Ergonomie in Industrie und Handwerk: Was es für mehr Gesundheit und Produktivität zu beachten gibt

Das Thema Ergonomie am Arbeitsplatz ist wichtig, geht es doch um die Gesundheit der Arbeitnehmer, an der die Mitarbeiter selbst und ihre Arbeitgeber gleichermassen ein grosses Interesse haben sollten. Während das Thema für Büroumgebungen bereits vielfach diskutiert und zahlreiche Ratgeber verfasst wurden, ist die allgemeine Informationslage in industriellen Arbeitsfeldern weniger dicht. Unser Ratgeber erklärt, welche Faktoren ein ergonomisches Arbeiten in Fabriken und Werkstätten ermöglichen und worauf es dabei ankommt.

Höhenverstellbare und individuell anpassbare Arbeitsflächen schaffen

Während ein ergonomisches Arbeiten in Büros mit relativ geringem Aufwand gewährleistet werden kann, ist die Situation in Fabriken schwieriger: Die Maschinen, Werkzeuge und Arbeitsmittel sind wesentlich vielfältiger, die Arbeit selbst oftmals körperlich schwerer und die Umgebung schwieriger an individuelle Anforderungen anpassbar. Doch eine ergonomische Gestaltung industrieller Arbeitsplätze zahlt sich doppelt aus: Zum einen wird die Gesundheit der Mitarbeiter geschont, zum anderen kann die Produktivität durch besser bedienbarbare Maschinen und Werkzeuge erhöht werden. Zudem bieten ergonomische Arbeitsplätze einen Wettbewerbsvorteil: Wer heute motivierte Mitarbeiter gewinnen möchte, sollten neben einer attraktiven Anstellung auch die Gesundheit im Blick behalten. So liefert man mit ergonomischen Arbeitsplätzen ganz nebenbei handfeste Argumente für Bewerber, sich für das eigene Unternehmen anstatt für die Konkurrenz zu entscheiden.

Diese Vorteile werden zunächst durch höhenverstellbare Arbeitsplätze erreicht: Unter anderem sogenannte Hubtische kommen bereits vielfach in Fabriken, Werkstätten und Lagern zum Einsatz. Der Vorteil: Diese Arbeitsflächen lassen sich hydraulisch anheben und senken. Im Fachhandel findet man entsprechende Produkte, die – je nach Modell – für hohe Traglasten von beispielsweise 700 kg oder sogar 1.000 kg ausgelegt sind. Somit können selbst schwere Geräte darauf platziert und gehoben werden. Mitarbeitern ist es so möglich, in der für ihren individuellen Körperbau passenden Höhe arbeiten. Arbeitgeber sollten bei der Beschaffung auf eine stufenlose Verstellbarkeit achten, um zu gewährleisten, dass der Arbeitsplatz auch von anderen Kollegen genutzt werden kann.

Mit ergonomischem Werkzeug Mitarbeiter entlasten

Auch ergonomische Werkzeuge sind wichtig für die Gesundheit: Die Vibration sollte möglichst gering und der Griffwinkel dem der menschlichen Hand entsprechen. Auch die Belastung durch Lärm, Stösse und Staub betreffen die Ergonomie und können sich negativ auf die Gesundheit der Mitarbeiter auswirken: Die Arbeit unter zu grossen Vibrationswerten kann beispielsweise Durchblutungsstörungen und somit auch längerfristige Arbeitsunfähigkeiten zur Folge haben. Daher sollten Werkzeuge nicht nur nach dem Preis und der Leistung, sondern auch nach ergonomischen Gesichtspunkten erworben werden. Worauf Arbeitgeber achten sollten, erklärt das Magazin „Sanitär. Heizung. Klima.“.

Lehrgänge besuchen und fundiertes Know-how erwerben

Da das Feld der Ergonomie in Industrie und Handwerk sehr vielseitig ist, lohnen sich für Produktionsleiter, Ausbildner oder Beauftragte für Arbeitssicherheit auch spezielle Lehrgänge, wie sie etwa von der Suva angeboten werden. Hier lernen Verantwortliche in mehreren Modulen Grundlagen zur Anatomie und Physiologie des menschlichen Körpers, Rechtsgrundlagen sowie Aspekte zur Analyse und Optimierung von Arbeitsplätzen nach ergonomischen Gesichtspunkten. Erläutert werden auch Faktoren wie das Raumklima, Beleuchtung, Lärm oder Vibration. Sind die Verantwortlichen geschult, kann das Know-how im Betrieb auch für zukünftige Optimierungsprozesse festgehalten und weitergegeben werden.


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