Faltbarer und recycelbarer Fahrradhelm gewinnt den James Dyson Award 2016

Isis Shiffer aus New York hat den diesjährigen James Dyson Award mit ihrer Erfindung EcoHelmet gewonnen. EcoHelmet ist ein faltbarer, recycelbarer Fahrradhelm und ist für den Einsatz bei Leihrädern gedacht.

Fahrradverleihstationen sind weltweit im Kommen und werden von Millionen von Menschen genutzt. Doch die Nutzer von Leihrädern tragen selten Helme – eine möglicherweise tödliche Entscheidung. Laut dem Bicycle Helmet Safety Institute wurden im Jahr 2015 mehr als 800 Radfahrer auf US-Strassen getötet.

Isis Shiffer, eine Hochschulabsolventin des Pratt Institute of Design in New York hat sich dieses Problems angenommen. Ihre Lösung, der EcoHelmet, ein faltbarer, recycelbarer Fahrradhelm für Nutzer von Leihrädern, gewinnt den internationalen Wettbewerb des James Dyson Award 2016.

Der EcoHelmet nutzt dabei eine einzigartige wabenförmige Konfiguration als Aufprallschutz für den Kopf und wird bei Nichtbenutzung flach zusammengefaltet. Durch eine biologisch abbaubare Beschichtung ist er bis zu drei Stunden resistent gegen Regen. Durch das leichte, robuste Design des EcoHelmet sind Radfahrer in der Lage, sicher und bequem zu fahren.

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Die Zellstruktur des EcoHelmet verteilt die Einwirkung des Aufpralls ebenso gleichmässig um den Kopf herum wie ein traditioneller Polyesterhelm. Durch die sternförmige Anordnung der Zellen schützen sie den Nutzer gegen Gewalteinwirkungen aus jeder Richtung. Die Einfachheit der Konstruktion des EcoHelmet in Verbindung mit den kostengünstigen Materialien halten die Herstellungskosten gering. Isis Shiffer plant nun, den Fahrradverleihstationen ihren EcoHelmet für $5 pro Helm anzubieten.

„Ich hatte das Glück, ein Semester am Royal College of Art und am Imperial College of London studieren zu können, und erhielt Zugang zum Crashtestlabor des Imperial College of London. Dort gab es einen Helm-Crashtestaufbau nach Euronorm, der mir ermöglichte, genügend Daten zur urheberrechtlich geschützten Wabenkonstruktion des EcoHelmet zu sammeln. Und, um herauszufinden, ob sie rentabel war und es sich lohnt, sie zu entwickeln“, so die Gewinnerin und Designerin Isis Shiffer zu ihrer Erfindung.

James Dyson, selbst Erfinder und Ingenieur, sagt über den EcoHelmet: „EcoHelmet löst ein offensichtliches Problem auf unglaublich elegante Art und Weise. Doch seine Einfachheit verbirgt viel Forschung und Entwicklung. Ich freue mich darauf, dass die EcoHelmets von Fahrradverleihstationen weltweit genutzt werden.”

ecohelmet-innovation

Internationale Zweitplatzierte

Respia – von Katherine Kawecki
Australien, Industriedesign, University of New South Wales

Problem: Asthmapatienten leiden häufig unter Atemnot und Panik, was es schwierig macht, herauszufinden, welche Medikamente sie nehmen und wann sie dies tun sollten. Etwa 250 000 Menschen sterben jedes Jahr vorzeitig an Asthma und viele dieser Todesfälle könnten mit der richtigen Diagnose und Behandlung vermieden werden.

Lösung: Respia ist ein Asthma-Managementsystem, dass die Atemwegsgesundheit und die Medikamenteneinnahme des Benutzers aufzeichnet. Es ist eine vollständige Neukonstruktion der vorhandenen Aerosol-Inhalatoren, gepaart mit dem weltweit ersten tragbaren Pflaster zur Aufzeichnung der Atemwegsgesundheit.

Intelligente Kontaktlinsenplattform, Kanada
Huayi Gao, Nanotechnologie, University of Waterloo

Problem: Die Messung der Blutzuckerwerte bei Diabetikern ist ein invasives Verfahren. Es erfordert die Abnahme von Blut oder das Durchstechen der Haut, was grob, unangenehm und schmerzhaft sein kann.

