelt. Das schnelle und benutzerfreundliche System unterstützt Ärzte bei der Beurteilung der optischen Kohärenztomographie und der Fundusbildfotografie. Aus den vorhandenen Daten identifiziert es automatisch pathologische Biomarker, welche der Arzt in die Diagnose miteinbeziehen kann.

Nachdem sich RetinAI bereits Mitte 2017 eine CHF 300’000 Frühphasenfinanzierung gesichert hat, war das Startup im Juni 2017 Teil des Venture Leaders Life Science Programms. Seither arbeitet das Team aktiv mit Krankenhäusern und Universitäten zusammen, um seine Algorithmen für die Diagnostik in der Augenmedizin zu verbessern. Dank der Finanzierung von Venture Kick kann sich RetinAI auf die klinische Validierung der Software konzentrieren und das Team ausbauen. Carlos Ciller, CEO von RetinAI, erklärte: “Venture Kick ist zu einem der wichtigsten Meilensteine für Startups im Schweizer Ökosystem geworden. Die drei Kicks haben uns durch die Validierungsphase mit Experten und Investoren geholfen und uns fit gemacht für potentielle Partner und Kunden in dieser sehr kompetitiven Branche.

Skypull SA, Spinoff der ETH Zürich – Höhenwindkraftwerk zur Steigerung der Windenergie
Im Oktober 2017 wurde ein neuer Rekord gebrochen. Fast ein Viertel (24,6%) der Elektrizität in der EU wurde mit Windkraft erzeugt. Skypull, gegründet von Ingenieuren und Unternehmern, hat eine
Lösung entwickelt, um Winde in über 200 Meter Höhe nutzbar zu machen. Diese sind oft 3- bis 4-mal stärker als in niedrigeren Lagen, in denen Standard-Windturbinen arbeiten: ein fliegendes Windkraftwerk.

Das System besteht aus einer Drohne, einem Zugseil, einem Stromgenerator am Boden sowie einer innovativen Softwaresteuerung. Die Drohne, über das Zugseil am Generator befestigt, hebt ab und klettert auf über 200 m Höhe. Dort schaltet sie den Motor aus und beginnt wie ein Drachen zu gleiten und dabei das Zugseil abzurollen. Nach Erreichen der Maximalhöhe sinkt die Drohne ab und startet ihren Zyklus neu. Der Generator am Boden wandelt die mechanische Energie in Elektrizität um. Autonom und vielseitig einsetzbar, kann das System 95% mehr Energie als eine durchschnittliche Windkraftanlage erzeugen und das zur Hälfte der Kosten und bei beträchtlich verringerter Grösse und Gewicht. Die Anlage von Skypull wird rund 90-95% weniger wiegen als eine Windturbine mit äquivalenter Produktion und ausserdem deren Geräusch- und Umwelteinflüsse vermeiden.


Skypull startete seine Forschung im Jahr 2014 und entwickelte bereits 2016 den ersten Prototyp. Ziel ist es, bis Ende 2017 die Wirksamkeit nachzuweisen und mit den CHF 130’000 von Venture Kick die Realisierung eines kommerziell rentablen Prototyps bis 2020 voranzutreiben: eine 5,90m Drohne mit 100kW Nennleistung für Off- und Mini-Grid-Nutzer. Nicola Mona, Executive Officer von Skypull, teilte seine Sicht zum Programm “Venture Kick ist ein sehr anspruchsvolles und sehr lohnendes Programm, das dich stärker macht und dich für die wirkliche Welt vorbereitet! Die 11-monatige Reise von Stage 1 bis Stage 3 war eine steile Lernkurve. Wenn wir heute auf unsere Anfänge zurückblicken, dann erkennen wir, wie viel Stabilität, Drive, Glaubwürdigkeit und Vertrauen wir erworben haben.”

