Produktion von Kerosin aus Sonnenlicht

Im Rahmen des EU-geförderten Forschungsprojekt SOLAR-JET ist es gelungen, synthetisiertes „solares“ Kerosin herzustellen. Der gesamte Produktionsprozess für erneuerbaren Kraftstoff aus Sonnenlicht, Wasser und Kohlendioxid (CO2) wurde erstmals erfolgreich durchlaufen. Darüber hinaus hat dieser Produktionsprozess das Potenzial, dass auch andere Kraftstoffarten wie Diesel, Benzin oder reiner Wasserstoff damit nachhaltig hergestellt werden könnten.

Darstellung des Funktionsprinzips. (Illustration: SOLAR-JET)

Darstellung des Funktionsprinzips. (Illustration: SOLAR-JET)

Mehrere namhafte wissenschaftliche Einrichtungen von der akademischen Forschung bis zur Industrieforschung (ETH Zürich, Bauhaus Luftfahrt, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, ARTTIC und Shell Global Solutions) haben einen thermochemischen Produktionspfad untersucht, der konzentrierte Sonnenenergie nutzt. Dessen neuartige Solarreaktor-Technologie ermöglicht es, flüssige Kohlenwasserstoffe als nachhaltige Kraftstoffe für Mobilität und Verkehr zu gewinnen.

„Zunehmende Herausforderungen in Bezug auf Umweltschutz und Versorgungssicherheit führen dazu, dass der Luftfahrtsektor Alternativen zum herkömmlichen Kraftstoff erforscht. Als sogenannte ‚drop-in-Lösung‘ soll diese in bestehenden Infrastrukturen genutzt werden können“, so Dr. Andreas Sizmann, Projekt-Koordinator im Bauhaus Luftfahrt. „Mit dem ersten praktischen Machbarkeitsnachweis für die Herstellung von ‚solarem‘ Kerosin macht das Projekt SOLAR-JET einen großen Schritt in Richtung einer wirklich nachhaltigen Kraftstoffalternative mit nahezu unbegrenzten Ressourcen.“

Das Projekt SOLAR-JET entwickelte einen innovativen Prozess, bei dem konzentriertes Sonnenlicht CO2 und Wasser zu einem sogenannten Synthesegas umwandelt. Dies wird mittels einer Redoxreaktion von Metalloxiden bei hohen Temperaturen erreicht. Das Synthesegas, eine Mischung aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid, wird abschließend mit Hilfe des bereits am Markt etablierten Fischer-Tropsch-Verfahrens in Kerosin umgewandelt.

„Die Solarreaktor-Technologie ermöglicht einen verbesserten Strahlungswärmetransfer und einen schnelleren Reaktionsablauf. Beides ist entscheidend für die Effizienz der Umwandlung von Solarenergie in Kraftstoff”, erklärt Professor Aldo Steinfeld, Inhaber des Lehrstuhls für Erneuerbare Energieträger und Leiter der Forschungsgruppe des Solarreaktors an der ETH Zürich.

Solar Reactor Innovation

Während die solargetriebene Redoxreaktion noch am Anfang ihrer Entwicklung steht, wird die Verarbeitung von Synthesegas zu Kraftstoff bereits von Unternehmen wie Shell im globalen Maßstab angewandt. Die Kombination dieser beiden Prozesse ermöglicht auf lange Sicht eine sichere und nachhaltige Versorgung mit erneuerbarem Kraftstoff für die Luftfahrt und andere Verkehrsträger. Mit dem Fischer-Tropsch-Verfahren hergestelltes Kerosin ist zudem bereits für die Verwendung in der Luftfahrt zertifiziert.

„Die Nutzung von konzentriertem Sonnenlicht stellt einen potenziell sehr interessanten neuen Produktionspfad für Kraftstoffe auf Basis flüssiger Kohlenwasserstoffe dar“, ergänzt Professor Hans Geerlings von Shell. „Obwohl einzelne Prozessschritte bereits vorher in verschiedenen Maßstäben durchgeführt wurden, war vormals noch kein Versuch unternommen worden, alle Komponenten in ein durchgängiges System zu integrieren. Wir freuen uns daher, gemeinsam mit den Projektpartnern die Forschung und Entwicklung dieser aufstrebenden Technologie in der kommenden Projektphase weiter voranzutreiben.“

Das Projekt SOLAR-JET (Solar chemical reactor demonstration and Optimization for Long-term Availability of Renewable JET fuel) wurde im Juni 2011 gestartet und wird von der Europäischen Union im Zuge ihres 7. Forschungsrahmenprogramms über eine Dauer von vier Jahren gefördert. Im ersten Schritt wurde die technische Machbarkeit der Herstellung von Flugzeugkraftstoff aus Sonnenlicht bewiesen. In der nächsten Projektphase wird es das Ziel der Partner sein, den Solarreaktor weiter zu optimieren sowie technische und wirtschaftliche Potenziale einer Umsetzung im industriellen Maßstab zu untersuchen. Die Forschungsergebnisse des Projektes SOLAR-JET werden einen bedeutenden Beitrag dazu leisten, Europa die Führungsposition für Forschung, Innovation und Produktion von nachhaltigem Treibstoff aus konzentrierter Sonnenenergie zu sichern.