Lösung: Die intelligente Kontaktlinse nutzt modernste Wissenschaft und die Nanotechnologie zur Herstellung einer Kontaktlinse mit einem Sensor, der den Glukosespiegel des Benutzers ständig überwacht. Nach der Analyse der Glukosekonzentration im Tränenfilm des Benutzers überträgt der Sensor die Daten an das Mobiltelefon des Benutzers, sodass dieser seine Diabetesbehandlung besser darauf abstimmen kann.

Über James Dyson Award

Der James Dyson Award wird in 22 Ländern durch die James Dyson Foundation ausgetragen, die damit innovative Studenten weltweit unterstützt. Der Award ist die Chance für junge Designer und Designerinnen, auf nationaler und internationaler Ebene entdeckt zu werden und erste Erfahrungen im Wettbewerbsgeschäft zu sammeln.

James Dyson Award – die Preise
Internationale Gewinner:
• Der internationale Preis beinhaltet £ 30 000 für den Studenten.
• £ 5000 für den Fachbereich des Studenten.

Zwei international Zweitplatzierte:
Jeweils £ 5000


Über den EcoHelmet

• Die Designerin des EcoHelmet ist Absolventin des Pratt Design Institute in New York im Jahrgang 2016. Isis Shiffer (28) hat einen BFA (Bachelor of Fine Arts) in Bildhauerei der University of Pennsylvania, einen Master in Industrie- und Produktdesign und ist CEO und Chefdesignerin bei Spitfire Industry LLC.
• EcoHelmet hat sich mit dem Unternehmen MemBrain LLC aus Los Angeles für weitere Tests, zur Produktion und zum Marketing des Produkts zusammengeschlossen.

EcoHelmet from Isis Shiffer on Vimeo.

Link Tipps:
Mehr Infos über ecohelmet: https://www.jamesdysonaward.org/de/projects/ecohelmet/
Nationaler Gewinner des James Dyson Awards 2016 WORKIT: https://www.jamesdysonaward.org/projects/workit-visioneers-rapid-demonstration-kit/

14. James Dyson Award in der Schweiz

Geniales Ingenieur-Tool gewinnt Studentenpreis

Christa Tresch hat mit dem intuitiv bedienbaren Bausatzsystem Workit den diesjährigen James Dyson Award in der Schweiz gewonnen. Das Visualisierungs- und Kommunikationstool erlaubt es mit wenigen Handgriffen, räumliche Skizzen von Produktkonzepten in Originalgrösse zu erstellen. Es vereinfacht dadurch die Produktentwicklung in der Startphase und erleichtert damit die Kommunikation zwischen Ingenieur und Auftraggeber.

Christa_Tresch

Der 14. James Dyson Award wurde in der Schweiz in Zusammenarbeit mit der swiss design association (sda) verliehen. Die nationale Jury bestimmte aus 34 eingereichten Schweizer Projekten von Studierenden aus den Studiengängen Industrie- und Produktdesign das beste nationale Projekt sowie 4 weitere für das internationale Finale. Mit dem Gewinnerprojekt Workit wurde ein intuitiv bedienbares Visualisierungs- und Kommunikationstool für Ingenieure gewählt, dass der schnellen Darstellung von Produktideen dient und so einen raschen Konsens zwischen Auftraggeber und Ingenieur ermöglicht.

Die weiteren Schweizer Projekte für das internationale Finale sind eine tragbare Energiequelle für Outdoorsportler (Micro Wind Turbine) und eine neu entwickelte Produktfamilie zur Erfassung des Glukosewerts (Concept 6.1), die sich besser in den Alltag des Patienten integrieren lässt und durch die Digitalisierung eine direkte Kommunikation mit dem Arzt ermöglicht. Ebenso überzeugte die 6-köpfige Jury das Projekt COR, ein mobiles EKG-Gerät, welches eine kabellose Verbindung zu den Elektroden herstellt und somit eine einfache und hygienische Handhabung ermöglicht und welches die Daten direkt ins Spital sendet, bevor der Notfallpatient eintrifft. Mit rescuePYTHON System erreicht ein innovatives Rettungsgurtzeug das internationale Finale des James Dyson Award. rescuePHYTON System dient zur Entlastung des Gewichts von Tragbahren im Rettungseinsatz.