Über Venture Kick
Die philanthropische Initiative Venture Kick vergibt ein Startkapital von 130‘000 Franken an die Startups. Ausserdem hilft es den Jungunternehmen, ein strukturiertes und erfolgreiches Unternehmen zu werden. Entrepreneure präsentieren ihre Geschäftsideen vor einer Expertenrunde und erhalten direktes Feedback und ein weitreichendes Netzwerk aus erfahrenen Unternehmern und Investoren.

venture kick

Seit 2007 profitierten 522 Gründerprojekte von rund 21 Millionen Franken Startkapital. Daraus entstanden mehr als 392 aktive Unternehmen, welche 4’748 qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen haben. Ausserdem haben die unterstützten Jungunternehmen ein Finanzierungsvolumen von 1‘808‘000‘000 Franken erhalten. Von den TOP 100 Schweizer Startups 2017 starteten 55 ihre Unternehmerkarriere bei Venture Kick. 2017 wird Venture Kick 3 Millionen Franken an Startup Projekte vergeben um die Schweizer Wissenschaft auf dem globalen Markt zu positionieren. Mehr dazu im: Venture Kick Magazin 2017.

Venture Kick, eine Initiative der Venture Kick Stiftung, wird finanziert durch: Gebert Rüf Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, Fondation Lombard Odier, Debiopharm Group, Fondation Pro Techno, Rising Tide Foundation, European Space Agency, Engagement Migros, Swisscom, André Hoffmann, Hansjörg Wyss, Martin Haefner und Igor Fisch.

Die Birchermüesli Erfindung

Heute am 22. August 2017 wird der Schweizer Erfinder Maximilian Oskar Bircher des international bekannten Schweizer Birchermüesli 150 Jahre alt.

Max Bircher wurde geboren am 22. August 1867 in Aarau. Sein voller Namen ist: Maximilian Oskar Bircher-Benner, er war ein Schweizer Arzt und Ernährungsreformer, vor allem bekannt für die Erfindung des nach ihm benannten Birchermüesli und gilt als Pionier der Rohkostkonzept.

Müesli ist neben Schweizer Schokolade und Fondue eine der Schweizer Spezialitäten, die weltweit gegessen werden. Heute ist Müsli wesentlicher Bestandteil der europäischen Frühstückskultur.

Hier zur Erinnerung das ursprüngliche Rezept. Man nehme:
1 Esslöffel Haferflocken,
3 Esslöffel Wasser,
1-2 Äpfel (samt Haut und Kerngehäuse gerieben),
Saft einer halben Zitrone,
1 Esslöffel gezuckerte Kondensmilch,

mische alles sorgfältig und streue 1 Esslöffel geriebene Nüsse drüber.

Die Birchermüesli  Erfindung

Durch die Behandlung einer magenkranken Frau kam der Erfinder Bircher auf die Idee, eine Rohkost-Diät zu entwickeln, die er auch im Selbstversuch testete, als er an Gelbsucht erkrankte. Der bekannteste Bestandteil seiner Diät, die als Vollwertkost zu bezeichnen ist, war das Bircher-Müesli. 1903 veröffentlichte er die Schrift Grundzüge der Ernährungstherapie auf Grund der Energetik. Seine These: Nicht ihr Gehalt an Nährstoffen sei für die Qualität der Nahrungsmittel entscheidend, sondern die in ihnen auf eine nicht näher bezeichnete Weise gespeicherte Sonnenenergie. Bei Medizinern und Naturwissenschaftlern stiess Bircher Sonnenlichtnahrung Lehre bereits in der Zeit ihrer Entstehung auf Skepsis und Ablehnung, da sie biochemischen Erkenntnissen widersprach. Auch seine Theorie, dass rohe Nahrungsmittel wertvoller seien als gekochte und pflanzliche Nahrung wertvoller als Fleisch, widersprach den damals vorherrschenden Ansichten zur Ernährung. Konserven lehnte Bircher ebenso ab wie behandelte Lebensmittel wie Weißmehl oder weißer Zucker. Das Müesli bezeichnete er als Apfeldiätspeise, kurz d’Spys. Er betonte, dass dieses Rohkostgericht mit der Nahrung der Schweizer Alphirten verwandt sei, deren Lebensweise er für besonders gesund hielt. Diese Alpenkost war für ihn Vorbild.