Jugendliche Innovationskraft in Lausanne unter Beweis gestellt

Vom Donnerstag 1. Mai bis Samstag 3. Mai 2014 haben sich am 48. Nationalen Wettbewerb der Stiftung Schweizer Jugend forscht 100 der talentiertesten Jugendlichen aus der ganzen Schweiz mit 82 wissenschaftlichen Projekten untereinander gemessen. Die besten Arbeiten wurden mit insgesamt 38 nationalen und internationalen Sonderpreisen ausgezeichnet, durch welche unsere erfolgreichsten Nachwuchsforschenden die Gelegenheit erhalten, die Schweizer Innovationskraft in die Welt hinauszutragen.

Das grosse Finale: Preisverleihung im Rolex Learning Center an der EPFL
Ein langer Weg liegt hinter den 100 Jugendlichen, die heute gespannt auf die Verkündung der Preise warteten. Um am Nationalen Wettbewerb dabei zu sein, mussten sie vor knapp einem Jahr ihre Arbeit einreichen und mit fachlicher Unterstützung eines persönlich zugeteilten Experten die Vorselektion im Rahmen eines Workshops überstehen. Von den rund 250 Jugendlichen, die sich für den Wettbewerb angemeldet haben, schafften schlussendlich 100 den Finaleinzug in Lausanne.

Spannenden Fragen auf den Grund gehen
An der öffentlichen Ausstellung von gestern Freitag stellten die teilnehmenden Jungtalente aus der Gymnasial- und Berufsbildung ihre Forschungsprojekte mit Postern, Prototypen und Ausstellungsobjekten vor und standen den zahlreichen Gästen Rede und Antwort. Die breite Abdeckung mit 17 vertretenen Kantonen erlaubt ein repräsentatives Bild schweizerischer Nachwuchsforschung und macht diesen Wettbewerb zu einer einzigartigen nationalen Veranstaltung. Fachexperten aus Wissenschaft und Industrie hatten die Aufgabe, die Arbeiten nach strengen Kriterien zu beurteilen. Jeder der sieben Fachbereiche bot wissenschaftlich fundierte Antworten auf spannende Forschungsfragen wie zum Beispiel: Unter welchen Bedingungen bleibt man Idealen treu und was führt dazu, dass man Idealen aus der Jugendzeit abschwört? Wie entwickelt man einen Getränkeautomaten, der die eigene Geschmacksrichtung erkennt? Welche sportpsychologischen Techniken kann ein Leistungssportler im Rudern anwenden, mit dem Ziel, seine persönliche sportliche Leistung zu steigern? Haben Frauen und Männer verschiedene Moralvorstellungen?

Eure grauen Zellen versprechen euch eine bunte Zukunft!
Die heutige Preisverleihung startete mit einer Festrede von Liliane Maury Pasquier, Ständerätin aus Genf und Stiftungsrätin von Schweizer Jugend forscht. Sie gratulierte allen Teilnehmenden herzlich für deren Einzug ins Finale und betonte in ihrer Rede die Wichtigkeit der Nachwuchsförderung für die Schweiz. Sie unterstrich einmal mehr, dass das Humankapital eine der wichtigsten Ressourcen der Schweiz ist und nur eine gezielte Förderung dieses Kapitals die Zukunft der Schweiz sichern kann. Sie rundete ihre Rede mit folgendem Satz ab: „Votre matière grise, c’est la promesse d’un avenir éclatant qui, grâce à vos divers talents, sera multicolore !“

Im zweiten Teil der Preisverleihung haben die Jugendlichen endlich erfahren, wie die Fachjury ihre Forschungsprojekte bewertet hat. Von den 100 Jugendlichen erhielten 35 das Prädikat «gut», 50 «sehr gut» und 15 «hervorragend». Entsprechend diesen Prädikaten wurden Bargeldpreise im Gesamtwert von rund 75‘500 Franken vergeben. Die innovativsten Arbeiten wurden zudem mit einem von insgesamt 38 Sonderpreisen ausgezeichnet, welche u.a. zu einem Besuch eines zweiwöchigen Wissenschaftscamps in London, einer Einladung an die Nobelpreisverleihung in Stockholm oder der Teilnahme an
internationalen Projektwettbewerben in Europa, Asien, Afrika und den USA berechtigen.

Stiftung Schweizer Jugend forscht
Die Stiftung Schweizer Jugend forscht unterstützt seit 1967 neugierige und motivierte Kinder und Jugendliche mit dem Ziel, die Freude und Faszination an wissenschaftlicher Arbeit zu wecken. Die nachhaltige Förderung talentierter junger Menschen mit wissenschaftlicher Neugier, Kreativität und Problemlösungskompetenz ist eine zentrale Aufgabe zur Sicherung des Innovationsstandorts Schweiz. Schweizer Jugend forscht verfolgt dieses Ziel mit den drei Veranstaltungsreihen:
1. Studienwochen: Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für die Wissenschaften
2. Nationaler Wettbewerb: Jugendliche zum selbständige Entdecken und Forschen anregen
3. Swiss Talent Forum: junge Erwachsene entwickeln Visionen zu gesellschaftlichen Fragestellungen

Drei Schweizer Klima-Startups erhalten europäische Förderungshilfe für den Markteintritt

Der europäische Innovationsförderer Climate-KIC und der Zürcher Clean-Tech-Inkubator BlueLion spannen zum Thema Klima-Innovation seit Sommer 2013 zusammen. Am 9. April fand zum zweiten Mal der gemeinsame Förder-Wettbewerb im BlueLion Inkubator in Zürich-Schwamendingen statt – gleich 3 Schweizer Startups konnten sich für die Stufe 3 des innovate4climate Programmes qualifizieren. Das Ziel von Stufe 3 ist der Markteintritt der Startups.