Workit: das schnelle Demonstrations-Tool für Visionäre
Beim James Dyson Award werden Problemlöser gesucht. Zu den Anmeldekriterien meint Jurymitglied Prof. Gregor Naef: „Im Wesentlichen achten wir beim eingereichten Projekt auf den praktischen Nutzen und die Marktrelevanz. Es sollte zudem nachhaltig und formschön sein. Nur mit hervorragend gestalteten Produktkonzepten ist im strengen Wettbewerb die Chance auf Erfolg gegeben.“

WORKIT

Die Inspiration zu Workit entstand durch den Wunsch nach einem Kommunikationswerkzeug für Ingenieure, das in Kundenmeetings das Demonstrieren unterschiedlicher Lösungen von Produktkonzepten ermöglicht. „Vor allem wenn es darum geht, mit einem Auftraggeber erste Ideen zu generieren, sind Lösungsansätze über die Anordnung und den Aufbau der technischen Komponenten sowie der Benutzungsabläufe schwer kommunizierbar“, so die JDA-Gewinnerin Christa Tresch. Sie stellte sich der Herausforderung, in Zusammenarbeit mit Helbling Technik, und entwickelte Workit an der Zürcher Hochschule der Künste in ihrer Bachelorarbeit, die mit der Höchstnote ausgezeichnet wurde.

Das Tool ermöglicht es, die Ideen von Ingenieur und Auftraggeber durch die räumliche Konstruktion zu veranschaulichen. Der Bauraum wird mit einem Draht und einem Biegetool definiert. Je nach Ausgangslage werden die Module (wie Display, Batterie, Schalter, Motor, etc.) bestimmt und in die Fassungen gelegt. Diese sind parametrisch aufgebaut und werden mit dem Rapid-Prototyping-Verfahren hergestellt, sodass das Kit beliebig erweiterbar bleibt. Verschiedene Clips verbinden die Komponenten mit der sogenannten Outline und ermöglichen vielfältige Aufbaumöglichkeiten. Durch das Verbinden der Komponenten mit geraden und gewinkelten Klinkenstreckern lässt sich der Aufbau mittels einer Software zur Simulation ansteuern.

Workit erlaubt es so, innerhalb eines Workshop-Tages, erste Visionen in eine dreidimensionale Skizze zu übertragen und Varianten zu erproben. Es fördert so den früheren Konsens, da die Kommunikation vereinfacht und der Prozess beschleunigt wird. Jurymitglied Dominic Sturm lobt die Erfindung: „Mit Christa Tresch hat sich nun eine Produktdesignerin der oft schwierigen Kommunikation zwischen Auftraggebern, Designern und Ingenieuren angenommen. Das intuitiv bedienbare Visualisierungs- und Kommunikationstool Workit erlaubt es, mit wenigen Handgriffen räumliche Skizzen von Produktkonzepten in Originalgrösse zu erstellen.“

Christa Tresch gewinnt hierzulande den James Dyson Award 2016 und erhält 3000 Franken sowie eine Jungmitgliedschaft bei der swiss design association.

Die Schweizer Finalisten
Viele hochqualitative Projekte wurden dieses Jahr von Studenten der Schweizer Hochschulen eingereicht. Vier Entwicklungen und das Schweizer Siegerprojekt wurden von der Jury ins internationale Finale gewählt.

Das Handy einmal schnell in der freien Natur aufladen? Kein Problem mit Mikro Wind Turbine. Das Projekt von Nils Ferber von der Haute école d’art et de design Lausanne (ECAL) überzeugte die Jury und schaffte den Einzug ins Finale. Die Mikro Wind Turbine ist eine neuartige Alternative zur Generierung von Energie in der Wildnis. Weniger als ein Kilogramm schwer und mit der Grösse eines Wanderstocks kann die Mikro Wind Turbine bei Tag und Nacht durch Wind Energie erzeugen und ist durch ihr minimales Gewicht und die bequeme Handhabung ein praktisches Gadget für Wanderer, Trekker und solche, die gerne draussen, fernab von allem, unterwegs sind.