Der Begriff „Müsli“ ist inzwischen ein Synonym für gesunde Ernährung. Sicher ist ein Teil von der Vision des Müsli Erfinders Wirklichkeit geworden, aber Lizenzen auf sein spezielles Bircher-Müsli vergab er nie.

Link Tipps:
Bircher Müsli Rezepte auf chefkoch

Energiekonzepte für die Zukunft, nicht für den Papierkorb

Das Departement Technik & Architektur der Hochschule Luzern hat eine Methode zur Erarbeitung von Energiekonzepten für Gemeinden entwickelt. Bei einer konsequenten Anwendung liessen sich damit rund zehn Prozent des Schweizer Kohlendioxid-Ausstosses einsparen. Erprobt wurde die Methode in Wohlen bei Bern, im Auftrag der Gemeinde und der BKW Energie AG.

Grossstädte verfügen über spezialisierte Teams, die sich mit der Entwicklung ihrer Energiekonzepte beschäftigen. Kleinere Gemeinden hingegen sind dabei auf sich selbst gestellt. Meist fehlt ihnen sowohl das Fachwissen als auch die Erfahrung mit ganzheitlicher Konzeptentwicklung. Das Zentrum für Integrale Gebäudetechnik (ZIG) an der Hochschule Luzern hat nun eine Methode zur Entwicklung von Energiekonzepten erarbeitet, die jede Gemeinde anwenden kann – bei Bedarf mit Unterstützung von aussen. Zum ersten Mal getestet wurde die Methode im Gemeindeteil Uettligen in Wohlen bei Bern, einer Gemeinde, die eine Vorreiterrolle im Bereich der Nachhaltigkeit übernehmen will.

Rund zehn Prozent Einsparung
Wohlen bei Bern gehört zu den 389 peri-urbanen Gemeinden der Schweiz, die 17 Prozent der eidgenössischen Gemeinwesen ausmachen. «Gingen alle diese Gemeinden ihr Energiekonzept mit der von uns entwickelten Methode an, liesse sich der Schweizer Kohlendioxid-Ausstoss um bis zu zehn Prozent reduzieren. Das sind jährlich 2,5 Megatonnen», sagt Thomas Schluck, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Departements Technik & Architektur der Hochschule Luzern, der massgeblich an der Entwicklung der Methode beteiligt war. Bis ins Jahr 2050 muss die Wärmeaufbereitung aller Schweizer Heizungen erneuert werden. Diese langfristige Perspektive hat die Methode des ZIG im Blick. Mit welcher Lösung werden die individuellen Heizungen der öffentlichen und der privaten Gebäude am besten ersetzt? Was überzeugt die Hauseigentümerinnen und -eigentümer, sich tatsächlich für den Vorschlag zu entscheiden?

Das empfohlene Energiekonzept für den Gemeindeteil Uettligen in Wohlen bei Bern im Überblick. Rot: Wärmeverbund für Warmwasser und Raumwärme. Blau: Energetische Sanierung und ein Ersatz der Wärmeerzeuger mit vornehmlich Wärmepumpensystemen. Orange: Kombination von energetischer Sanierung und dem Einsatz von Holzheizungen für die verstreuten Gebäude. Weiterer Bestandteil in allen Gebieten ist der umfangreiche Zubau von Photovoltaikanlagen.