Am 9. April fand der zweite Förderwettbewerb in den Räumlichkeiten des CleanTech-Inkubators BlueLion statt. Drei Schweizer Klima-Startups haben sich für die Stufe 3 des Förderprogramms qualifiziert und erhalten von Climate-KIC CHF 50’000.- Unterstützung, die für den Markteintritt verwendet werden. Folgende Startups wurden ausgezeichnet:

climate-KIC
ReWinner begeisterte die Jury mit ihrem Konzept der Wiederverwendung von ausgedienten und recycelten Schweizer Fenstern, Türen, Sanitäranlagen etc., die nun als erstes in Lettland erneut verwendet werden.

Eaternity überzeugte mit ihrem Ansatz, klimafreundliches & gesundes Essen für Firmenkantinen zu ermöglichen, mit klimafreundlichen Rezepten einem CO2-Rechner sowie einem CO2-Nachweis.

Captain Plant beeindruckte mit einem veganen Fast Food-Konzept. Die Produktion von 700 veganen Burgern spart im Vergleich mit Fleischburgern eine Tonne CO2 ein.

Nebst der finanziellen Unterstützung erhalten die Gewinner Arbeitsplätze im BlueLion Inkubator in Zürich-Schwamendingen und ein bedürfnis-gerechtes Business-Coaching in den Bereichen Strategie, Geschäftsentwicklung und Vermarktung sowie Zugang zu internationalen Startup Tours, Masterclasses und dem europäischen Climate-KIC Netzwerk.

Voraussetzung für die erfolgreiche Qualifikation war eine Absichtserklärung (LOI) eines ersten Kunden und der Nachweis, dass das Geschäftsmodell bei mindestens 100 potenziellen Kunden geprüft wurde.

Die für die 3. Stufe qualifizierten Schweizer Startups werden von dem Climate-KIC Affiliate Partner BlueLion gecoacht und unterstützt. Climate-KIC’s Schweizer Förderprogramm innovate4climate wird vom WWF Schweiz, dem Impact HUB Zürich und BlueLion umgesetzt.

bluelion
Über BlueLion
Die Stiftung BlueLion ist eine Non-Profit-Organisaton und wurde im Dezember 2012 auf Initiative der Stadt Zürich gegründet. Die Trägerschaft besteht aus der Stadt Zürich, der Zürcher Kantonalbank, der Swisscom, der ETH Zürich, der Universität Zürich, der Stiftung Effort für Zürich und Dr. Christian Wenger.

Der BlueLion Inkubator ist eine Keimzelle für Startup’s aus den Bereichen ICT und CleanTech und bietet innovativen Projekten in Zürich-Schwamendingen top-professionelle Infrastruktur, Administrationsdienste und systematisches Business-Coaching.

BlueLion arbeitet eng mit Hochschulen, der Startup Szene und Förderstellen zusammen. Das Schwesterunternehmen Startzentrum befindet sich in den gleichen Räumlichkeiten und unterstützt branchen-unabhängig Jungunternehmer zu allen relevanten Business-Themen, insbesondere durch kostenlose Erstberatungen, Anlässen wie Startupfair und Startupday sowie Büroräumlichkeiten für angehende Unternehmer.
Der ehrenamtlich tätige Stiftungsrat wird von Dr. Christian Wenger präsidiert. CEO der BlueLion Stiftung ist Gert Christen.

Über Climate-KIC
Climate-KIC, die Climate Knowledge and Innovation Community, ist eine europäische Initiative mit Schweizer Sitz an der ETH Zürich, deren Ziel es ist, Innovation und Unternehmertum zu fördern, um den Klimawandel zu verlangsamen und Anpassungsstrategien zu ermöglichen – national und europaweit. Im Jahr 2009 vom European Institute for Innovation and Technology (EIT) lanciert, vereint Climate-KIC heute in seinem Netzwerk über 200 Partner aus Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Hand.

Die Kernaufgabe von Climate-KIC ist es, gemeinsam mit den Partnern Klimainnovationen, also innovative und nachhaltige Technologien und Dienstleistungen, zu entwickeln. Dies beinhaltet auch die gezielte Stimulierung und Förderung von Studierenden und Jungunternehmern, um einerseits die Anzahl Jungunternehmer zu steigern, andererseits die Überlebens- und Wachstumschancen der Startups zu verbessern. Offizielle Schweizer Partner im Climate-KIC Netzwerk sind: ETH Zürich und EMPA, Agolin, BlueLion Stiftung und Startzentrum Zürich Genossenschaft, South Pole Carbon Asset Management Ltd., IBM Research, greenTEG, electricfeel, Esri R&D Zurich, Esri Schweiz WWF Schweiz, seif – Social Entrepreneurship Initiative & Foundation (Stiftung und GmbH), Impact HUB Zürich. Direktor des Climate-KIC Swiss Centre ist Dr. Anaïs Sägesser.

Weitere Informationen: www.climate-kic.org, www.climate-kic.org/switzerland und www.innovate4climate.ch.