Ebenso überzeugte die Jury das Projekt COR von Nils Loos und Andrin Pavlovic von der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Das mobile EKG-Gerät ist durch seine Bauweise effizient bei medizinischen Vorfällen einsetzbar. So kann es während des Einsatzes einfach auf der Tragbahre des Patienten platziert werden. Zudem ermöglicht eine Wirelessverbindung zu den Elektroden eine einfache und hygienische Handhabung und sendet die Daten des Patienten direkt während des Einsatzes ins Spital, noch bevor der Notfallpatient eintrifft.
Das innovative Gurtzeug für medizinische Notfälle rescuePHYTON System von Stella Mühlhaus (ZHdK), Monika Bierbaum (ZHdK), Linda Schnorf (ZHdK) und Vincent Seydoux (ETH) überzeugte die Jury. Das Tandemprojekt der ETH Zürich und der Zürcher Hochschule der Künste stellte sich der Herausforderung, wie bei einem Rettungseinsatz die Rettungskräfte einfach und schnell im wahrsten Sinne des Wortes entlastet werden können. rescuePHYTON System lässt sich wie ein Gurt über die Schultern ziehen, und die Halter befestigt die Rettungskraft einfach an der Tragbahre. So werden die Hände schnell vom Gewicht entlastet.

Concept 6.1 vom JDA-Finalisten Remo Mathys von der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) / Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel, Institut Industrial Design, zeigt mit einer ganzen Produktfamilie (Messgerät, Spritze und Pumpe) eine zukünftige Therapie von Diabetes auf. Diese entlastet die Medizin und erleichtert das Leben des Patienten.

Die besten 5 Schweizer Projekte für das internationale Finale sind gewählt

– Schweizer Gewinner und Finalist WORKIT

Finalist – Concept 6.1
Finalist – Micro Wind Turbine
Finalist – rescuePHYTON System
Finalist – COR

Das Schweizer Gewinnerprojekt wird mit den vier anderen Erfindungen an das internationale Finale des James Dyson Award weitergereicht. Hier erhalten alle nochmals die Chance, 30 000 Pfund zu gewinnen. Die Qualität der Projekte war für das Weiterkommen entscheidend, denn nur bis zu 5 hochwertige Produktideen durften gemäss Reglement weitergereicht werden. Der internationale Gewinner wird am 27. Oktober 2016 bekannt gegeben.

James Dyson Award 2016

Über den James Dyson Award

Beim James Dyson Award können Studierende weltweit ihre Projekte auf der Internetplattform www.jamesdysonaward.org anmelden. Dort präsentieren die Teilnehmenden die Erfindungen mittels Video-, Bild- und Textdateien. Auf der Website können Interessierte auch jederzeit die weltweit eingereichten Projekte einsehen. Nationale Jurys bewerten die Projekte und reichen bis zu 5 Projekte ans internationale Finale ein und bestimmen einen Ländergewinner.

In der Schweiz setzte sich die Jury zusammen aus Urs Honegger (Redaktor „Hochparterre“), Alexis Georgacopoulos (Direktor ECAL), Nicole Kind (Leiterin Industrial Design an der Zürcher Hochschule der Künste), Prof. Gregor Naef (langjähriger Präsident der swiss design association, Dozent an der Hochschule für Gestaltung und Kunst am Institut Industrial Design in Basel, FHNW) und Peter Schweizer (Geschäftsführer Methosys GmbH) sowie Dominic Sturm (Designer, Vorstandsmitglied der swiss design association). Im Vorfeld sind weltweit über 960 Projekte aus 22 Ländern angemeldet worden.

Der James Dyson Award wird international durch die James Dyson Foundation verliehen, die damit innovative Studenten weltweit unterstützt. Der Award ist die Chance für junge Designer und Designerinnen, auf nationaler und internationaler Ebene entdeckt zu werden und erste Erfahrungen im Wettbewerbsgeschäft zu sammeln.

Bildlegende zum Gewinnerprojekt:
Sieger James Dyson Award Schweiz 2016: Christa Tresch hat mit Workit ein Kommunikationswerkzeug entwickelt, das eine vereinfachte Visualisierungskommunikation zwischen Ingenieur und Auftraggeber ermöglicht.