Die naheliegendste Lösung ist nicht immer die beste
Oftmals gehen Gemeinden bei der Entwicklung ihres Konzepts nicht von der Problemstellung aus, sondern von dem, was sich als Lösung scheinbar anbietet. Ein Wald auf dem Gemeindegebiet bedeutet jedoch nicht, dass Holzschnitzel-Heizungen die effizienteste Antwort auf den Energiebedarf des gesamten Ortes darstellen. Deshalb setzt die Methode der Hochschule Luzern nicht erst bei der Berechnung von möglichen Lösungen an. Es geht vielmehr darum, die Situation in ihrer ganzen Komplexität sichtbar zu machen. Im Gemeindeteil Uettligen entschied man sich aufgrund einer sorgfältigen Situationsanalyse für drei unterschiedliche Technologien: Der dicht bebaute Ortskern eignet sich besonders für einen Holzwärmeverbund. In den Wohngegenden am Dorfrand wird der Einsatz von Wärmepumpen in Kombination mit einer energetischen Sanierung der einzelnen Gebäude empfohlen, da sich ein Anschluss an den Wärmeverbund ökonomisch kaum lohnt. Für die alleinstehenden, abgelegenen Höfe schliesslich sieht das Konzept Holzheizungen vor. Solarenergie kann ergänzend in allen drei Gebieten eingesetzt werden.

Alle Ansprechgruppen einbeziehen
Damit ein Konzept bei allen politischen Akteuren sowie bei den privaten Hausbesitzerinnen und -besitzern auf Akzeptanz stösst, ist eine vorgängige Klärung, wer von Anfang an durch wen einbezogen werden muss, wichtig – und zwar nicht erst bei der Entwicklung von Lösungen, sondern schon bei der Formulierung der Zielsetzung. Für eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung wird derzeit eine Gemeinde-Plattform erarbeitet.

Die wichtigste Grundlage für ein erfolgreiches Konzept ist eine sorgfältige Recherche zum bestehenden und zukünftigen Energiebedarf. Thomas Schluck bietet deshalb ausführliche Informationen dazu an, welche Dokumente dafür hilfreich sind und wo man am besten danach sucht. Erst auf dieser Grundlage wird das eigentliche Konzept entwickelt. Das Team vom Zentrum für Integrale Gebäudetechnik freut sich bereits auf die Chance, die Methode gemeinsam mit anderen Gemeinden weiter zu entwickeln. Im Rückblick auf den Prozess in Wohlen stellt Schluck fest: «Erstellt man ein Energiekonzept ohne die Komplexität des Systems zu berücksichtigen, wird das Resultat negativ beeinflusst. Wenn man jedoch unsere Methode benutzt, fragt man sich: Was soll eigentlich an der Entwicklung eines Energiekonzepts kompliziert sein?»

Die Beschreibung der Methode findet sich hier auf dem Repositorium der Hochschule Luzern.

Für Printmedien: Die Beschreibung der Methode findet sich unter dem Namen des Autors, Thomas Schluck, auf dem Repositorium der Hochschule Luzern: zenondo.org.

130’000 Schweizer Franken gehen an das ETH Spin-off Haelixa

Das Startup Haelixa, geführt von Michela Puddu, PhD an der ETH, erobert die Ölindustrie mit seiner brandneuen Technologie. Spezielle DNS-basierte Partikel ermöglichen Öl-Bohr-Unternehmen sehr genaue 3D Visualisierungen der Untergrund Reservoire. Dieses innovative Startup gewinnt 130‘000 Franken Startkapital am Venture Kick Finale.

Bisher wurden toxische oder radioaktive Flüssigkeiten für die Bewertung von Öl-Reservoiren eingesetzt. Trotz hohen Kosten und ungenauen Resultaten werden diese Prozesse bis heute angewandt. Um unnötige Ölbohrungen zu verhindern, wollen Öl-Firmen ihr Wissen über den Untergrund stets verbessern.