Startup Gründungen in der Schweiz nehmen zu

Im ersten Quartal 2014 wurden in der Schweiz insgesamt 10‘568 Unternehmen neu ins Handelsregister eingetragen. Dies sind 469 Firmen mehr als im Vorjahresquartal. Damit steigt der Bisnode/IFJ-Gründerindex auf 106 Zählerpunkte. „Der Anstieg des Bisnode/IFJ-Gründerindex auf 106 Punkte ist bemerkenswert, denn es ist der zweithöchste Wert der vergangenen Jahre“, sagt Christian Wanner, Kommunikationsbeauftragter von Bisnode D&B. „Zwar gab es gegenüber dem vierten Quartal 2013 eine leichte Abnahme der Gründungen. Das ist allerdings nicht verwunderlich, denn gegen Jahresende erreicht das Gründungsfieber erfahrungsgemäss jeweils die höchsten Werte. Mit den aktuellen Zahlen erwarten wir bis Ende des Jahres 2014 einen neuen Rekord von rund 42‘000 neu gegründeten Unternehmen.“

Bisnode/IFJ-Gründerindex: Firmengründungen
schweizer startup statistik 2014

Der Bisnode/IFJ-Gründerindex bildet die Neueintragungen von Unternehmen ins Handelsregister pro Quartal ab. Der Referenzwert 100 entspricht dabei dem Durchschnitt der Gründungen in den Jahren 2011 bis 2013. Mehr Infos zur den erfassten Gründungen unter www.bisnode.ch/methode.

Weshalb nehmen die Gründungen zu? Was braucht es für eine erfolgreiche Gründung? Diese Fragen haben wir Simon May, Mitglied der Geschäftsleitung beim IFJ und seit über zehn Jahren in der Startup-Förderung aktiv, gestellt.

Ist jetzt eine gute Zeit um eine eigene Firma zu gründen?
Simon May: „Grundsätzlich gibt es keine schlechten Zeiten für eine Firmengründung. Dies zeigen die rekordhohen Zahlen an Handelsregistereintragungen. Die Schweiz ist ein Gründungsland und Innovationsweltmeister. Zudem zeigt sich: Fast alle, die diesen Schritt gewagt haben, würden ihn wieder machen und sind demnach auch glücklicher. Trotz der Hürden vor allem in der Gründungsphase, sind die neu gewonnenen Freiheiten und der Anreiz die eigenen Visionen zu verwirklichen, für viele ausschlaggebend den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen.“

Welche Kenntnisse und Fähigkeiten braucht es für eine eigene Firma?
„Ein strategischer Erfolgsgrundsatz lautet «Schuster bleib bei deinen Leisten». Das fachliche Wissen ist definitiv eine zwingende Voraussetzung. Unternehmerische Kenntnisse kann sich eine interessierte und engagierte Persönlichkeit aneignen. Hierbei kann der Businessplan eine gute Hilfe sein. Viele Jungunternehmer/innen wachsen in ihre Aufgaben hinein. Jungunternehmer/innen brauchen Leidenschaft für Ihre Idee. Nur das macht sie stark genug, die Startphase durchzustehen und auch nach Rückschlägen wieder aufzustehen und weiter zu machen. Zum Durchhaltewillen und zur Passion braucht es Offenheit und ein gutes Flair in der Kommunikation, sprich Begeisterungsfähigkeit. Wenn dann noch eine ausgeprägte Kundenorientierung und Ausrichtung auf spezifische Kundenbedürfnisse dazu kommt, kann fast nichts mehr schiefgehen. Entwickelt man das Geschäft nachhaltig in Richtung einer klar fokussierten Strategie und hat die Finanzen im Griff, so ist einem der Erfolg sicher.“

Reicht eine gute Geschäftsidee, um erfolgreich zu sein?
„Es ist weniger der Wunsch nach schnellem Geld oder Ruhm, warum Menschen sich den Traum der eigenen Firma erfüllen. Vielmehr ist es die innere Befriedigung, selbst etwas auf die Beine zu stellen. Eine gute Geschäftsidee entsteht meist aus vielen guten Ideen. Kein Unternehmen wird von sich behaupten, je absolut sicheren Boden zu haben. Jede/r Unternehmer/in ist verpflichtet, mit Weitsicht, unternehmerischem Geschick, verkäuferischem Flair und überdurchschnittlichem Einsatz die Zukunft seiner Firma zu gestalten.“

Über IFJ Institut für Jungunternehmen
Seit 1989 begleitet das IFJ Firmengründer/innen auf dem Weg in die Selbständigkeit. Die um das Institut entstandene Startup-Szene umfasst inzwischen mehr als 60’000 Jungunternehmen. Als führende Anlaufstelle für Startups in der Schweiz bietet das IFJ nationale Förderprogramme (www.venturelab.ch), einen Seed-Fonds (www.venturekick.ch), Online-Firmengründung, Abacus Business- und Buchhaltungs-Lösung, Intensivkurse, Businessplan-Tools, Networking-Events sowie diverse Online-Plattformen als kostenlose Know-how- und Informationsquellen. Namhafte Partner (u.a. Abacus, Mobiliar, PostFinance, Swisscom, Bisnode, Google, HP, Microsoft, Mobility, SECO) setzen auf Zusammenarbeiten mit dem IFJ: www.ifj.ch und www.startup.ch.

