Das Plakat zwischen Kunst, Politik und kommerzieller Werbung

Ob bunt oder schlicht, politisch oder werbend – Plakate sind ein Massenmedium und fallen ins Auge. Um ihren Zweck zu erfüllen – nämlich aufzufallen –, sind sie neben ihrem informativen Gehalt häufig provokativ, manchmal diffamierend oder auch melancholisch gestaltet. Doch vor allem sollen sie Reaktionen hervorrufen. So nutzen immer mehr Unternehmen heutzutage moderne Formen des Plakats, um auf sich aufmerksam zu machen und Kunden zu gewinnen. Doch bis zu den heutigen Formen der Plakate war es ein langer Weg – wir fassen zusammen.

Die Steintafel als Ursprung

Schon 2000 v. Chr. nutzten semitische Händler Steintafeln, um ihr Warenangebot zu dokumentieren und zu bewerben. Diese Art der Werbung gilt als Vorläufer des Plakates und war bereits damals eine einfache, aber dennoch effektive Massnahme zur Absatzförderung. Nach der Erfindung des Papiers setzten bereits ab dem 14. Jahrhundert zahlreiche Wirte, Händler und Marktschreier auf die Warenanpreisung auf beschriebenen Schildern. Spätestens mit der Erfindung der Lithografie Ende des 18. Jahrhunderts war der Grundstein für die professionelle Bedruckung von Plakaten gelegt – und schon bald gab es die ersten farbigen Plakate, die die Aufmerksamkeit der Bevölkerung erregten.

Die Veränderungen des professionellen Werbemittels

„Ein Plakatkünstler muss etwas erfinden, das selbst den Durchschnittsmenschen anhält und anregt, wenn er vom Pflaster oder Wagen aus das Bild der Strasse an seinen Augen vorbeieilen lässt.“ Diese Worte sprach einst der französische Grafiker Jules Chéret, der das Potential des Plakates ausschöpfen wollte. Sein Ziel war es, grossflächige Plakate zu drucken, häufig bedruckt mit jungen und attraktiven Frauen. Auch heute noch nutzt die Werbebranche oft solche Bilder, wenn es darum geht, bestimmte Gesellschaftsschichten oder Geschlechter anzusprechen und auf deren Bedürfnisse oder Wünsche einzugehen – der Beginn der zielgruppenorientierten Werbung, die in vielfältiger Form heute mehr denn je im Alltag zu finden ist.

Neben der Gestaltung des Plakates ist aber auch dessen Platzierung für den Erfolg entscheidend. Ob auf Litfasssäulen oder als Roll-Up-Banner, das heutzutage ebenso bequem bei entsprechenden Anbietern bestellt werden kann wie herkömmliche Flyer oder Banner – die Möglichkeiten für effektive Reklame sind schier grenzenlos. Selbst im Internet erscheinen Nutzern mittlerweile regelmässig virtuelle Werbebanner, die ähnlich wie reale Roll-Ups-aufgezogen werden und entsprechend auffällig, wirkungsvoll und eingängig gestaltet sind.

Mit der einstigen Steintafeln hat die moderne Form der Reklame demnach nur noch wenig zu tun, doch ihre Wirkungsweise ist dieselbe wie vor Jahrtausenden.


Bildrechte: Flickr Litfaßsäule 16kiwi CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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