Das Team von Haelixa: Gediminas Mikutis und Michela Puddu

Schweizer Startup auf internationalem Erfolgskurs mit seiner Innovation für die Öl-Industrie
Haelixa entwickelt zum Patent angemeldete DNS-basierte Partikel, welche nicht-toxisch und umweltfreundlich sind. Mit dieser Innovation ermöglichen sie nachhaltige und kostengünstige Feldarbeiten. Haelixa hat bereits seine ersten Umsätze erzielt und arbeitet nun auf den ersten Ölfeldern. Haelixa wurde auch schon von verschiedenen Marktführern dieser Industrie angegangen und plant seine globale Expansion. Mit der Unterstützung eines wichtigen Meinungsführers aus dem Öl-Geschäft, steht der Markteinführung nichts mehr im Weg. „Venture Kick ist ein fantastisches Angebot für Startups, nicht nur für die Finanzierung in einer frühen Phase, sondern auch für die Geschäftsentwicklung, wo wertvolle Inputs von Experten helfen, die Geschäftsidee in ein erfolgreiches Business umzuwandeln. Wir sind dem Venture Kick Experten-Team sehr dankbar, dass sie an uns geglaubt und uns unterstützt haben,“ erzählt Michela Puddu, Mitgründerin und CEO von Haelixa. 2016 hat sie ihre Technologie mit der Schweizer Startup Nationalmannschaft US Investoren vorgestellt und das Team als Kapitän angeführt.

Links:
Video Über Haelixa

Über Venture Kick
Die philanthropische Initiative Venture Kick vergibt ein Startkapital von 130‘000 Franken an die Startups. Ausserdem hilft es den Jungunternehmen, ein strukturiertes und erfolgreiches Unternehmen zu werden. Entrepreneure präsentieren ihre Geschäftsideen vor einer Expertenrunde und erhalten direktes Feedback und ein weitreichendes Netzwerk aus erfahrenen Unternehmern und Investoren.
Seit 2007 profitierten 463 Gründerprojekte von rund 18‘650‘000 Franken Startkapital. Daraus entstanden 303 aktive High-Tech Unternehmen, welche 3‘881 qualifizierte Arbeitsplätze geschaffen haben. Ausserdem haben die unterstützten Jungunternehmen ein Finanzierungsvolumen von 1‘347‘000‘000 Franken erhalten. Von den TOP 100 Schweizer Startups 2016 starteten 54 ihre Unternehmerkarriere bei Venture Kick. 2017 wird Venture Kick 3’000‘000 Franken an Startup Projekte vergeben um die Schweizer Wissenschaft auf dem globalen Markt zu positionieren. Mehr dazu im: Venture Kick Jahresbericht 2016.
Venture Kick, eine Initiative der Venture Kick Stiftung, wird finanziert durch: Gebert Rüf Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, Fondation Lombard Odier, Debiopharm Group, Fondation Pro Techno, Rising Tide Foundation, European Space Agency, Engagement Migros, Swisscom, André Hoffmann, Hansjörg Wyss and Martin Haefner.

Tumorerkennung innert 5 Minuten – QUO am Swiss Innovation Forum

Der Zürcher Innovationsdienstleister QUO entwickelte in erfolgreicher Zusammenarbeit mit dem Lausanner Start-up Lunaphore ein seriennahes Gerät zur zeit- und kostensparenden Erkennung von Tumorzellen. Am 24. November 2016 werden QUO und Lunaphore den Prototypen am Swiss Innovation Forum im Congress Center Basel vorstellen.
Zürich, 23. November 2016 – Die neue Technologie des EPFL-Spin-offs Lunaphore verkürzt das Verfahren der Antikörperfärbung. Das Verfahren wird verwendet, um Proteine oder andere Stoffe sichtbar zu machen und wird in der Medizin zur Bestimmung von Tumorzellen eingesetzt. In den neuen Hochdruckkammern von Lunaphore verkürzt sich dieses Verfahren von acht Stunden auf fünf Minuten. Den entscheidenden Sprung vom Vorführmodell zum seriennahen Prototyp schaffte das Lausanner Unternehmen in enger Zusammenarbeit mit dem Zürcher Innovationsdienstleister QUO.