Über Bisnode D&B (ehemals Dun & Bradstreet)
Bisnode D&B unterstützt Unternehmen darin, bessere geschäftliche Entscheidungen zu treffen, die Risiken zu minimieren und die Vertriebserfolge zu maximieren. Die aus der Vernetzung von Daten gewonnenen Einblicke erleichtern das Entscheiden – sowohl in strategischen Fragen wie auch im operativen Alltagsgeschäft. Die Bisnode D&B Schweiz AG gehört zur schwedischen Bisnode Gruppe, dem europäischen Marktführer für digitale Wirtschaftsinformationen. Mit mehr als 3‘000 Mitarbeitenden bedient Bisnode über 170‘000 Kunden in 19 europäischen Ländern: www.bisnode.ch.

Das SBFI passt seine Organisation an

Seit mittlerweile gut einem Jahr operativ, passt das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI mit Blick auf künftige Herausforderungen per kommenden 1. April seine Organisationsstruktur an.

Die Anpassungen im Organigramm des SBFI beziehen sich insbesondere auf die Bereiche Berufsbildung und allgemeine Bildung sowie Hochschulen.

Die Neustrukturierung des bisherigen Direktionsbereichs Berufsbildung und Allgemeinbildung trägt den veränderten Anforderungen und Prioritäten in diesen Bereichen Rechnung. Sie führt die Belange der Sekundarstufe II zusammen, stärkt insbesondere die höhere Berufsbildung und vereinigt die international und systemisch ausgerichteten Ressorts.

In operativer Vorwegnahme des Inkrafttretens des neuen Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetzes HFKG Anfang 2015 werden die bis dato getrennten Abteilungen Universitäten und Fachhochschulen zu einer Abteilung Hochschulen zusammengeführt, welche fünf Ressorts und das Sekretariat der künftigen Schweizerischen Hochschulkonferenz umfasst.

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI im Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF ist das Kompetenzzentrum des Bundes für national und international ausgerichtete Fragen der Bildungs-, Forschungs- und Innovationspolitik. Das SBFI wird geleitet von Staatssekretär Mauro Dell’Ambrogio, zuständig für die Belange Hochschulen, Forschung und Innovation, bilaterale Beziehungen und Weltraum, und seinem Stellvertreter, Josef Widmer, der die Abteilungen im Bereich Berufsbildung und allgemeine Bildung leitet.
Das SBFI zählt knapp 300 Mitarbeitende und fördert die Bildung, Forschung und Innovation mit jährlich ca. 4,5 Milliarden CHF.

Erfindung der Woche – Smarter Stand

Der Erfinder, Dotan Saguy, aus Kalifornien hat, wie viele andere Innovatoren auch, anfangs nicht das nötige Kleingeld für die Herstellung seines Produktes Smarter Stand gehabt. Für dieses Problem gibt es heute eine Lösung: Crowdfunding. Die Kapitalgeber sind hierbei eine Vielzahl von Personen, die meist durch spezielle Internetseiten, das zukünftige Produkt vorfinanzieren. Das Produkt Smarter Stand kam so gut an beim Kickstarter, dass statt der benötigten 10.000 Dollar durch das breite Publikum eine 12-fache Überfinanzierung erzielt wurde.

Nun ist die praktische Erfindung auch auf dem deutschen Markt zu bekommen. Die Schweizer Jungunternehmer Florian Tränkel und Piero Ballistreri haben das amerikanische Produkt entdeckt und waren schnell überzeugt. Einer der Jungunternehmer drückt dies folgendermaßen aus:

Portraits zusammen

„Es kann ja nicht sein, dass eines der wichtigsten iPad-Gadgets im Land mit der höchsten Dichte an Appel-Produkte fehlt.“

Smarter Stand ermöglicht die Faltstellen des iPad-Covers zu versteifen und damit die Funktionalität erheblich zu erhöhen. Oft hat man das Problem, dass die beiden Winkel, ganz flach oder steil, die das Smart Cover ermöglicht, nicht ausreichen. Durch Smarter Stand kannst Du Dein iPad komfortabel in allen Positionen nutzen. Smarter Stand funktioniert mit Appel’s Smart Cover und Smart Case für alle iPads ab der zweiten Generation als auch für das iPad mini und ist in vielen Farben erhältlich.

SmarterStand

Wie bei diesem Produkt ist es natürlich sehr wichtig wenn man eine Innovation auf dem Markt bringen will, die Kunden erreichen will – den Weg der Vermarktung zu gehen – da ist natürlich die Erfahrung von Erfinderhaus und dem erfinderladen sehr hilfreich.

Falls auch Du die Funktionalität Deines Smart Cover erhöhen möchtest, dann findest Du das Produkt für 16,95 Euro im Erfinderladen Berlin und Salzburg und selbstverständlich auch in unserem erfinderladen Onlineshop.

ReHaptix und CashSentinel gewinnen venture kick

Die beiden Gewinner des letzten venture kick Finale des Jahres stehen fest: Das Zürcher Startup ReHaptix entwickelte ein Testgerät für die Motorik von Armen und Händen, CashSentinel aus Yverdon überzeugte mit einer Online-Lösung für das sichere Bezahlen per Smartphone. Die Startups werden mit je 130‘000 CHF Startkapital unterstützt.

venturekick

Marie-Christine Fluet und Sophie Winkler-Payot, die Co-Gründerinnen von ReHaptix, haben ein ausgeklügeltes Testgerät für die Messung der Bewegungsfähigkeit und den Tastsinn von Händen und Armen entwickelt. Dank dieser Innovation kann die Rehabilitation von Patienten mit neurologischen Erkrankungen, etwa nach einem Schlaganfall, personalisiert werden.

