Die Erfindung der Sonnenbrille

Scheint die Sonne, reagiert das Auge darauf. Man blinzelt und kneift das Lid zusammen und die Pupille verengt sich. Doch dieser natürliche Schutzmechanismus reicht bei starker Sonneneinstrahlung nicht aus. Die Inuit bauen sich schon seit jeher Schutzbrillen aus Knochen oder Holzbrettern, in die sie feine Schlitze ritzten, um sich vor den vom Schnee reflektierten UV-Strahlen zu schützen. Und schon Kaiser Nero blickte bei Gladiatorenkämpfen durch grüne Smaragde, um sich vor grellem Sonnenlicht zu schützen.

Im 15. Jahrhundert bekamen Brillen zusätzliche farbige Gläser, doch es herrschte Uneinigkeit darüber, welche Farbe am besten vor der Sonne schützte. Später entwickelte der englische Optiker James Ayscough Brillengläser aus Rauchglas, bei denen nur die Form des Gestells heutigen Brillen ähnelt. Im Jahr 1908 wies der Schweizer Alfred Vogt, nach dem sogar eine Stiftung zur Förderung der Augenheilkunde benannt ist, die Schädlichkeit von UV-Strahlen in einer Studie nach. Bereits 1905 entdeckte und erfand Josef Gordenstock die ersten Brillengläser mit wirksamen UV-Filter.

Die erste Sonnenbrille mit Schutzgläsern stellten 1934 zwei nach Amerika ausgewanderte deutsche Immigranten her: Johann Jakob Bausch und Henry C. Lomb. Zwei Jahre später stellten sie das Modell Aviator vor. Im Jahr 1937 gründeten sie Ray-Ban, das sich ausschließlich auf Sonnenbrillen spezialisierte. Auch heute noch zählt die Aviator-Sonnenbrille von Ray-Ban zu den Verkaufsschlagern der Marke und gilt als echter Klassiker.

Während die Sonnenbrille früher vor allem ein Funktionsgegenstand war, tragen heute viele Menschen Sonnenbrillen als Accessoire und stimmen ihr Modell sogar auf das Outfit ab. Mittlerweile gibt es Sonnenbrillen überall zu kaufen – bei großen Modeketten, in Designer-Shops, im lokalen Fachgeschäft und auch beim Optiker im Netz. Die flachste Sonnenbrille der Welt vom Zürcher Label Strada Del Sol gewann 2011 sogar den Red Dot Design Award. Doch gerade beim Kauf von Mode-Sonnenbrillen sollte man darauf achten, dass die Gläser nicht nur getönt sind, sondern auch über ausreichend UV-Schutz im Glas verfügen. Ist dieser nicht vorhanden, kann dies dem Auge mehr Schaden zufügen, als wenn man auf die Sonnenbrille verzichten würde. Denn aufgrund der Tönung der Gläser bleibt der natürliche Schutzmechanismus – also das Zusammenkneifen der Augen und das Verengen der Pupille – aus. Somit kann das UV-Licht ungehindert ins Auge dringen und bleibende Schäden verursachen.
Daher sollte man vor dem Sonnenbrillen-Kauf einen Blick auf die Seite des Innenbügels werfen. Entscheidend ist das CE-Zeichen, das Auskunft über ausreichend UV-Schutz gemäß der europäischen Richtlinien gibt. Weiterhin stellen sich verspiegelte Gläser als besonders effektiv heraus, da diese bis zu 50 Prozent der Strahlung reflektieren. Neben dem CE-Zeichen sollte man außerdem auf den Blendschutz achten, der von Kategorie 0 (sehr schwacher Blendschutz) bis zu Kategorie 4 (extrem hoher Blendschutz) reicht. Welcher Blendschutz für welche Situation ideal ist, steht auf Seite 17 dieser Broschüre im pdf-Format. Die Ziffer, die die Filterwirkung bezeichnet, befindet sich ebenfalls an der Bügelinnenseite.

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