lunaphore-erfindung

lunaphore-erfindung

Messestand am Swiss Innovation Forum
Am 24. November 2016 stellen QUO und Lunaphore den Prototyp des Diagnosegeräts am Swiss Innovation Forum im Congress Center Basel vor. Das Swiss Innovation Forum ist mit über 1’000 Besucherinnen und Besucher die führende Schweizer Innovationskonferenz und findet zum elften Mal statt. QUO und Lunaphore werden am Messestand Nummer 26 der Future Expo, einer Ausstellung des Swiss Innovation Forum, die neustes Wissen aus den unterschiedlichsten Branchen vorstellt, präsent sein.

QUO ist flexibel und liefert schnelle Lösungen
Lunaphore benötigte in kürzester Zeit einen Prototyp, der in kleiner Stückzahl hergestellt und Forschungslabors zur Verfügung gestellt werden kann. Damit der Prototyp im Laboralltag besteht und zuverlässig funktioniert, müssen die Schlüsselkomponenten robust sein und die Laboranten das Gerät einfach bedienen können. Als kleines Unternehmen fehlte Lunaphore das Wissen zur Entwicklung bestimmter Komponenten. Das Start-up entschied sich deshalb, mit einem externen Dienstleister zusammenzuarbeiten. Traditionelle Innovationsdienstleister stellten jedoch das Lausanner-Unternehmen vor zwei Herausforderungen: Erstens priorisieren externe Innovationsdienstleister Projekte mit kleinen Budgets nicht. Zweitens arbeiten externe Produktentwickler an vordefinierten Aufgaben. Lunaphore wollte aber nicht das gesamte Projekt auslagern, sondern mit dem externen Dienstleister ad hoc an Teilaufgaben zusammenarbeiten. In QUO, das schon für Grossunternehmen wie Roche Diagnostics und Nobel Biocare Lösungen erbrachte, fanden sie einen Dienstleister, der ein kleines Unternehmen flexibel, zeitnah und aufmerksam im Arbeitsalltag unterstützte.

lunaphore

lunaphore

Optimierung der Komponenten und Endmontage
Das interdisziplinäre QUO-Team aus Ingenieuren, Designern und Konstrukteuren ergänzte mit ihrem Know-how die Kompetenzen Lunaphores bei spezifischen Aufgaben. QUO optimierte mechanische Komponenten, etwa für Aufnahme und den Verschluss der Proben oder den Zugriff auf die Reagenzflaschen. Das QUO-Team entwarf ein ergonomisches und professionelles Gehäuse, definierte Materialien und Herstellungsverfahren, die sich für kleine Stückzahlen eignen, und evaluierte externe Partner für die Fertigung der Komponenten. Die Endmontage und Inbetriebnahme erfolgte in der Werkstatt von QUO zusammen mit dem Kunden.

Innert vier Monaten am Ziel
Innerhalb von knapp vier Monaten schaffte das junge Unternehmen den Schritt vom Vorführmodell zum seriennahen Prototyp und baute intern das Know-how in der Produktentwicklung auf. Parallel dazu entwarf QUO in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden eine Vision für die nächste Produktgeneration. Dank dieser kann Lunaphore die weitere technische Entwicklung gezielt vorantreiben.

Über QUO AG
Der Innovationsdienstleister QUO AG entwickelt zusammen mit Kunden aus unterschiedlichen Branchen neuartige Produkte, Geschäftsmodelle und Verfahren – von der Idee bis zum Prototyp. Das interdisziplinäre Team vereint breite technologische Kompetenzen mit Querdenken, Kreativität und Objektivität. Mit dieser Innovationskultur und Erfahrungen aus gut 400 Projekten erarbeitet QUO einzigartige Wettbewerbsvorteile für Startup-Unternehmen, mittelständische Firmen und internationale Grosskonzerne.