Die optimierte Rehabilitation

rehaptix

ReHaptix, ein Spin-off der ETH Zürich, eröffnet Therapeuten und Patienten neue Perspektiven in der Diagnose und Rehabilitation. Mithilfe des Testgeräts von ReHaptix, kann die Qualität der ausgeführten Bewegungen durch die Messung von Koordination und Kraft exakt definiert werden. Die Patienten können die Testergebnisse sofort sehen und Fortschritte können erstmalig objektiv festgehalten werden. Durch diese Sichtbarmachung der individuellen Fortschritte, welche von blossem Auge nicht erkennbar sind, kann ein wichtiger Beitrag zur Motivation der Patienten im Zuge ihrer Rehabilitation geleistet werden. Dank diverser Partnerschaften sind bereits erste Prototypen in Kliniken in der Schweiz, Belgien und Kanada im Einsatz. Der Markteintritt ist für 2014 geplant. „Dank venture kick konnten wir unsere Visibilität Kunden und Partnern gegenüber erhöhen. Mit dieser Finanzierung können wir den Markteintritt beschleunigen und weiter an der Verwirklichung unseres Traums arbeiten“, führt CEO Marie-Christine Fluet aus.

Eine innovative und sichere Art der Bezahlung

cash sentinel
CashSentinel entwickelte eine Online-Lösung, dank welcher grössere Transaktionen (über 3000 CHF) sicher und flexibel per Smartphone ausgeführt werden können. Das System wurde am Institut für Informations- und Kommunikationstechnologie an der HEIG-VD entwickelt. Julie Garg und Sylvain Bertolus, die Co-Gründer von CashSentinel, besetzen damit eine Marktlücke. CahSentinel ermöglicht etwa dem Käufer eines Gebrauchtwagens den ausgemachten Betrag online zu blockieren und nach der Inspektion des Autos vor Ort, per Smartphone zu bestätigen und die Überweisung an den Verkäufer auszulösen. Der Verkäufer erhält sofort eine Bestätigung und der ausgehandelte Betrag wird innerhalb von 24 bis 48h auf sein Konto überwiesen. Damit können die Deals sofort besiegelt werden, unabhängig von Wochentagen und Geschäftszeiten. Das Startup wurde bereits offiziell als Finanzintermediär anerkannt und plant den Markteintritt Anfang 2014. „venture kick war essentiel für uns“, kommentiert Julie Garg, Leiterin Strategie, den Finalsieg. „Durch venture kick konnten wir das Potenzial unserer Idee bestätigen und erhielten wertvolle finanzielle und strategische Unterstützung.“ Und CEO Sylvain Bertolus ergänzt: „Die finanzielle Unterstützung von venture kick kommt genau im richtigen Moment für uns, jetzt können wir uns zu 100% auf den Markteintritt vorbereiten.“

Über venture kick
Seit der Lancierung von venture kick im September 2007 haben 293 Gründerprojekte von 11,51 Millionen Franken Startkapital profitiert. Die unterstützten Jungunternehmen haben bisher über 2‘000 zukunftsträchtige Arbeitsplätze geschaffen. Die Startups mit ihren hochinnovativen Projekten kommen dank venture kick in Kontakt mit professionellen Investoren und Industriepartnern. Diese haben bisher rund 400 Millionen Franken investiert.
Ziel von venture kick ist es, die Zahl der Firmengründungen an Schweizer Hochschulen zu verdoppeln. Monatlich erhalten acht Startup-Projekte die Chance, sich vor einer Jury zu präsentieren. Vier Gewinner erhalten je 10‘000 Franken und qualifizieren sich drei Monate später für die zweite Runde. Dort gewinnen zwei Teams je 20‘000 Franken. Diese machen in der dritten Runde sechs Monate später den Hauptpreis von 100‘000 Franken unter sich aus. Teilnahmeberechtigt sind Studierende, Forscher oder Professoren von schweizerischen Hochschulen, welche mit ihrer innovativen Geschäftsidee eine Firma gründen wollen.
Die private Förderinitiative venture kick wird finanziert durch: Gebert Rüf Stiftung, ERNST GÖHNER STIFTUNG, OPO-Stiftung, AVINA STIFTUNG, Fondation Lombard Odier und DEBIOPHARM GROUP. Die operative Leitung liegt beim IFJ Institut für Jungunternehmen.

Innovative Linkempfehlungen:

> We support startups! www.ifj.ch
> Businessplan Software – einfach, schnell, professionell: www.business-navigator.ch
> 2 Millionen Startkapital pro Jahr für Startups: www.venturekick.ch
> Intensiv-Trainings für Hightech-Startups: www.venturelab.ch
> Hilfe Vermarktung von IPatenten und Erfindungen www.erfinderhaus.de

Werkplatz Schweiz – Innovation als Schlüssel zum Erfolg

Das Prüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte hat anhand von Expertengesprächen die Innovationsfähigkeit, sowie die Chancen und Herausforderungen des Werkplatzes Schweiz analysiert.

Wie innovativ ist der Werkplatz Schweiz wirklich? Und wie gehen die Schweizer Unternehmen mit Innovationsdruck um? Deloitte hat die Innovationsfähigkeit des Werkplatzes Schweiz, mit Fokus auf die MEM-Industrie untersucht und analysiert.

Die Innovationsführerschaft der Schweiz ist in den letzten Jahren vermehrt unter Druck geraten. Das betrifft die Schweizer Industriefirmen wie auch den Werkplatz als Ganzes. Denn die meist kostengünstigeren Produktionsstandorte im Ausland haben bezüglich Qualität und Innovationskraft aufgeholt. Deloitte erkennt noch weitere Gründe für den wachsenden Innovationsdruck: Beschleunigte Innovationsprozesse, eine vermehrte Produktionsverlagerung ins Ausland sowie der Trend hin zu Innovationen, die über traditionelle Produkt- und Prozessinnovationen hinausgehen.

Beschleunigte Innovationsprozesse
Die weltweite Beschleunigung von Innovationsprozessen ist für die Schweizer Industriefirmen eine Herausforderung. Ralf Schlaepfer, Managing Partner Manufacturing Industry Deloitte, erklärt: „Die Schweizer Industriefirmen müssen ihr Innovationsmanagement effizient gestalten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Der beste Schutz vor Mitbewerbern ist, Innovationen schneller auf den Markt zu bringen. Der Druck zur Innovation hat damit strategische Bedeutung und muss von der Unternehmensführung kommen und orchestriert werden.“

Globale Innovationstrends
Gefragt sind im heutigen globalen Markt vor allem Innovationen, die über die reine Prozessinnovationen hinausgehen. „Schweizer Industriefirmen sind gut positioniert“, so Markus Koch, Partner Consulting von Deloitte. „Es gibt Firmen, die äusserst innovative Lösungen im Wartungs- und Servicebereich anbieten. Sie lassen sich auf spannende Entwicklungskooperationen ein und packen Themen wie ‚Open Innovation’ erfolgreich an.“

Deloitte Research zum Werkplatz Schweiz
Basierend auf über 20 Expertengesprächen hat Deloitte in der Schweiz das Thema Innovation mit Fokus Manufacturing untersucht und analysiert. Damit erweitert Deloitte seine existierende Forschung und Analyse im Zusammenhang mit dem Werkplatze Schweiz. Ende 2012 hatte Deloitte in einer grossangelegten Studie die aktuellen Herausforderungen der Schweizer MEM-Industrie analysiert.

Die vollständigen Resultate des Deloitte «Point of View»-2013 zum Werkplatz Schweiz finden Sie hier.

Über Deloitte in der Schweiz
Deloitte ist ein führendes Prüfungs- und Beratungsunternehmen in der Schweiz und bietet branchenspezifische Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance. Mit rund 1‘100 Mitarbeitenden an den sechs Standorten Basel, Bern, Genf, Lausanne, Lugano und Zürich (Hauptsitz) betreut Deloitte Unternehmen und Institutionen jeder Rechtsform und Grösse aus allen Wirtschaftszweigen. Deloitte AG ist eine Tochtergesellschaft von Deloitte LLP, dem Mitgliedsunternehmen in Grossbritannien von Deloitte Touche Tohmatsu Limited (DTTL). Über DTTL sind deren Mitgliedsunternehmen mit rund 200‘000 Mitarbeitenden in mehr als 150 Ländern auf der ganzen Welt vertreten.

Klischee und Innovation – ein Widerspruch?

Die Schweiz verfügt im Ausland über ein Image, das bis heute in hohem Masse vom touristischen Blick geprägt ist. Dieser verbindet das Land mit der alpinen Bergwelt, mit Edelweiss, Kühen, Käse, Schokolade, Uhren und mit Symbolfiguren wie Heidi und Tell. Im Medium Souvenir haben sich diese assoziierten Bilder über die Jahrzehnte zu Stereotypen verfestigt, die sowohl nach aussen, also in den Herkunftsländern der Reisegäste, als auch innerhalb der Schweiz das Land repräsentieren.

Innovation 2013

Aber wie verändern sich die Symbole und ihr Bedeutungsgehalt im Laufe der Zeit? Welche Symbole etablieren sich als langlebige Klischees und warum verschwinden einige wieder aus dem Repertoire? Über diese und weitere Fragen diskutieren Forscher/innen der Hochschule Luzern mit Gästen aus der Design- und Kunst-Szene am Sonntag, 3. November, ab 11.00 Uhr, im Historischen Museum Luzern. Die Podiumsdiskussion findet unter dem Titel «Klischee und Innovation – ein Widerspruch?» im Rahmen der Ausstellung «Remember Lucerne» statt.

Podiumsteilnehmer/innen:
Nic Hess (Bildender Künstler, Zürich/ London),
Susanna Zopfi (Grafik-Designerin und Mit-Inhaberin von Younikat, Zürich), Joëlle Stocker (Grafik-Designerin, Zürich), Basil Rogger (Dozent Zürcher Hochschule der Künste), Dagmar Steffen (Forscherin Hochschule Luzern – Design & Kunst),
Moderation: Elisabeth Portmann.

Hintergrund der Podiumsdiskussion ist ein laufendes SNF-Forschungsprojekt der Hochschule Luzern – Design & Kunst, das sich mit der Bildsymbolik der Schweiz befasst.
Mehr dazu unter: http://blog.hslu.ch/snfsouvenir2013/

Schweizer Design Preis 2013: Zwei Forschungsprojekte der Hochschule Luzern – Design & Kunst nominiert

Gleich zwei Forschungsprojekte, an denen die Hochschule Luzern – Design & Kunst beteiligt war, sind für den diesjährigen Schweizer Design Preis nominiert. Im Projekt «E-Broidery» wurden Vorhänge produziert, die dank LEDs leuchten, ohne ihre textilen Eigenschaften zu verlieren. Im Projekt «Interior-Stickereien» gelang es erstmals, Echtholzfurniere zu besticken.

LEDs sind in jedem Haushalt anzutreffen, sei es im Fernseher, im Wecker oder in der Taschenlampe.
Ein neues Verfahren erlaubt es nun, paillettengrosse LEDs direkt auf Stoffe zu sticken, und zwar mittels eines besonders dünnen und leitfähigen Garns. Dabei behalten die Stoffe ihre textilen Eigenschaften, bleiben weich, form- und sogar waschbar. Entwickelt wurde diese Technik von der St. Galler Traditionsstickerei Forster Rohner AG.
Für die kommerzielle Anwendung suchte das Unternehmen den Kontakt zur Hochschule Luzern – Design & Kunst und zum Langenthaler Unternehmen Création Baumann, das spezialisiert ist auf textile Inneneinrichtungen. Die Kommission für Technologie und Innovation (KTI) unterstützte das Projekt «E-Broidery» mit 750’000 Franken.

Leuchtende Vorhänge als Novum am Markt
Isabel Rosa Müggler, Textildesignerin am Kompetenzzentrum (CC) Products & Textiles, leitete das Projekt «E-Broidery» seitens der Hochschule Luzern. Sie befasste sich mit ihrem Team vor allem mit den ästhetischen Fragestellungen, die die neue Technologie hervorruft. «Wir untersuchten beispielsweise, welchen Einfluss die Abstände der einzelnen LEDs auf die Wahrnehmung und Optik haben.» Zusammen mit Création Baumann wurde dann am konkreten Lichtdesign gefeilt. Entstanden sind Vorhänge, die im Herbst unter dem Namen «eLumino» auf den Markt kommen. Zudem wird bereits an einem Nachfolgeprojekt gearbeitet: Bei diesem sollen weitere Möglichkeiten der LEDs genutzt werden, wie etwa Farben oder dynamische Lichteffekte. Das Projekt «E-Broidery» ist für den Design Preis Schweiz 2013 in der Kategorie Newcomer nominiert.

KTI-Projekt «E-Broidery»: eLumino Kollektion – LED-Stoffe im besten Licht. (Foto: Création Baumann)

KTI-Projekt «E-Broidery»: eLumino Kollektion – LED-Stoffe im besten Licht.
(Foto: Création Baumann)

Holzstickereien in der Kategorie Research nominiert
Im Projekt «Interior-Stickereien» wurde ein Verfahren entwickelt, um die klassische St. Galler Spitze auf Echtholzfurniere sticken zu können. Auch dieses Projekt wurde von Isabel Rosa Müggler geleitet. Sie und weitere Designerinnen der Hochschule Luzern – Design & Kunst erprobten, wie die Stickerei auf verschiedene nichttextile Materialien übertragen werden kann und erkannten das grösste Potenzial bei dem Test mit Holzfurnier.
Die IGS Innovationsgesellschaft Sticker, der sechs Schweizer Unternehmen angehören, setzte die entwickelte Stickerei technisch um. Zudem konnte der Büromöbelhersteller Sitag als Partner aus der Holzbranche für das Projekt gewonnen werden. «Diese Methode lässt neue, vielfältige Möglichkeiten des Customizing mit einem besonderen ästhetischen Reiz entstehen und schafft Spielraum für Exklusivität und Individualität», sagt Wiebke Bröckling, Marketingverantwortliche der Sitag. Aus der Zusammenarbeit sind verschiedene bestickte Furniere für Büromöbel entstanden.

KTI-Projekt «Interior-Stickereien» mit textilen und nicht-textilen Anwendungen. (Foto: Johannes Eisenhut)

KTI-Projekt «Interior-Stickereien» mit textilen und nicht-textilen Anwendungen.
(Foto: Johannes Eisenhut)

Ebenfalls stieg die ag möbelfabrik horgenglarus mit einer Stuhlkollektion ins Projekt ein. Sie ersetzte das Geflecht der Rückenlehne des Stuhls «Lyra» mit einer floralen Stickerei. Von der KTI gab es für das Projekt Fördergeld in Höhe von 190’000 Franken. «Interior- Stickereien» wurde Ende März 2013 abgeschlossen und ist für den diesjährigen Schweizer
Design Preis in der Kategorie Research nominiert.

Vernissage und Preisverleihung am 1. November 2013
Der Schweizer Design Preis wird alle zwei Jahre und heuer bereits zum zwölften Mal vergeben. Ziel des Wettbewerbs ist es, Bestleistungen aus der Schweiz auszuzeichnen und zu fördern. Vernissage und Preisverleihung finden am 1. November 2013 in Langenthal statt und sind öffentlich. Eingereicht wurden rund 300 Projekte, von denen 34 nominiert sind. Acht Projekte werden mit einem Gesamtpreisgeld von 225’000 Franken ausgezeichnet.